Samstag, 22. Juni 2019

Urlaub in Irland 28.04.-12.05.2019: Teil 2 Nordirland (der 2. Streich)

Du liest gerade den zweiten Teil unseres langen Nordirland Berichtes. Den ersten Teil gibt es hier 

3. Ballintoy Harbour
Ballintoy ist ein kleines Hafenstädtchen nur ein paar Kilometer von Carrick – A – Rede entfernt und hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert. Dort leben nicht mal 200 Leute und deren Idylle wurde mit den Dreharbeiten zu Game of Thrones mächtig gestört. Ganz zu schweigen von den Touristen und Touren, die rund um die Serie angeboten werden. Das ganze business nimmt in der Tat groteske Formen an. Gerade als wir unseren Renault im Hafen parkten, kehrte eine Bustour von ihrer Erkundung des felsigen Strandes zu ihrem Bus zurück. Sie trugen ausgediente (vielleicht auch nachgemachte) Kostüme aus der Serie, Rüstung und Waffen und posierten damit am Strand für Fotos. Wer die Serie genau kennt, kann ziemlich schnell erkennen, daß viele der dort gezeigten Kostüme und Rüstungen thematisch gar nicht zur location passen, weil diese Kriegsparteien sich in der Serie niemals dort aufhalten, aber egal. Was tut man nicht alles für coole Selfies?! Die Hintergründe zu den Dreharbeiten und Anekdoten der Tourguides (die oft als Extras am Set mitgearbeitet haben) hätten Katja sogar interessiert, aber der ganze andere Kram wäre ihr einfach zu blöd.
4. Dark Hedges
Diese Straße befindet sich so ungefähr in der Mitte zwischen Ballycastle und Ballymoney und niemand würde sich für diese Straße interessieren, wenn sie nicht als Kulisse in Game of Thrones erschienen wäre. Ganz ehrlich, Katja kann sich noch nicht mal an diese Szene erinnern und hat jede Staffel schon ein paar Mal gesehen. Aber gut, andere können sich erinnern oder es reicht ihnen, daß eine Verbindung zu Game of Thrones besteht und so halten dort täglich mehrere Busse mit Leuten, die diese Straße ablaufen und fotografieren. Inzwischen sind auch überall auf social media mit photoshop aufgepimpte Bilder veröffentlicht worden und die meisten Touristen glauben noch immer, mal schnell mit ihrem Smartphone ein ähnlich superschönes Bild knipsen zu können. Die Straße wird umsäumt von wunderbar gewachsenen verknorrten alten Bäumen aber wir konnten die Schönheit gar nicht richtig genießen, weil uns die Dreistigkeit vieler Leute einfach immer wieder staunen läßt. Hier
ein paar Beispiele:
a) Schild: Bitte nicht an der Straße parken aus Sicherheitsgründen und aus Rücksicht auf die alten Bäume; man sollte meinen, daß man sich an sowas hält, schließlich ist man doch gerade wegen der alten Bäume hier, aber Fehlanzeige. Parkende Autos links und rechts und als Fußgänger muß man aufpassen, nicht über den Haufen gefahren zu werden. Ein paar hundert Meter weiter gibt es übrigens einen großen Parkplatz für den man gerade mal erschwingliche 2 Pfund bezahlt.
b) Schild: „closed for traffic“ also kein Verkehr, trotzdem fahren eine Menge Herrschaften durch (natürlich hin und zurück) weil entweder ist man zu faul zum laufen oder man braucht ja unbedingt auch noch ein Video davon, wie man die Dark Hedges abgefahren ist.
c) Rücksicht? Fremdwort. Wie schon erwähnt, kennt jeder die Bilder in den sozialen Netzwerken und da ist halt immer kein Fußgänger zu sehen. Wie geht das? Entweder wurden sie mit Photoshop entfernt oder der Fotograf war zu unmenschlichen Zeiten da oder hat eben die Busladung abgewartet bis er wieder ungestört fotografieren konnte. Viele Menschen sind ihrer Ansicht nach alleine auf dieser Welt und bemerken es nicht einmal, wenn man mit gezückter Kamera im Anschlag nur darauf wartet, daß jemand endlich aus dem Bild läuft. Wenn man da so steht, meist schon eine ganze Weile, und die letzte Person fast aus dem Bild gelaufen ist, nur damit der nächste Trottel einfach wieder hineinlaufen kann, dann entweichen einer sonst freundlich gesinnten Person schonmal unfreundliche Worte. Und wenn diese unverfrorenen Personen nach 5 Minuten Selfies und sinnlosem Posen immer noch nicht gemerkt haben, daß sie sich eigentlich vorgedrängelt haben, werden daraus auch mal Todesflüche. Wie soll man sich da auch beherrschen?

