Samstag, 28. Juli 2018

Empfehlung: Bunkermuseum in Frauenwald


Heute möchten wir mal eine Empfehlung aussprechen für das Bunkermuseum im schönen Thüringer Wald. Bist Du an Geschichte interessiert, vor allem an deutscher Geschichte? Möchtest Du in Erinnerungen schwelgen und ins Schwärmen geraten beim Anblick alter ostdeutscher Alltagsgegenstände oder Konsumgüter, die damals teilweise nur „unter der Hand“ zu ergattern waren? Interessiert es Dich, wie die Staatssicherheit damals solch einen komplexen Bunker ohne das Wissen der Bevölkerung bauen konnte? Möchtest Du vielleicht mal in einem Bunker übernachten?

Hier findet Ihr Informationen zum Bunkermuseum im Netz, es befindet sich beim Waldhotel „Rennsteighöhe“ und ist gut ausgeschildert. Macht Euch vor Eurem Besuch über die Öffnungszeiten schlau, da man den Bunker nur mit einer Führung besichtigen kann, um dort nicht verloren zu gehen. Eine Führung dauert knappe 45 Minuten (eher länger) und kostet für einen Erwachsenen gerade mal 7 Euro. Wer fotografieren möchte, wird gebeten, eine Fotolizenz von 1,50 Euro zu erwerben.

Bei dem Bunker handelt es sich nicht um einen Gefechtsbunker sondern um einen Bunker, der für die Führungsleute der Bezirkseinsatzleitung des Bezirkes Suhl erbaut wurde. Im Ernstfall hätte die Einsatzleitung dem Ministerium für Staatssicherheit unterstanden. Der Bunker verfügte über modernste Nachrichtentechnik, eine eigene Stromversorgung, Fernschreiber, Funktechnik und weitere Kommunikations – und Lebenserhaltungseinrichtungen. Die Selbstverteidigung der Anlage konnte von der hier stationierten Mannschaft gewährleistet werden. Einer atomaren Einwirkung hätte der Bunker aufgrund der hermetischen Verschlußfähigkeit ebenfalls Stand gehalten, allerdings hätte man bei atomarer Verstrahlung nach spätestens 8 Tagen ebenfalls aufgeben müssen weil der Sauerstoff im Bunker so lange nicht gereicht hätte. Ohne Bestrahlung hätte man ca. 1 Jahr im Bunker überleben und die Führung der Außenwelt übernehmen können.

Sehr positiv zu erwähnen ist die Führung, in unserem Fall durch Christian. Der ein oder andere Gast könnte befürchten, daß es sich bei solchen Veranstaltungen um verherrlichende Führungen handelt, wo über die glorreiche Vergangenheit erzählt wird, wo sowieso alles besser war als heute. Dem ist nicht so. Schon mit einem gewissen Stolz, was damals schon technisch alles möglich war, aber durchaus kritisch über die Hintergründe und die Machbarkeit des Unterfangens (was nützt eine Abschottung von 8 Tagen im Falle einer atomaren Verstrahlung?) wird sachlich über den Bau, die Umstände und das Leben im Bunker berichtet. Besonders interessant dabei sind die Anekdoten, aber auch Erfahrungsberichte aus der Bevölkerung, die damals im besten Falle geahnt hatten, daß da im Wald etwas sein mußte oder die als Wanderer an den Toren standen und nach zu langem Schauen nett aber bestimmt von „unauffälligen, plötzlich aus dem Wald erscheinenden Wanderern“ zum Weitergehen animiert wurden.

Wer in der DDR groß geworden ist, weiß daß in vielen Bereichen Mangel herrschte oder daß man gewisse Dinge nur über Beziehungen bekommen konnte. So ist es bis heute rätselhaft, wie all das Material herbeigeschafft werden konnte, um diesen Kolos an Betonbunker zu bauen. Der Witz „Du bestellst 10 Säcke Zement und bekommst 2“ zauberte ein Schmunzeln über das Gesicht der Kenner weil es eben genauso funktionierte. Man wunderte sich damals vielleicht, wo die anderen 8 Säcke hingekommen waren; steht man in diesem Bunker, kann man sich gut vorstellen, wie überall abgezwackt wurde.

Der Bunker wurde nach der Grenzöffnung schnell entdeckt und leer geräumt, leider größtenteils auch kleingehauen und die Inneneinrichtung zerstört. Alles was heute an Einrichtungsgegenständen und technischer Ausstattung vorhanden ist, wurde in mühevoller Kleinarbeit gesammelt und teils von Privatspendern zur Verfügung gestellt um ein authentisches Bild von damals zu gewährleisten.





Freitag, 27. Juli 2018

Ein langes Wochenende in Rom (Mai) Teil 2

Mit dem Kauf eines Colosseo Tickets ist in den meisten Fällen auch der Eintritt für das nebenan liegende Forum Romanum mit inbegriffen und so war dies am 2. Tag unsere erste Anlaufstelle. Ein Forum war im römischen Reich ein Platz, der das politische, wirtschaftliche, kulturelle und religiöse Zentrum des Ortes bildete. Das Forum Romano ist das älteste römische Forum und Mittelpunkt der oben genannten Gesellschaftsbereiche (Politik, Wirtschaft, Kultur, Religion). Umgeben ist das Forum von den drei Stadthügeln Kapitol, Palatin und Esquilin. Das Kapitol entwickelte sich mit der Zeit zu einem wichtigen Hügel auf dem viele der Kaiser residierten und dort immer größere Prachtbauten errichteten. Auch befand sich dort der wichtigste Tempel des antiken Roms, das Capitolium. Als das sakrale Zentrum Roms und damit des gesamten Römischen Reiches gewann das Kapitol auch an politischer Bedeutung. Das englische Wort capital für Hauptstadt spiegelt diese Bedeutung noch heute wieder.

Die schiere Größe der Ausgrabungsstätte Forum Romanum ist überwältigend und dabei sind sicherlich noch nicht alle ursprünglichen Gebäude und Anlagen freigelegt. Viele andere wurden im Laufe der Jahrhunderte entweder mutwillig oder durch den Einfluß des Wetters zerstört. Wer an römischer oder bautechnischer Geschichte interessiert ist, kann sich hier tagelang recht gut beschäftigen und sich der Historie jedes einzelnen Hauses, Tempels oder Platzes widmen.  Die meisten allerdings, und da schließen wir uns mit ein, überqueren das riesige Gelände und versuchen so viel wie möglich von seiner Imposanz und Gewaltigkeit aufzunehmen. Es bietet sich ein atemberaubender Ausblick auf die Ausgrabungsstätte, die einen beeindruckenden Einblick erlaubt in eine längst vergessene Epoche unserer Zeitgeschichte, die uns als Menschen der Neuzeit deutlich machen kann, wie winzig und unbedeutend wir doch eigentlich sind und wie fortschrittlich die Menschen bereits damals waren. Zumindest haben viele dieser Gebäude dem Lauf der Zeit besser Stand gehalten als manche Bauten der Neuzeit.