Weitere fotogene Sehenswürdigkeiten sind zum einen Dunluce Castle auf dem Weg nach Portrush, der Mussenden Tempel wenn man Portrush hinter sich läßt (als wir dort waren, fand gerade eine Hochzeit statt und der Tempel war geschlossen) und die Küste mit ihren kleinen teils verträumten Ortschaften. Das tolle Wetter trug zu einem entspannten Fahren und heiterem Wohlbefinden bei.
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Und hier noch unsere Unterkünfte in Nordirland, gezahlt meistens in Pfund Sterling, für Euch aber in Euro umgerechnet.
Fair Haven Bed & Breakfast, 16 Moneydarragh Road, Annalong, BT34 4TY, Großbritannien, 84 Euro für ein ensuite Doppelzimmer inkl. Frühstück
Etwas versteckt zu finden, denn unser Navi im Auto schickte uns ganz woanders hin, aber mit google maps gings dann doch recht unkompliziert. Die Eigentümerin ist eine sehr nette ältere Dame und kümmerte sich vorzüglich um uns (wir waren die einzigen Gäste). Sie akzeptiert glücklicherweise auch Euro in bar, was sehr viele B&B Besitzer in Nordirland tun (Wechselgeld wird dann in Pfund herausgegeben). Bei nur einem (zu dieser Zeit defekten) Geldautomaten im Ort eine super Hilfe. Die Unterkunft ist sauber und liebevoll eingerichtet, es gibt standardmäßig Tee und Kaffee im Zimmer (sogar mit frischer Milch) sowie ein paar Cookies und sogar noch zwei kleine Törtchen (damit kann man uns immer bestechen!). Sie erzählte uns, daß viele der Gäste, die ein Zimmer bei ihr buchen letztenendes gar nicht erscheinen, was natürlich nicht in Ordnung ist. Auch dies scheint sehr vielen Unterkunftsanbietern zu passieren, denn eigentlich haben sie alle nochmal per email nachgefragt, ob und wann man einzutreffen gedenkt.
Was das Frühstück anbelangt, läuft es bei privaten Anbietern immer nach folgendem Schema ab: Gleich beim Check-in oder bis zum Abend wird man über seine Vorlieben befragt und teilt meistens in schriftlicher Form mit, welche Art von Frühstück zu welcher Uhrzeit erwünscht ist. Zur Wahl stehen dabei immer das Continental Frühstück (Müsli, Marmelade, Brot) und das Irische Frühstück (gekocht, manchmal in verschiedenen Varianten mit verschiedenen Zutaten). Somit können sich die Gastgeber auf die benötigten Mengen einstellen und man erhält sein Frühstück ohne zeitliche Verzögerungen.
Wir fühlten uns in der Unterkunft sehr wohl und würden definitiv wiederkommen. Morgens sind wir kaum weggekommen, weil wir Fotos, Familiengeschichten und andere kleine Dramen zu bestaunen hatten.
Unsere Schulnote für das Fair Haven B&B in Annalong: 1,5
Camera Guesthouse, 44 Wellington Park, Belfast, BT9 6DP, Großbritannien, 72 Euro für ein ensuite Doppelzimmer inkl. Frühstück
Die Lage dieses B&B ist gut, nicht ganz zentral, aber man ist innerhalb von 15 Minuten ins Stadtzentrum von Belfast gelaufen. Oder man nimmt den Bus, Haltestellen gibt es in der Nähe. Der versprochene Parkplatz direkt vorm Haus hat leider nicht geklappt, da die ganze Straße aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum zugeparkt wird, um dann ins Zentrum zu laufen. Das Zimmer ist recht klein und nur sehr sporadisch eingerichtet, allerdings ist alles neu, vorallem die Badezimmer. Leider fehlt das Flair, keine Deko Objekte oder liebevolle Einrichtung, alles wirkt ein wenig phantasielos, aber wie gesagt, es ist sauber (leider riecht man auch die Putzmittel). Die Reinigungskräfte hatten bei unserem Zimmer etwas schludrig gearbeitet, denn einige Dinge fehlten (Wasserkocher, 2. Satz Tasse/Untersetzer) oder das Badezimmer war noch nicht ganz fertig (sauber, aber Abfluß in der Dusche lag noch zerlegt herum), aber das wurde alles sehr schnell behoben.
Das Frühstück aufgrund der eigenen Präferenzen lies auch keine Wünsche offen, obwohl wir in allen Unterkünften feststellten, daß man bei der Wahl des Continental Frühstücks irgendwie immer den kürzeren zieht oder schauen muß satt zu werden, denn mit Brot waren sie alle immer knauserig. Allerdings haben wir auch nie nach mehr Brot gefragt, weil es uns dann doch gereicht hat. Etwas nervig war das viel zu laute Radio aber das Personal brauchte anscheinend Unterhaltung.
Unsere Schulnote für das Camera Guesthouse in Belfast: 2,5

Grove Bed & Breakfast, 20 Knocklynn Grove, Coleraine, BT52 1WR, Großbritannien, 79 Euro für ein ensuite Doppelzimmer inkl. Frühstück
Bevor wir zum Giant´s Causeway fuhren um dort viel Zeit beim Fotografieren zu verbringen, holten wir uns den Schlüssel für unser Zimmer, schließlich fühlten wir uns der vorab mitgeteilten check-in Zeit der Eigentümerin gegenüber verpflichtet. Sie gab uns den Tipp mit dem Besuch nach 18 Uhr um die Parkgebühren zu sparen. Wendy hat ihr Haus liebevoll eingerichtet und begrüßt dort regelmäßig Gäste aus aller Welt. Unser Zimmer wirkte sehr einladend, schon aufgrund des zusätzlichen Sessels, kleiner Sitzbank und einem kleinen Schreibtisch, wo man bequem sein Reisetagebuch schreiben kann. Auch hier gab es zusätzlich zu Tee und Kaffee noch sehr leckere bisquits, die es komischerweise alle nicht überlebt haben. Das Badezimmer war sehr geräumig und stilvoll eingerichtet. Draußen vor dem Zimmer befindet sich eine kleine Ablage mit Dingen, die wahrscheinlich öfter mal angefragt werden oder vielleicht von anderen Gästen zurückgelassen wurden. Man kann diese nutzen und am Morgen wieder zurücklegen. Darunter sind u.a. verschiedene Adapter für die Steckdose und Nähzeug, welches auch gleich freudig zum Annähen eines Knopfes verwendet wurde. Solche Kleinigkeiten können einem manchmal den kompletten Tag retten.
Während des Frühstücks saßen wir mit einem Englisch/Irischen Pärchen an einem Tisch und unterhielten uns über Gott und die Welt, das Reisen oder Politik. Wir wurden gefragt, was wir vom Brexit hielten und als wir meinten, daß man das doch alles gar nicht mehr verstehen oder nachvollziehen könne, lachten sie nur und meinten, es ginge ihnen genauso. Mit dem Frühstück gab sich Wendy große Mühe und so muß hier niemand mit leerem Magen von dannen ziehen. Zum Abschied bekamen wir sogar noch einen kleinen Schlüsselanhänger, Wendy wollte uns gar nicht wieder ziehen lassen. Wir wären gern noch eine weitere Nacht geblieben, aber leider war sie bereits ausgebucht.
Unsere Schulnote für das Grove B&B in Coleraine: 1,0