Für diesen Nachmittag hatte ich wieder skip-the-line tickets gebucht und zwar für den Petersdom im Vatikan. Eigentlich zahlt man als Besucher keinen Eintritt für den Petersdom, allerdings ist die Warteschlange oft so lang, daß sie sich einmal komplett um den Petersplatz schlängelt. Mit den Tickets waren wir innerhalb von 5 Minuten drin und bekamen außerdem noch einen audio guide mit interessanten Fakten und Geschichten. Wie bereits erwähnt, war dies mein dritter Besuch in Rom, allerdings hatte ich es bisher noch nicht weiter als bis auf den Petersplatz geschafft. Und wenn ich nun schon mal im Petersdom war (es muß wohl nicht erwähnt werden, daß es dort sehr voll war) wollte ich auch hoch hinaus. Und zwar in die Kuppel des Petersdoms. 
Für die Besteigung der Kuppel gibt es zwei Möglichkeiten und ja, es handelt sich um eine Besteigung. Es gibt zwar einen Fahrstuhl, der allerdings aufgrund der Enge nicht bis ganz nach oben fahren kann. So zahlt man entweder 8 Euro für den kompletten Aufstieg oder 10 Euro um die ersten paar Meter mit dem Aufzug zurückzulegen. Tritt man aus dem Fahrstuhl heraus, befindet man sich noch im inneren der Kuppel und kann direkt in den Dom und auf die Menschenmassen schauen. Danach heißt es nur noch, Stufen, Stufen und nochmal Stufen erklimmen. Es ist eng und je weiter man noch oben kommt, desto weniger Platz hat man im Kopfbereich, da sich eine Kuppel nach oben hin verengt. Da man leider nicht der einzige Besucher ist, quält sich eine lange Schlange an Besuchern die Kuppel hinauf, was es schwierig mit dem Anhalten macht. Für meine asthmastrapazierte Lunge, gepaart mit Platzangst eine super Kombination. Oben angekommen war ich dankbar für das frische Lüftchen, das meine naßgeschwitzten Klamotten trocknete und genoß die Aussicht für die sich die Quälerei definitiv gelohnt hatte.

Hier noch ein paar Zahlen: Insgesamt hat man 551 Stufen zu überwinden. Abschnitt 1 hat 231 Stufen und kann mit dem Aufzug genommen werden (kostet eben mehr). Man befindet sich bereits in 45 Meter Höhe auf der inneren Aussichtsplattform. Abschnitt 2 erfolgt nur mit eigener Muskelkraft; für diese 320 Stufen gibt es keinen Aufzug. Es geht hinauf zu 117 Metern! Hier gibt es einen interessanten Erfahrungsbericht und einige Bilder über die Enge in der Kuppel. 

Anschließend stand ich noch ca. 10 Minuten für die Toilette an - das geduldige Anstehen lernt man in Rom auf alle Fälle, denn hierfür gibt es keine skip the line tickets. Hinunter zur Engelsburg und über die Engelsbrücke ging es anschließend über den Tiber und in ein Restaurant wo es mal wieder Pizza gab.

Für den dritten Tag hatten wir keine Verpflichtungen in Form von vorgebuchten Tickets und so ließen wir uns einfach treiben und klapperten bei der Hitze einige der Sehenswürdigkeiten ab: die Spanische Treppe war bereits am Vormittag gut besucht und was die Leute dort eigentlich tun, entzieht sich meinem Verständnis, aber egal. Es scheint ein must-do zu sein, auf dieser Treppe zu sitzen und dusselig in seine Kamera zu schauen und so tut es eben auch jeder. Anschließend besuchten wir noch den Trevi Brunnen, von dem ich es das erste Mal schaffte, Bilder zu ergattern. Das lag aber nicht etwa daran, daß er von den Besuchermassen verschont geblieben wäre. Im Gegenteil. Aber ich drängelte mich einfach mal nach vorn und fand sogar einen Sitzplatz groß genug, um ein Familienfoto zu schießen. 

Das Pantheon, welches ich noch immer für eines der beeindruckendsten Bauwerke Roms halte und Piazza Navona waren die nächsten Stationen.  Das Pantheon galt lange Zeit als die größte Kuppel der Welt und ist eines der am besten erhaltenen Bauwerke der römischen Antike. Vielen Besuchern ist nicht bewußt, daß es sich um eine Kirche handelt und plappern munter drauf los, während im Inneren des Gebäudes Gottesdiente stattfinden. Ab und an gibt es mal ein offizielles „Schusch“ um die Besucher zur Ruhe zu ermahnen. Wie auch in allen anderen Gotteshäusern Roms achtet man darauf, keiner Dame freien Einlaß zu gewähren, die ihre Schultern entblößt. Warum man hingegen kurze Röcke und Hosen nicht anstößig findet, habe ich bis heute nicht verstanden.

Die Piazza Navona war früher ein Stadion für athlethische Wettkämpfe. Nach und nach kamen Häuser und Kirchen hinzu und oftmals wurden Fundamente und Mauern des Stadions mit verbaut, weshalb sich auch die Form des Stadions bis heute erhalten hat und sichtbar ist. Bekannt ist der Platz für seine herausragenden Brunnen, wobei der Vierströmebrunnen (Fontana die Quattro Fiumi) der bekannteste ist. Vier männliche Figuren symbolisieren die größten Ströme der damals bekannten vier Kontinente (erbaut 1649): Donau, Nil, Ganges und Rio de la Plata. Die zwei anderen Brunnen jeweils an den Enden des Platzes sind im Süden der Fontana del Moro und im Norden der Neptunbrunnen.

Bereits in der Vergangenheit war der Piazza Navona ein beliebter Platz für Märkte, Feste und Messen und das hat sich bis in die heutige Zeit erhalten. Der Markt wird stark von Touristen frequentiert und deshalb findet man hier unzählige Souvenirstände und vor allem Maler, die ihre Werke verkaufen, wobei ich in den meisten Fällen bezweifle, daß es sich hierbei um Eigenwerke handelt. Aufgrund der starken Ähnlichkeit vieler Gemälde gehe ich davon aus, daß es sich um Drucke handelt, die als Handarbeit verkauft werden. Schön sind sie trotzdem.

Anschließend machten wir noch einen Abstecher beim Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II, dem Nationaldenkmal für Viktor Emanuel II. Gewidmet ist es dem ersten König des neugegründeten Königreichs Italien und beherbergt u.a. auch ein Grabmal des unbekannten Soldaten und den Altar des Vaterlandes, Tag und Nacht bewacht von zwei Soldaten. Dort befindet sich auch eine ewige Flamme, die die Erinnerung an besondere Personen oder Ereignisse wachhalten soll.

Es war zwar noch Zeit für unzählige weitere Entdeckungstouren aber nach drei Tagen Dauerhitze und ständigem auf-den-Beinen-sein waren wir kaputt. Wir machten uns auf den Nachhauseweg zu unserer Ferienwohnung und genossen noch ein abschließendes Abendessen bevor es am nächsten Tag erst wieder mit dem Bus von Termini zum Flughafen ging und von Rom Ciampino zurück nach Nürnberg.



Ein langes Wochenende in Rom (Mai) Teil 1


Kennt Ihr das auch? Die To-Do Liste wird immer länger, die Anzahl der Verpflichtungen leider auch und obwohl man sich nicht der Tatenlosigkeit schuldig macht, läßt sich der Berg einfach nicht abarbeiten. Wenn nicht, beneide ich Euch und sollte mal bei Euch in die Zeitmanagement Lehre gehen. Falls ja, tja dann muß ich nicht viel mehr erzählen, Ihr kennt es selbst nur zur Genüge.

Nachdem ich Euch indirekt die Begründung dafür geliefert habe, warum in den letzten Wochen auf diesem Blog nicht viel passiert ist, möchte ich gleich einen Bericht nachschieben. Schließlich will ich mir nicht nachsagen lassen, daß es zwar zum Jammern, nicht aber zum Schreiben gereicht hat.

Denn an Ausflügen und Ereignissen hat es definitiv nicht gemangelt, Tommy und ich sind regelmäßig unterwegs und genießen die Wochenenden bei verschiedensten Aktivitäten. Das vorbildliche Sommerwetter hat auch allerlei Anlaß dazu gegeben. Eine kleine Zusammenfassung folgt vielleicht später noch. Heute aber soll es um unser verlängertes Wochenende Mitte Mai in Rom gehen, welches wir mit meiner Familie anläßlich eines runden Geburtstages meiner Mum dort verbracht haben, wobei ich die Erwähnung von Zahlen und damit einhergehenden Ärger mit der Jubilarin strikt vermeide.

Mit Ryanair flogen wir von Nürnberg aus nach Rom Ciampino. Wer die Preisgestaltung von Ryanair ein wenig kennt, weiß daß die günstigen Preise nicht vom Himmel fallen. In diesem Fall lag es an der Abflugzeit 06:50 Uhr. Mein Bruder wohnt in Nürnberg und so verbrachten wir alle die Nacht in seiner Wohnung, quälten uns nach nur ein paar Stunden Schlaf aus dem Bett, von der Couch oder der Luftmatratze und machten uns ohne Frühstück auf den Weg zur U-Bahn, die uns direkt zum Flughafen brachte. Ich hatte für uns alle Priority Boarding gebucht, damit wir unser 2. Gepäckstück auch sicher mit in den Flieger nehmen konnten und es nicht am Gate abgeben mußten. Der weiter angepriesene Vorteil, als erster in den Flieger steigen zu können, verpufft in der Bedeutungslosigkeit, wenn man als erster in den Aufenthaltsraum gelangt, sich dort aufgrund der noch langen Wartezeit einen Sitzplatz sucht um sich später hinter die später angekommenen Passagiere ohne Priority Boarding in die Schlange zu stellen. Totaler Käse, aber wie gesagt, zumindest hatten wir unser Gepäck beisammen und mußten es nicht später erst an der Gepäckausgabe abholen.

Der Flug selbst ähnelte einer Verkaufsveranstaltung und zwischendurch konnte ich mir ein Lachen nicht verkneifen. Ja okay, Getränke und kleine Snacks sind nicht im Preis inbegriffen, das ist vollkommen okay. Als dann aber in aller Hektik, der kurzen Flugzeit geschuldet, der Trolley mit den zollfreien Waren durch den engen Gang geschoben wurde und kurz vor der Landung auch noch Lose zur Unterstützung irgendeiner Ryanair unterstützen Charity verkauft wurden, empfand ich es nur noch als störend, kommt doch der Fluggast nicht wirklich zur Ruhe.

In Rom angekommen hatten wir noch Zeit bis der von mir gebuchte Shuttle zum Hauptbahnhof Termini abfuhr und so frühstückten wir erstmal genüßlich und fuhren anschließend im klapprigen Bus durch den zunehmend chaotischer werdenden Verkehr. Ich war bereits zweimal in Rom und fungierte daher als Reiseleitung. Bereits im Vorfeld hatte ich Tickets für zwei der zahlreichen Römer Sehenswürdigkeiten gebucht, um das lange Anstehen zu vermeiden (die sogenannten skip the line tickets). Für diesen Nachmittag hatte ich die Tickets für das Colloseum besorgt und so fuhren wir (mit einigen Stops und Umwegen) erstmal zur Unterkunft um unser Gepäck loszuwerden und anschließend zu einem der bekanntesten und auffälligsten Bauwerke der Menschheitsgeschichte.
Im Kolosseum (Colosseo) selbst war noch immer viel los aber nichts im Vergleich zu den Menschenmassen um die Mittagszeit. Wir ließen uns Zeit um das Prachtwerk auf uns wirken zu lassen und konnten dabei leider nur Blicke in die Katakomben und die oberen Stockwerke erhaschen, da sie nur mit einer geführten Tour besichtigt werden können. Das Kolosseum ist selbst heute noch das größte jemals gebaute Amphitheater und faßte damals bis zu 50.000 Zuschauer. Hier fanden Veranstaltungen zur Belustigung und Unterhaltung des Volkes statt aber auch grausame Hinrichtungen von Christen und Verurteilten. Laut Wikipedia gilt das Kolosseum seit dem Jahre 1999 auch als Monument gegen die Todesstrafe und wird seither immer dann für 48 Stunden in bunten Farben angestrahlt, wenn ein Todesurteil ausgesetzt oder die Todesstrafe in einem Land abgeschafft wird.

Mit dem Abendessen gestaltete es sich etwas schwieriger als sonst, schließlich ist es wesentlich einfacher, die Vorlieben von zwei Reisenden unter einen Hut zu bekommen als von fünf. So verbrachten wir jeden der 3 Abende recht ausführlich damit, ein ansprechendes Restaurant zu finden, bei dem man nicht gleich sein komplettes Budget ausgibt. Was man in Sachen Essen in Rom wissen sollte: Bier ist wahnsinnig teuer, eine Flasche unter 8 Euro ist selten und für ein großes Glas kann man schon mal 10 Euro aufwärts löhnen. Fleischgerichte können ebenfalls teuer zu Buche schlagen und werden, für den Deutschen, recht ungewöhnlich serviert: das Steak fristet oft ein recht einsames Leben auf dem Teller ohne die bekannten Beilagen und wenn es Glück hat, leistet ein Salatblatt Gesellschaft. Das typische Schnitzel sucht man meist vergeblich auf der Speisekarte. Wer Pizza nicht mag, hat es schwer in Italien. Dafür ist das Eis Weltklasse und bei der Hitze kann man sich ganz gut auch davon ernähren.

Mit Unterkünften habe ich bereits meine Erfahrungen in Rom gemacht und sie waren nicht unbedingt die besten. Schaut man im Internet nach Unterkünften, werden zahlreiche Bed&Breakfast und andere Typen aufgezählt. Was man dabei aber nicht erkennt: es handelt sich hier mehrheitlich um private Wohnungen, wo Mieter oder Vermieter (das ist nicht immer so leicht zu erkennen) einfach ein oder mehrere Zimmer ihrer Wohnung untervermieten um sich ein paar Euro dazu zu verdienen. Diese zu finden ist oft schon ein Abenteuer für sich. Steht man dann vor dem richtigen Haus hat man die Auswahl unter zahlreichen meist unbeschrifteten Klingelschildern. Das versprochene Frühstück entspricht so gar nicht unseren Vorstellungen von einem Frühstück, schließlich bekommt man (wenn man Glück hat) eine Tasse Kaffee, Tee oder einen Orangen Saft, dazu kleine süße Teilchen, Zwieback oder andere Gebäckstücke, alle fein säuberlich extra in Plaste verpackt, gekauft in einer günstigen Großverpackung. Bekömmlich ist anders.