The Port Hotel, 53/57 Main Street, Portrush, BT56 8BN, Großbritannien, 66 Euro für ein ensuite Doppelzimmer inkl. Frühstück
Das Hotel befindet sich in zentraler Lage des nicht allzu großen Portrush, in Laufnähe zu Geschäften und Pubs und zum Strand (ca. 5 Minuten). Als wir eintrafen, ergatterten wir sofort einen Parkplatz direkt vor dem Hotel, wo man für 2 Stunden parken darf. Danach war die zeitliche Beschränkung für den Abend/über Nacht sowieso aufgehoben und am Morgen begann die Beschränkung erst wieder 9 Uhr. Also perfekt! Um die Ecke mit einer Laufzeit von weniger als 5 Minuten hätte es allerdings auch kostenlose Parkplätze ohne zeitliche Beschränkung gegeben.
Das Personal ist sehr freundlich, der check- in war schnell abgeschlossen und das Zimmer ist sauber. Das Badezimmer auch, allerdings wirkt die etwas veralterte Einrichtung verdreckt, was aber nicht den Tatsachen entspricht.
Wir schauten direkt auf die Straße herunter, wo unser Auto geparkt war aber trotz der Baustelle und des Verkehrs hielt sich die Lärmbelästigung in Grenzen. Portrush scheint ein beliebter Badeort zu sein, deswegen glauben wir, daß der Ort zur Hauptsaison aus allen Nähten platzt.
Fürs Dinner testeten wir den Hoteleigenen Pub und dort kann man mit dem pubtypischen Essen (Burger, Steaks, Fish&Chips) nicht viel verkehrt machen.
Das Frühstück ist gut organisiert und fürs gekochte Frühstück gibt es verschiedene Möglichkeiten. Das Buffet für das Continentale Frühstück ist auch recht gut bestückt und so landete sogar jeweils ein Muffin als Wegstärkung in unseren Taschen.

Unsere Schulnote für das Port Hotel in Portrush: 1,5

Montag, 17. Juni 2019

Urlaub in Irland 28.04.-12.05.2019: Teil 2 Nordirland (der 1. Streich)

Die nächsten Tage verbrachten wir in Nordirland und wir müssen sagen, daß uns dieser Teil des Landes ganz besonders gut gefallen hat. Obwohl dieser Ausdruck nicht ganz stimmt, denn Nordirland gehört schließlich nicht zu Irland, sondern zu Großbritannien. Diese Teilung Irlands war jahrhundertelang Streitpunk sowohl in Großbritannien als auch in Irland selbst und die Geschichte ist voll von Gewalt und nicht parlamentarisch abgesegneten Aktionen gegen den Gegner. Kurzum, es hat sich keine der beiden Seiten mit Ruhm bekleckert und eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, aus der ein Ausstieg nur schwer möglich war. Irland erklärte sich durch die Einführung eines eigenen Parlaments für unabhängig, aber Nordirland blieb dank einer Volksabstimmung im Vereinigten Königreich. Im Laufe der Zeit bildete sich der sogenannte Nordirlandkonflikt heraus, der als Folge von unterschiedlichen Interessen in Nordirland entfachte. Auf der einen Seite standen die Unionisten (vorrangig Protestanten), welche die Zugehörigkeit zur englischen Krone beibehalten wollten. Ihnen gegenüber forderten die Nationalisten oder Republikaner (meist Katholiken) den Zusammenschluß mit der Republik Irland. Dieser teils sehr blutige Konflikt wurde durch das Karfreitagsabkommen 1998 beendet. Geklärt ist die Situation deswegen noch lange nicht, aber wenigstens hat die sinnlose Gewalt ein Ende gefunden. Wir waren kurz vor der Europawahl (einschließlich lokale Wahlen) in Irland und fast jeder Laternenpfahl ist dort mit Wahlplakaten zugepflastert. Mal liest man von einem Bekenntnis zu Europa, dann wieder von einem Zusammenschluß der Republik Irland mit Nordirland und andere möchten, daß alles so bleibt wie bisher. Wie will man da Konsens schaffen?
Besonders blutig ging es in der Stadt Londonderry zu, wo Protestanten und Katholiken immer wieder provozierend aufeinander trafen. Da selbst die Polizei nicht im Stande war, die Unruhen aufzulösen wurde die Hilfe der britischen Armee angefordert (1969). Auch 1972 erlangte Londonderry traurige Berühmtheit, bekannt unter der Bezeichnung „Blutsonntag“ (U2 besangen die Ereignisse in ihrem Hit sunday bloody sunday). Mitglieder des britischen Militärs erschossen 14 Zivilisten während einer Demonstration für Bürgerrechte, was in der Erstürmung und Brandlegung der britischen Botschaft in Dublin endete. Die IRA (Irish Republican Army) verübte zahlreiche Rache Anschläge.
Wir waren in Londonderry und zugegebenermaßen handelt es sich um keine besonders schöne Stadt, weswegen wir uns dort auch nicht besonders lange aufhielten. Sehr interessiert haben uns aber die zahlreichen Wandmalereien im Stadtviertel Bogside, Schauplatz der blutigsten Zusammenstöße während des Konflikts. Ihre politische Aussage ist nicht zu übersehen, genauso wie der Schmerz der Stadt, den man teilweise noch zu spüren glaubt. Hier und da erspäht man Poster / Aufkleber mit dem Aufruf zur Rebellion, Werbung für die IRA oder Verschmähung der Briten bzw. der britischen Armee.
Aus einem anderen Grund ist uns Londonderry in Erinnerung geblieben. Daß die Iren Musik mögen und in den Pubs regelmäßig gute Musik gespielt wird, dürfte den meisten Besuchern bekannt sein. Aber auch Mittags in einem Café? Der Hunger trieb uns ins Sandwich & Co und bereits auf der Straße begrüßte uns laute Musik, die aus der Lokalität strömte. Wir fanden einen Platz und es ist verwunderlich, daß wir die bestellten Speisen und Getränke bekamen, da eine Verständigung mit der Bedienung kaum möglich war.
Auf dem Weg von Dublin nach Belfast machten wir einen Übernachtungsstop in Annalong und über diesen Ort gibt es nicht wirklich viel zu sagen. Die Infrastruktur ist überschaubar, die Tankstelle und anliegender Lebensmittelshop bilden den Mittelpunkt. Dort befindet sich auch der einzige Geldautomat. Da wir beide gern durch Hafen spazieren und Boote fotografieren, fanden wir in Annalong trotz der hochgeklappten Bürgersteige noch willige Fotomotive bis uns das schwindende Tageslicht aufforderte, zur Unterkunft zurückzukehren.