Da ich unter fewo.de eine Ferienwohnung gebucht hatte, war bei uns vieles anders. Wir hatten eine riesige Wohnung für uns alleine mit zwei Zimmern mit jeweils einem Doppelbett und ein Einzelzimmer. Die Wohnung war für mehr Leute ausgeschrieben, man hätte bei Bedarf also noch Sofas ausgezogen oder andere Betten hinzugestellt. Ein riesiges Wohnzimmer, zwei Bäder und eine mit einigen Gerätschaften ausgestattete Küche gaben uns genügend Platz und erlaubten es uns auch, unser Frühstück ausgiebig zu genießen. Die Wohnung befindet sich in der Nähe der Metro Station Valle Aurelia, die sich wiederrum nur ein paar Stops entfernt in der Nähe des Vatikans befindet.  Das Shopping Centre nur ein paar hundert Meter entfernt lieferte alles, was man für ein Genießer Frühstück braucht. Eine Kaffeemaschine im herkömmlichen Sinn kennen die Italiener als Expresso Trinker nicht und somit nahm die Zubereitung des Kaffees für 4 Kaffeetrinker im Expresso Maker (den man auf den Herd stellt) jeden Morgen einige Zeit in Anspruch.

.....in Teil 2 gehts weiter

Montag, 18. Juni 2018

28.04.-01.05.2018 Campen in Zell am See


Unser zweiter Campingausflug des Jahres führte uns wieder ins tiefste Bayern vorbei an Inzell, wo wir erst vor ein paar Wochenenden zuvor genächtigt hatten. Diesmal sollte es aber noch ein wenig weiter zu unseren Nachbarn nach Österreich gehen und zwar nach Zell am See. Tommy kennt sich hier ein wenig aus und so hatte er einen Campingplatz auf der Schüttdorf Seite gebucht; dort war weniger los als auf den Plätzen näher am Geschehen und näher am Ort aber wir wollten ja sowieso unsere Ruhe und so genossen wir die behagliche Atmosphäre auf dem kleinen Campingplatz. 

Wir beglückten das Panorama Camp am Seeuferstr. 196, 5700 Zell am See mit unserer Anwesenheit und zahlten für drei Nächte insgesamt 70,50 Euro (23,50 Tagessatz enthält 12,20 für zwei Erwachsene, 2,10 für zweimal Ortstaxe und 9,20 für den Stellplatz). Die sanitären Anlagen waren anstandslos sauber und die Betreiberfamilie herzlich und jederzeit hilfsbereit und zu einem Schwätzchen bereit. 

Erst vor 3 Wochen waren wir ja in Inzell „gleich um die Ecke“ gewesen und hatten die Nacht noch gut gefroren, was sich diesmal glücklicherweise nicht wiederholte. Die Nächte waren wesentlich wärmer und für mich freilich vom Gefühl her noch immer kühl, aber für Tommy durchaus „oben ohne“ tauglich. Gerade abends hatten wir beim Kochen aufgrund des starken Windes allerdings so unsere Probleme weil der Kocher gern mal ausging. Aber zumindest blieb es trocken.

Für die zahlreichen Gipfelbesteigungen mittels Bergbahnen und Gondela waren wir leider ein paar Wochen (teilweise nur ein paar Tage) zu früh, da diese alle noch geschlossen waren. So erkundeten wir Zell am See und flanierten ausgiebig am Ufer entlang. Auch die Großglockner Hochalpenstraße sollte eigentlich erst ein paar Tage später eröffnen, dies wurde aber aufgrund des fantastischen Wetters zu unserem Glück vorgezogen. Und so standen wir in einer langen Auto- und Motorradschlange an der Mautstation in Fusch und begehrten Zufahrt. Die Aussicht war phänomenal, verschlechterte sich allerdings mit zunehmender Höhe aufgrund der umherirrenden Wolken. Umherirrend wirkten auch viele der Radfahrer, die lethargisch in die Pedale tretend den Berg zu erklimmen versuchten, was bei dem erhöhten Verkehrsaufkommen (erster Tag der Saison) absoluter Wahnsinn ist!

Einen Parkplatz an den Aussichtspunkten und Raststätten zu ergattern war nicht immer einfach, weil es viele Besucher trotz der hohen Besucherdichte nicht verstanden hatten, daß sie nicht alleine sind und man eben keine zwei Parkplätze belegen kann. Die Edelweißspitze (2.571m) war ein beliebter Ausflugsort da sie vom Parkplatz aus recht gut zu erreichen ist und wir fotografierten auf dem Weg nach oben wie die Weltmeister. Ziel des heutigen Tages war eigentlich der Großglockner gewesen (3.798m) aber kurz vor der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe war die Straße wegen noch immer akuter Lawinengefahr gesperrt. Umkehren wollten wir noch nicht, deswegen machten wir einen Abstecher nach Heiligenblut, wo die Hochalpenstraße endet. Dort überraschte uns dann allerdings doch der Regen weswegen wir nicht lange blieben.

Gerade mal eine Viertelstunde von Zell am See entfernt liegt Kaprun am Fuße des Kitzsteinhorns. Der Ort zieht die Besucher magisch an, egal zu welcher Jahreszeit und das liegt am hervorragenden Angebot an Freizeitaktivitäten für jung und alt. Ein Ausflug auf den Gletscher gehört auf alle Fälle auch dazu und wir hatten an unserem letzten Tag das Glück, daß man bis hoch auf den Gipfel konnte. Am Tag zuvor waren die Lifte wegen des starken Windes geschlossen gewesen. 

Ein recht bizarrer Anblick erwartet den sommerlich gekleideten Besucher auf dem Parkplatz, wenn er dort neben den Wintersportbegeisterten sein Auto parkt, die sich gerade in volle Montur schmeißen, sich die Skibrille aufsetzen und mit Skiern oder Snowboard bewaffnet in Richtung Gletscherbahn watscheln. Andere hingegen fahren im Minirock, kurzen Hosen und Flipflops hinauf und haben sich ganz offensichtlich keine Gedanken über die Witterungsbedingungen in 3000 Meter Höhe gemacht (Kitzsteinhorn 3.203m). Wir wählten das Mittelmaß und trugen zumindest festes Schuhwerk und hatten eine warme Jacke im Rucksack.