Die Mourne Coastal Route hat einige kleine Schmankerl zu bieten, die es Wert gewesen wären, näher erkundet zu werden. Aber Zeit und Wetter ließen dies oft nicht zu. Wir kamen durch sehr kleine und entlegene Ortschaften mit teilweise nur ein paar Häusern und die Straßen wurden immer abenteuerlicher und schmaler.
In Belfast erkundeten wir das Titanic Quarter, wo sich Tommy sehr für das Dock der Titanic interessierte. Dort hineinlaufen oder zumindest hineinsehen zu können, hätte eine Ahnung von der Größe des damals größten Passagierschiffes geben können. Leider ist das Dock als solches nur noch in der Fläche vorhanden, aber eben nicht mehr räumlich in seiner Tiefe. Da dort auch das Schwesterschiff Olympic gebaut wurde, wäre die vergebene Fläche einfach zu groß gewesen. Aufgeschüttet als Ebene läßt sich das Dock noch für größere Events nutzen und ist aus städtebaulicher Sicht nicht komplett verloren. Ich glaube wenn man das Museum besucht (was wir nicht taten), bekommt man durch Filmaufnahmen eine gute Vorstellung von der Größe des Hafenbeckens von Titanic / Olympic.
Ein paar Meter entfernt vom Museum befindet sich ein noch erhaltenes flutbares Dock (= Hamilton Dock) der SS Nomadic, dem letzten erhaltenen Schiff der White Star Line Reederei, dem auch die Titanic angehörte. Die SS Nomadic diente als Tender, also Beiboot für Olympic und Titanic und brachte somit Passagiere und Versorgungsgüter an Board, wenn die riesigen Schiffe nicht in die zu kleinen Häfen einlaufen konnten.
Im Titanic Quarter befinden sich auch die Titanic Film Studios, die Belfast´s Aufstieg im internationalen Film- und Fernsehgeschäft bewerkstelligten. Der größte Erfolg für Nordirland und die Titanic Studios kann gleich nebenan in einer Ausstellung bestaunt werden: die Erfolgsserie Game of Thrones, die zwar auch an anderen Locations gedreht wurde, aber eben einen Großteil ihres Erfolges auch den wunderschönen Landschaften Nordirlands zu verdanken hat. Katja ist ein großer Fan der Serie, aber da Tommy noch keine einzige Minute von Game of Thrones gesehen hat, blieb ein Besuch der Ausstellung aus.
Im Großen und Ganzen ist Belfast als Stadt sehr enttäuschend. Gut, wir sind eben keine Stadtmenschen und bevorzugen immer die Natur und Abgeschiedenheit, aber leider gibt es in Belfast nichts wirklich sehenswertes. Die Stadt ist laut, dreckig und versprüht den Charme einer verkommenen Industriestadt. Wir hielten uns nicht lange dort auf und besuchten lieber die Perlen Nordirlands, wobei wir noch sehr viel mehr Zeit dort hätten verbringen können.
1. Giants Causeway
Das Highlight der Causeway Küste ist zweifelsohne der Giants Causeway oder der Damm der Riesen. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Phänomen und nicht wenige Besucher werden sich fragen, wie es zur Entstehung der knapp 40.000 recht gleichmäßig geformten Basaltsäulen gekommen ist. Die meisten der Säulen sind sechseckig und die größten der Säulen sind sage und schreibe zwölf Meter hoch. Geologen zufolge sind die Basaltsäulen das Resultat abkühlender Lava, was sehr langsam und gleichmäßig geschehen muß. Wikipedia sagt hierzu: „Die Säulenstruktur bildet sich dabei aus langsam in das Material hineinlaufenden Spannungsrissen. Diese entstehen durch die Abkühlung und Schrumpfung des Materials und breiten sich senkrecht zur Abkühlungsfläche aus Der Vulkan, dessen Lava zur Formation des Giant’s Causeway führte, ist mittlerweile durch Erosion abgetragen.“