An der ersten Station angekommen muß man die Bahn wechseln und so stapften wir durch tiefen Schnee um das Transportmittel zu wechseln. Hier oben kamen wir uns als Fußgänger vollkommen fehl am Platz vor und waren eigentlich nur damit beschäftigt, den Wintersportlern nicht vor die Bretter zu laufen oder unter diese zu geraten. Die Aussicht war schon recht anschaulich, sollte aber noch viel atemberaubender werden. Nach einem weiteren Stop steigt man in die Gipfelbahn, die den Besucher zur Gipfelwelt 3000 bringt. Dort befinden sich ein Restaurant, ein Kino und die Nationalpark Gallery, die sich im Berg des Kitzsteinhorns befindet. Durch den Berg hindurch führt ein 360 Meter langer Stollen zu „Top of Salzburg“, der Panorama Plattform. Auf dem Weg durch den Stollen kann man sich informieren über den Nationalpark Hohe Tauern, gefundene Kristalle und Edelsteine, die Geographie der Region, das Thema Permafrost und die Gletscher im Nationalpark. 

Der Stollen führt bergab und zwar recht steil und das macht sich besonders auf dem Rückweg bemerkbar. Darüber denken aber die wenigsten nach, die mit ihren Skistiefeln den Gang nach unten (später nach oben) donnern um die Aussicht auf der höchsten Aussichtsplattform Salzburgs zu genießen. Die Fernsicht an diesem Tag war phänomenal da sich kaum Wolken am Himmel befanden. Erfahrungsgemäß knipsten wir wieder wie die Weltmeister und bereuten es, uns so wenig mit den Gipfeln und ihren Namen auszukennen. Den Großglockner konnten aber selbst wir Amateure recht gut erkennen. Den Stollen wieder hinauf zur Gipfelwelt hatte ich arg zu kämpfen, die dünne Luft und mein Asthma machten mir stark zu schaffen und ich war froh, diesen Weg in normalem Schuhwerk gehen zu können, nicht in überdimensionalen Skistiefeln, in denen man sowieso nicht gescheit laufen kann.

Wir hatten Hunger und hatten heute noch eine lange Heimfahrt zu überstehen, deswegen erkämpften wir uns einen Platz im überfüllten Gipfelrestaurant, schlugen uns den Bauch voll und fuhren anschließend den Berg wieder hinab um dann wieder mit den für die Mondlandung gekleideten Wintersportlern zurück zu unserem Auto zu laufen und die Heimreise anzutreten.

Samstag, 16. Juni 2018

6.-8. April 2018 – wir eröffnen die Campingsaison

In letzter Zeit wurden wir bereits mit einigen angenehm sonnigen Tagen beehrt und so wagen wir es, das erste Mal in diesem Jahr unser Dachzelt auf den Ford Kuka zu wuchten und uns Richtung Süden zu begeben. Tommy´s Arbeitskollege ist auch dabei, er allerdings etwas komfortabler im Caravan, der uns als Zuflucht am Abend und auch fürs Frühstück diente, da es ohne Sonne doch noch sehr frisch ist. Wie bereits erwähnt, waren die Tage angenehm warm, die Nächte aber noch arg kalt und im Zelt nur mit eng aneinander kuscheln zu ertragen.

Wir nächtigen in Inzell auf dem Campingplatz „Camping Lindlbauer“, Kreuzfelderstr. 44 (www.camping.inzell.de) und zahlen für zwei Personen, Ortstaxe und Umweltgebühr für beide Nächte zusammen 56,40 Euro. Der Campingplatz ist noch sehr neu (und wird anscheinend vergrößert, der freien Fläche nebenan nach zu urteilen). Das Haus mit Spülraum, sanitären Anlagen und anderen wichtigen zusätzlichen Dienstleistungen ist picobello sauber und tadellos; sollte das ewige Duschen mal nerven, kann man sogar eine Badewanne mieten und nutzen.  

Zum faul im Liegestuhl rumsitzen sind wir nicht gekommen und so fahren wir eine knappe Dreiviertelstunde nach Berchtesgarden auf den Obersalzberg um uns das Dokumentationszentrum anzuschauen, welches nicht nur den Nationalsozialismus in Deutschland dokumentiert, sondern auch die Entwicklung des Obersalzbergs zum exklusiven Aufenthaltsort der Topriege der Nazis um Adolf Hitler. Anfänglich wie ein Popstar verehrt, genoß Hitler das Bad in der Menge, wo man sich nach einem Händeschütteln schon mal tagelang ehrfürchtig nicht die Hände wusch oder sogar die Steine aufsammelte, auf denen Hitler geschritten war. Spätestens als die Enteignungen begannen und Menschen „höflich gebeten“ wurden, ihre Häuser auf dem Obersalzberg zu räumen, schlug die anfängliche Euphorie langsam um, allerdings auch nicht bei allen. Der Bunker wird momentan saniert oder erweitert, deswegen konnten wir diesen leider nicht besichtigen.

Anschließend besuchten wir den Königsee und bemerkten recht schnell, daß wir nicht die einzigen mit dieser Idee waren. Wir entschieden uns gegen eine Bootsfahrt nach St. Bartholomä und schlenderten lieber ein wenig durch den Ort und warfen dabei den ein oder anderen Blick in die zahlreichen Souvenirläden – schon ulkig, was die Leute so kaufen! Und da sind die überdimensional großen Unterhosen mit Eingriff und frechem Spruch noch halbwegs normal. Im Sommer wird der Königsee überrannt und man steht allein für Bootstickets mehrere Stunden an. Schön ist die Gegend und wohl auch sehr beliebt bei Wanderern aber das sollte man lieber außerhalb der Hauptsaison tun, wo Busladungen an Touristen ausgespuckt werden.

Ein weiteres Highlight war das Abfahren der Rossfeld Panoramastraße, auf dessen Höhe sogar noch Skifahrer unterwegs waren. Wir ließen es uns nicht nehmen, kurzärmelig Fotos neben meterhohen Schneehaufen für die Daheimgebliebenen zu schießen. Generell war das Aufgebot an Sonnenanbetern hier oben sehr hoch, fanden wir doch einige in Liege- oder Campingstühlen entlang der Straße, die die ersten kräftigen Sonnenstrahlen des Jahres in sich aufnahmen. 

Die Panoramastraße ist, wie alle dieser Art, sehr beliebt bei Motorradfahrern und so vergeht kaum eine Minute, wo man nicht auf eine Kolonne von ihnen trifft. Und ja, auch hier gab es den ein oder anderen verrückten Fahrradfahrer, der sich die enge und kurve Straße hinauf quälen mußte. Wers braucht.

Wie es Wochenenden so an sich haben, war dieses leider auch viel zu schnell vorüber und so begaben wir uns am Sonntag schon wieder auf den Heimweg, allerdings mit einem kleinen Umweg über den Chiemsee. Für einen kleinen Spaziergang und einen Eisbecher mußte die Zeit einfach noch reichen. Diese Gegend ist wunderschön und wir waren uns einig, wieder herzukommen.