Eine Legende zur Entstehung gibt es natürlich auch und wer sich mit geologischen Erklärungen schwertut, findet hier eine unterhaltsame Alternative. Grund für die Entstehung dieser Legende ist wahrscheinlich die Tatsache, daß ähnliche Formationen an der Küste Schottlands (Fingal´s Cave auf der Insel Staffa) gefunden wurden. Der Damm wurde demnach vom Riesen Fionn mac Cumhaill (Finn MacCool) gebaut, um mit seinem schottischen Widersacher Benandonner zu duellieren, der ihn zuvor stark beleidigt hatte. Er riss riesige Felsen aus den Klippen der Küste heraus und stemmte sie in das Meer, um einen sicheren Weg nach Schottland zu bauen (beide konnten nämlich nicht schwimmen).
Als sich Benandonner für den Kampf auf den Weg gemacht hatte, bekam Fionn Zweifel und suchte nach einem Ausweg, nicht kämpfen zu müssen. Er verkleidete sich als Baby und als sein Rivale eintraf, waren nur seine Frau und das angebliche Baby zu Hause. Als er dieses erblickte, erschrak Benandonner fürchterlich wegen seiner Größe und schlußfolgerte daß der Vater selbst unter Riesen ein Gigant sein müsse. Er ergriff die Flucht zurück nach Schottland und zerstörte bei seinem Rückzug den zuvor gebauten Damm.
Unser Tipp für Fotografen oder Besucher, die dieses Schauspiel nicht mit hundert anderen Touristen teilen möchten: Der Besuch des Giants Causeway ist ohne Eintritt möglich, jedoch zahlt man für den Parkplatz 12,50 Pfund, was einem versteckten Eintrittsgeld gleichkommt. Das Besucherzentrum schließt 18 Uhr (bitte vorher auf der Internetseite prüfen, ob das für alle Jahreszeiten gilt) und danach zahlt man auch für den Parkplatz nichts mehr. Eine Handvoll Leute war natürlich trotzdem auf den Basaltsäulen unterwegs und wartete auf einen tollen Sonnenuntergang (leider regnete es), aber weitaus weniger als während des Tages, wenn auch die Touristenbusse dort halten. Tagsüber gibt es auch einen kleinen Shuttlebus (vermutlich gegen Entgelt) der Fußfaule oder Beeinträchtigte die paar hundert Meter zu der Stelle fährt, wo man die Basaltsäulen bewundern kann. Abends fährt da fast jeder runter, weil der Bereich nicht abgesperrt ist. Sehr nervig, wenn man den kleinen Spaziergang zu genießen versucht oder Bilder der atemberaubenden Landschaft ohne Autos machen möchte.
2. Carrick – A – Rede Rope Bridge (Hängebrücke)
Wie beliebt diese Sehenswürdigkeit vor, sagen wir mal 20 Jahren war, kann ich leider nicht sagen, aber inzwischen wird sie täglich von mehreren tausend Besuchern betrachtet und beschritten und dies hat natürlich wieder mit Game of Thrones zu tun, wurde doch die Brücke in einer Schlüsselszene der frühen Staffeln verwendet. So verwundern natürlich auch die Game of Thrones Busse auf dem Parkplatz nicht, die mit ihren Passagieren die zahlreichen Drehorte abfahren und aus dem Nähkästchen plaudern. Begibt man sich vom Parkplatz aus in die entgegengesetzte Richtung zur Brücke, erreicht man nach ein paar Metern Larrybane, wo früher im Steinbruch weißer Kalkstein abgebaut wurde. Man genießt einen wunderbaren Ausblick auf das nicht weit entfernte Sheep Island und kann in der Ferne die Hängebrücke erkennen.
Aber worum geht es eigentlich? Die Brücke verbindet das Festland mit einer kleinen Insel (Carrick Island) und dort schwimmen jedes Jahr migrierende Lachse auf ihrer Reise gen Westen vorbei. Seit mehr als 350 Jahren haben die Fischerleute der Region eine Seilbrücke gespannt, um Zugang zu Carrick Island zu erhalten und die Lachse besser fangen zu können. Die einfachen Seile der Fischerleute sind einer stabilen, aber dennoch schwingenden Seilbrücke gewichen und werden nun von mehreren tausend Touristen jährlich nicht nur benutzt um auf die andere Seite zu gelangen sondern erscheint auf eben so vielen Selfies, da natürlich auch jeder ein Beweisfoto von dieser Heldentat mit nach Hause nehmen und irgendwo öffentlich posten möchte. 