Freitag, 11. Mai 2018

Die Unterkünfte in Neuseeland - Die Südinsel Teil 2

YHA Purple Cow 94 Brownston Street, Wanaka 102 NZD für Doppelzimmer

Die Jugendherberge in Wanaka ist ein typisches Hostel; ein dicht beschriebenes Schwarzes Brett mit Angeboten und Fahrgesuchen, unzähligen Tourangeboten und Flyern, eine große recht gut ausgestattete aber chaotische Küche in der man gerade am Abend Geduld benötigt und eine lounge in der immer gegessen, gelesen oder Billard gespielt wird. Hat man fürs Abendessen etwas Ausgefallenes geplant, sollte man dies entweder recht früh oder später am Abend zubereiten denn zu den Stoßzeiten ist die Küche voller Leute, die alle suchend herumirren um benötigtes equipment für ihr Abendmahl einzusammeln.

Das Internet funktionierte nur eingeschränkt und davon meistens gar nicht was recht ärgerlich ist, wenn man für seinen Trip recherchieren oder die nächste Nacht vorbuchen möchte. Fairerweise muß ich dazu sagen, daß wir beim einchecken darauf aufmerksam gemacht wurden, daß es mit dem Internet Probleme gibt.

Wir waren nicht im Hauptgebäude untergebracht, sondern in einer der im hinteren Bereich gelegenen Cabins. Soweit ich mich an meine früheren Aufenthalte hier erinnere, sind hier verschiedene Zimmertypen vorzufinden, also nicht nur Doppel- und Zweibett- sondern auch Mehrbettzimmer. Die Cabins haben alle ihre eigenen Bäder und einen kleinen Küchenbereich, in dem man zumindest Kaffee/Tee kochen kann. Essen kochen muß man dann allerdings in der Küche im Hauptgebäude.

Wer glaubt, daß dieses Hostel im Sommer voll ist, hat es noch nicht im Winter gesehen, wenn Wanaka von Wintersportlern und hier besonders Snowboardern und Skiern überrannt wird. Dann nisten sich die Schneejunkies teilweise monatelang in den Hostels ein, um die Saison auf dem Berg komplett ausnutzen zu können (finanziert wird das ganze meist durch Arbeit in den zahlreichen Bars und Restaurants).

In unserer Cabin wohnte nebenan ein einzelner Herr, den wir nur ein- oder zweimal zu Gesicht bekamen. Wir hatten unsere Ruhe und viel Platz und fühlten uns rundum wohl. 
 
Unsere Schulnote für das YHA Wanaka 1,5


BBH Penguin Paradise 612 Niagara-Waikawa Road, 9884 Niagara, 68 NZD für Doppelzimmer

Mit dem Finden des Hostels hatten wir unsere Schwierigkeiten, denn wir vermuteten es aufgrund der Adresse in Niagara. Der Ort ist nicht sehr groß und nach zweimaligem Durchqueren war klar, daß es hier kein Penguin Paradise gibt. Zurück in Waikawa wurden wir dann fündig. Der check in ist sehr unkompliziert, hier läuft noch alles auf die gute alte Art und ohne elektronische Hilfsmittel. Auf einer Tafel waren die Zimmernummern und der jeweilige Name sowie der zu zahlende Betrag vermerkt. Kann man nicht bar zahlen, muß man den Eigentümer des Hostels anrufen und seine Kreditkartendaten durchgeben, weil es keine eftpos Maschine im Haus gibt. Das Mädel, das uns eincheckte und das Haus zeigte, war auch erst seit 1 oder 2 Tagen im Haus und lernte auch gerade erst, wie alles läuft. Learning by doing, absolut normal in Neuseeland. Der Eigentümer hat eine Surfschule in Curio Bay und überläßt das Haus immer einem Backpacker, der sich um alle Angelegenheiten kümmert.

Die Küche war recht mager ausgestattet; suchen war auch hier angesagt, aber leider fand man nicht viel. Es war auch nur ein Herd vorhanden so daß man selbst bei wenigen Gästen bereits in einen Stau gerät. Internet war zwar als verfügbar am Schwarzen Brett angekündigt, funktionierte allerdings nicht. Einige Gäste hatten wohl am nahegelegenen Museum Erfolg mit dem Finden einer Verbindung, aber die muß wohl sehr schlecht gewesen sein. Alles kein Problem, man kann auch ohne Internet leben, aber dann kann man auch dazu stehen und muß es nicht als vorhanden vermarkten.

Die sanitären Anlagen waren okay und für die paar Gäste ausreichend, ich könnte mir allerdings vorstellen, daß es bei Vollbelegung einige Engpässe geben könnte.
Die Zimmer sind alle um den Küchen- und Wohnbereich angeordnet und so könnte man mit dem Einschlafen Schwierigkeiten haben, wenn größere Gruppen unterwegs sind (die sitzen dann auch gern abends mal länger zusammen). Wir hatten aber Glück, die Leute verzogen sich recht schnell ins Bett.

Unsere Schulnote für das BBH Penguin Paradise: 3,5

Portobello Village Tourist Park 27 Hereweka Street Portobello Dunedin 9014; 250 NZD für Cabin für 2 Nächte

Wir erreichten den Wohnwagen Park zur besten Nachmittagszeit und so mußten wir ein wenig am Check in warten, aber das Prozedere ging schnell über die Bühne. Jeder Gast erhält eine kleine Flasche Milch und einen Internetcode für jeweils 24 Stunden pro Nacht (wir bekamen also jeweils 48 Stunden). Die meisten Gäste stehen dort entweder mit ihrem Wohnwagen oder schlafen im Zelt, es sind allerdings auch einige Cabins vorhanden, die alle eine kleine Veranda und einen kleinen Vorplatz fürs parkende Auto besitzen. Die Cabin ist gut isoliert und sehr neu mit einem Doppelbett, Küchenbereich und einem Bad sowie einem kleinen Tisch ausgestattet. Absolut ausreichend und unser Reich für zwei Nächte.Toaster, Kaffeebereiter und Wasserkocher sind vorhanden, fürs Frühstück ist also definitiv gesorgt, fürs Kochen eines Abendessens ist die Küche allerdings zu spartanisch ausgestattet. Eine Mikrowelle ist ebenfalls vorhanden.

Portobello ist eine kleine Ortschaft auf der Otago Peninsula und alles ist recht fußläufig. Man gelangt in wenigen Minuten zum Café, zum kleinen Supermarkt und zum Fast Food Restaurant, der frischen Fisch verkauft. Alles weitere muß man mit dem Auto erledigen. Wir haben allerdings auch Bushaltestellen gesehen, es gibt also Verbindungen nach Dunedin und sicherlich auch in die anderen Buchten der Halbinsel.

Unsere Schulnote für den Portobello Village Park: 1,5

Bon Accord Backpackers 57 Rue Lavaud, 7542 Akaroa, 75 NZD für Cabin

Unsere letzte Nacht verbrachten wir im Bon Accord in Akaroa. Hier hat sich seit meinem letzten Aufenthalt einiges verändert. Damals gab es im Außenbereich eine einzige freistehende Cabin, die ich allein bewohnte. Heute hat man daraus ein Mehrbettzimmer gemacht und in der Nachbarschaft haben sich noch weitere Cabins angesiedelt, meist Doppelzimmer, aber auch ein Zweibettzimmer habe ich erblicken können. Diese sind recht klein und bieten nur Platz für das Bett und einen kleinen Tisch. Die Cabins teilen sich eine Außendusche und ein Außenklo in einem gut verarbeiteten Bretterverschlag. Im Sommer und bei gutem Wetter ist das sicherlich eine gute Sache und kein Problem aber auch der Sommer ist in Neuseeland nicht immer warm und trocken. Unter diesen Umständen könnte das Geschäft schon etwas ungemütlich werden. Ob die Cabins im Winter überhaupt vermietet werden, kann ich nicht sagen.

Die Küche ist schon ohne die Cabins recht klein und man steht sich nur im Weg herum, es gibt nur einen Herd und Sitzmöglichkeiten hat es auch nicht viele. Mit den Leuten aus den Außenbereichen hat die Küche definitiv ihr Limit erreicht. Man geht wohl davon aus, daß die meisten Gäste die zahlreichen Restaurants und Kneipen fürs Abendessen nutzt, was für Backpacker allerdings eher untypisch ist.

Beim Einchecken akzeptierte man keine Kartenzahlung und so mußten wir erst Bargeld holen. Außerdem erfuhren wir erst am Abend, daß wir fürs Internet einen Code hätten bekommen müssen und da war die Rezeption schon geschlossen. Blöd, wenn es sich um den letzten Abend handelt und man für seinen Rückflug einchecken muß. Eine nette Backpackerin überließ uns ihren Code, weil er bei ihr nicht funktionierte, bei uns glücklicherweise aber doch.

Unsere Schulnote für das Bon Accord: 3


Donnerstag, 10. Mai 2018

Die Unterkünfte in Neuseeland - Die Südinsel Teil 1


Happy Apple Backpackers, 500 High Street, Motueka, 7120, NZD 68 für ein Doppelzimmer

Vom Happy Apple Backpackers haben wir eigentlich nicht viel mitbekommen, weil wir erst kurz nach 23 Uhr eintrafen. Die Rezeption hat so lange natürlich nicht mehr geöffnet und ich hatte glücklicherweise vorher von der Fähre aus angerufen, die Bezahlung geklärt und arrangiert, daß wir Zutritt zum hostel bekommen würden. Ich hatte zwar in meiner Buchung über booking.com unsere Ankunftszeit angegeben, aber das wurde wohl entweder nicht ans hostel weitergeleitet oder es fühlte sich keiner verantwortlich, uns zu kontaktieren. Das Zweibettzimmer war sehr spartanisch mit zwei Betten und einer kleinen Ablagefläche unterm Fenster ausgestattet sowie einigen Kleiderhaken und einem Handtuchhalter. Sonst nichts. Das Bad ist okay, nicht das sauberste aber auch nicht wirklich verdreckt, das ist eben immer abhängig von den Bewohnern. Das Warmwasser in der Dusche läuft über eine Zeitschaltuhr ist aber ausreichend selbst fürs Haarewaschen. Die Küche ist normal ausgestattet und je nach Benutzungsgrad chaotisch oder aufgeräumt. Die zahlreichen Sitzgelegenheiten im Wohnbereich und im überdachten Außenbereich sollen eigentlich zum Verweilen und Relaxen einladen aber leider fliegen dort so unendlich viele Fliegen umher, daß man nicht mal ungestört sein Frühstück zu sich nehmen kann. Außerdem wischt niemand mal über die Tische und die Sitzpolster sind schon so abgewohnt und abgenutzt, daß man auf einigen nicht wirklich sitzen möchte. Ein bißchen mehr Aufmerksamkeit vom Eigentümer, eine kleine Entrümpelungsaktion oder neue Kissen könnten dem abgewohnten Eindruck Paroli bieten. Hier handelt es sich um ein sogenanntes Working Hostel, das heißt daß viele der Bewohner für längere Zeit hier wohnen und arbeiten und das merkt man der Atmosphäre auch an. Die meisten Bewohner kennen sich und als Durchreisender fühlt man sich irgendwie extrem außenstehend. Den einen mag das stören, den anderen wieder nicht.

Unsere Schulnote für das Happy Apple Backpackers: 4


Tripinn Hostel Backpackers YHA 72 Queen Street, 7825 Westport, 85 NDZ für einen Caravan
Dieses Hostel war aufgrund des „Stray“ Busses gut gefüllt mit jungen kommunikationsfreudigen Backpackern, die gut und gerne den ganzen Tag ununterbrochen reden können. Wie gut, daß wir im etwas abseits gelegenen Caravan untergekommen sind, der definitiv eines unserer Urlaubshighlights darstellen sollte. Klein aber gemütlich und aufgrund der Farbe (pink!) und der Deko vor der Tür (Pelikan in pink!) mehr als ein Hingucker Wert. Ich glaube die meisten haben gar nicht begriffen, daß da auch jemand drin schläft und so nimmt keiner wirklich Rücksicht, wenn er sich draußen schwatzend auf den Picknickbänken bis spät in die Nacht rumdrückt, aber was anderes sind wir von den Teeniehorden gar nicht mehr gewohnt.
In der Küche ist es aufgrund der vielen Leute recht chaotisch und man sucht lange alle benötigten Küchenutensilien zusammen, um endlich sein Abendmahl zubereiten zu können. Die Kühlschränke (mehrere an der Zahl) sind alle vollgestopft aber auch das kennen wir von anderen hostels. Irgendwie findet sich immer noch ein bißchen Platz für die eigene Fresstasche, man muß nur lange genug stopfen und schieben. Die überaus nette Hostelmitarbeiterin läuft abends durchs Haus und versucht ein wenig Ordnung zu schaffen, wischt durch die Küche, beseitigt Müll (vorallem Bier- und Weinflaschen) und gibt sich wirklich Mühe, dem Jungvolk hinterher zu putzen. Ihr kleiner Hund Polly folgt ihr dabei auf Schritt und Tritt und möchte auch später gar nicht so gern ins Bett und sich lieber noch ein wenig von den Gästen streicheln lassen. Hinreisend süß ist sie, diese Polly. Sie hat sich bereits beim Check in mit Tommy angefreundet und sich streicheln und fotografieren lassen. Dies tut sie am liebsten auf der Filmrequisite von „Legends of the seeker“ – angeblich der Originalthron aus der Serie. Dort fühlt sie sich gut aufgehoben und überblickt das Geschehen.

Der Sanitärtrakt befindet sich außerhalb vom Hauptgebäude und wir vermuten, daß er für das gesamte Haus zuständig ist. Gereicht hat es irgendwie, auch weil wir früh aufgestanden sind. Ansonsten könnte es eng werden, vorallem wenn sich eine ganze Busladung an Hotelgästen zur Abreise fertig macht.

Der einzige Minuspunkt bei unserer Bewertung ist die chaotische Küche, aber wir haben uns trotzdem rundum wohl gefühlt und würden definitiv wieder kommen, allerdings nur in den Caravan!

Unsere Schulnote für das Tripinn Hostel: 1,5


Sunrise Lodge, 74 Beach Road, Kaikoura, 85 NZD für Zweibettzimmer

Die Sunrise Lodge in Kaikoura steht unscheinbar am Straßenrand der Beach Road, wo sich die Mehrzahl der Unterkünfte in Kaikoura befindet. Man läuft ein paar Minuten ins Stadtzentrum und Einkaufsmöglichkeiten befinden sich nur ein paar Hundert Meter entfernt. Zum Strand geht es über einen Hinterausgang in wenigen Minuten, wenn man mal kurz ein Auge zudrückt und über die Bahnschienen läuft; was aus bekannten Gründen nicht gerne gesehen wird.

Die Unterkunft ist sauber und sehr ansprechend, der Vermieter (ein Australier) sehr nett und redefreudig und sein Hund Spooky trotz des fehlenden Beines sehr flott unterwegs und jederzeit bereit, gestreichelt zu werden. Kaikoura war aufgrund des Unwetters ein paar Tage zuvor ein paar Tage eingeschlossen gewesen und deswegen sind Unterkünfte knapp, weshalb wir nur ein Zweibettzimmer ergattern konnten. Die sanitären Anlagen sind makellos sauber und wenn man Fenster und Türen geschlossen hält (vorallem abends), hat man auch keine Grillen im Haus.

Das Gebäude hat viele versteckte Zimmer und noch einen Anbau im hinteren Bereich, der etwas abgewohnter wirkt, aber man bekommt trotzdem nicht sehr viele Bewohner zu sehen. Entweder sitzen sie alle auf ihren Zimmern oder trinken noch ein Bierchen im lokalen Pub.

Eine sehr angenehme Unterkunft, die alles bietet, was man braucht. Sie ist kleiner als viele der anderen großen hostels in Kaikoura, weshalb wir netterweise unsere Ruhe hatten, die wir sehr genossen.

Unsere Schulnote für die Sunrise Lodge: 1


Sandy Feet Accommodation  148 Palmers road New Brighton, 8063 Christchurch, 85 NZD für Doppelzimmer

Dies ist eine Unterkunft in einem Privathaus. Der Eigentümer ist in die ausgebaute Garage gezogen und hat sein Haus in mehrere Wohneinheiten unterteilt. Soweit wir das überblicken konnten, gibt es 4 oder 5 Zimmer und zwei Bäder, deren Nutzung auf die jeweiligen Zimmer aufgeteilt ist. Unser Zimmer war liebevoll eingerichtet und dekoriert und wenn nötig, hätte man kleine Not-Sanitär-Pakete erwerben können (Taschentücher, Tampons, Kondom etc). Auch in der Küche sind Tassen und Tee/Kaffee großzügig zur Selbstbedienung ausgelegt. Blöd nur, daß die Küche extrem klein ist und eigentlich nur eine ausgebaute Waschküche ist, sprich hier stehen eigentlich Waschmaschine und Trockner und auf der anderen Seite eben die Spüle und eine Küchenzeile. Mehr als 2 Personen können sich hier drin nicht wirklich aufhalten, deswegen ist es ratsam, in Schichten zu kochen oder gleich auswärts zu essen.
Wenn man dann sieht, daß die große Küche als privat markiert und somit nur vom  Eigentümer genutzt werden kann, könnte man sich eventuell ein wenig veräppelt vorkommen, aber irgendwie kann ich es auch verstehen. Die wenigsten Reisenden kochen wirklich aufwendig und brauchen daher nicht so viel Platz. Er hingegen wohnt hier. Er war übrigens sehr nett und aufmerksam und jederzeit für ein Schwätzchen verfügbar.

Ein Ort zum Wohlfühlen und außerhalb des Christchurcher Stadtzentrums, deswegen zwar abgelegen aber auch ruhig gelegen.

Unsere Schulnote für Sandy Feet: 1,5


Lake Hawea Hostel 1 Capell Ave, 9345 Wanaka, 66 NZD für 2 Betten im 4er Schlafsaal

Leider die einzige Unterkunft, die wir in Hawea finden konnten. Als wir ankamen, begann es heftig zu regnen und regnete die ganze Nacht durch. Einige Camper des anliegenden Campingplatzes nahmen dies zum Anlaß, ihr Abendessen in der sowieso schon viel zu kleinen Hostelküche zu kochen und somit war die Küche/ der Aufenthaltsraum (ein gemeinsamer Raum) vollkommen überlaufen, trotz Anweisungen des Hostelpersonals, daß doch bitte die Campingplatznutzer das Gebäude verlassen möchten. Die Räume waren sehr spartanisch ausgestattet, zwei Doppelstockbetten und eine Anrichte, die wohl nur als Steighilfe genutzt wird, um in die obere Etage des Doppelstockbettes zu gelangen. Auf der anderen Seite hatte das Bett eine Leiter. Es wurden Handtücher bereitgestellt, was für diese Art von Unterkunft (Schlafsaal) eher untypisch ist. Das hätte man sich aber schenken können, denn in diesen Duschen möchte man nicht duschen gehen! Auch die Klos wollte man nicht unbedingt nutzen, hatte aber keine andere Wahl. Der Sanitärtrakt muß dringend generalüberholt werden, sowas kann man Gästen nicht zumuten!

Wir hielten uns nicht sehr lange hier auf, nach dem Aufwachen ging es für uns ohne Frühstück weiter, welches wir später irgendwo in der Natur zu uns nehmen wollten. Hauptsache weg hier.

Unsere Schulnote für das Hawea Hostel: 5,5


Arrowtown Holiday Park, 12 Centennial Avenue, 9302 Arrowtown, 90 NZD für 2 Betten im 4er Schlafsaal (alleine genutzt)

Von Schlafsälen hatten wir eigentlich erstmal genug aber leider gab es auch in Arrowtown nichts anderes mehr. Wir hatten aber Glück daß wir alleine blieben und so hatten wir wenigstens genug Privatsphäre. Was wir leider bei der Buchung übersehen hatten (stand in der Buchungsbestätigung ziemlich weit unten), für Bettwäsche mußte man extra zahlen (10 NZD pro Paket). Auch das Internet kostete hier Geld, was eigentlich heutzutage standardmäßig überall umsonst ist.

Wir hatten einen großen Küchentrakt fast für uns alleine, beschlagnahmten die Parkbank vor unserem Gebäude und verbrachten einen sehr schönen Abend in Arrowtown. Der Sanitätstrakt war komplett neu und jeweils ein großer Container für Männlich und Weiblein nur 10 Schritte entfernt und absolut sauber.
Das Personal war sehr hilfsbereit und half bei Fragen rund um Arrowtown und Queenstown. Beim Holiday Park handelt es sich um einen recht großen Park, der hauptsächlich von Wohnwagen und vielleicht vereinzelt von ein paar Zeltlern benutzt wird. Die Lage ist ein paar Hundert Meter vom Ortskern entfernt, Einkaufsmöglichkeiten (Supermarkt) sind allerdings besser mit dem Auto zu erreichen.
Wem Queenstown zu hektisch ist, dem kann ich Arrowtown nur empfehlen. Ein kleiner beschaulicher Ort nur ein paar Kilometer entfernt von der Metropole Queenstown und doch hat man hier seine Ruhe. Das partyfeiernde Volk steigt hier nicht ab und so kann man sich seiner Nachtruhe sicher sein.

Unsere Schulnote für den Holiday Park: 3

to be continued.....