Dieser Beitrag ist länger geworden als gedacht, deswegen wird es noch einen 2. Teil (den 2. Streich) geben.











 

Freitag, 14. Juni 2019

Urlaub in Irland 28.04.-12.05.2019: Teil 1 Anreise nach Dublin



Im Vorfeld hatten wir lange überlegt, wie wir zum Flughafen in Frankfurt kommen. Klar, die Deutsche Bahn hatten wir auch schon vorher in Anspruch genommen, aber erstens hatten wir einen späten Rückflug gebucht und so spät hätte es Probleme mit passenden Zügen gegeben. Und zweitens wohnen wir nicht mehr in der Nähe von Würzburg und hätten deshalb nicht gewußt, wo wir unser Auto hätten kostenlos für zwei Wochen parken können. Wir buchten also einen Parkservice in Eschborn, wo man sein Auto unterstellen kann und mit dem Shuttlebus erstens zum Flughafen gefahren wird und dort selbstverständlich auch wieder abgeholt wird. Gebucht hatten wir den Aeroparkservice in Frankfurt (der sich wie gesagt in Eschborn befindet) und gezahlt haben wir für die zwei Wochen 73,00 Euro. Auf dem eigentlichen Parkplatz gab es keinen Platz mehr für uns sodaß wir in einem benachbarten Parkhaus untergekommen sind. Dort sind wir auch wieder nach unserer Rückkehr hingebracht worden und das Auto stand auch noch unbeschadet dort, wo wir es abgestellt hatten. Auch die Abholung vom Flughafen klappte einwandfrei, man meldet sich nach der Gepäckausgabe und wartet dann an einem ausgemachten Treffpunkt.
Das nervigste am Urlaub ist eigentlich immer die An- und Abreise und so verhielt es sich auch dieses Mal. Wir waren recht früh am Flughafen und vertrieben uns mit allerlei Herumlaufen, Kaffeetrinken und Fliegerbeobachten die Zeit. Das Boarding startete später als angekündigt und als wir in Dublin aus dem Flieger stiegen, konnten wir uns auch ganz gut erklären warum. Nach nur 2 Stunden Flugzeit sah es aus als hätte stellenweise eine Bombe eingeschlagen, überall liegt der Müll auf und unter den Sitzen. Die Leute scheinen sich einfach überhaupt gar keine Gedanken mehr darüber zu machen, welchen Eindruck sie hinterlassen oder wer das alles nach ihnen aufräumen muß. Einfach unglaublich.
Im Rahmen der ganzen Klima- bzw. Umweltdebatte finden wir übrigens auch, daß die Fluggesellschaften stärker in die Mangel genommen werden sollten. Alles was man im Flieger zu sich nimmt, ist in Plastik eingepackt. Bekommt man ein zweites Getränk, hat man folgerichtig auch gleich den zweiten Plastebecher vor sich stehen. Das muß doch alles nicht sein. Wie wäre es, wenn wir demnächst ein wiederbefüllbares Gefäß mit in den Flieger nähmen und unsere Getränke dort hinein gegeben werden? Wir werden das mal im Auge behalten und berichten.
In Dublin angekommen, befolgten wir die Anweisungen unserer Autovermietung, fanden den zuständigen Shuttlebus (von denen es nicht nur einen gibt, aber zumindest scheinen sie alle zur gleichen Location zu fahren) und fanden uns recht bald bei Hertz und Thrifty wieder, wo wir nach schneller Erledigung des Papierkrams unseren Renault Clio in Empfang nehmen konnten.
Von meinen Recherchen wußte ich, daß wir die M50 in die Stadt meiden müssen, um keine Mautgebühren zu zahlen. Mit einigem Verfahren fanden wir auch den Weg in die Stadt, landeten dann aber doch irgendwie auf der M50, die aber nur stellenweise mautpflichtig ist. Auf meiner Kreditkarte fand ich keine Abbuchung der Gebühren und so haben wir hier wohl keinen gebührenpflichtigen Abschnitt erwischt. In der Stadt wurde unsere Geduld dann gleich auf die Probe gestellt, denn durch Baustellen ging es nur im Schritttempo voran. Wir fuhren ein – oder zweimal an unserer Seitenstraße vorbei weil es in Dublin von Einbahnstraßen nur so wimmelt und wir nach dem Verpassen der Straße nicht einfach so wenden oder die nächste Einfahrt nehmen konnten.
Irgendwann waren wir dann im Hotel eingecheckt und das Auto parkte in der hoteleigenen kleinen Garage. Im nahegelegenen Pub aßen wir zu abend und mußten uns gleich daran gewöhnen, daß man in Irland abends sehr früh ißt und danach nur noch Getränke zu erhalten sind. In einigen kleineren Orten sollte uns dies später noch zum Verhängnis werden. Da wir an diesem Tag noch nicht wirklich viel Bewegung erhalten hatten, liefen wir noch ein wenig in der Nachbarschaft umher und fielen aber trotzdem recht bald erschöpft in unser Bett. 
Bevor es am Morgen weiter Richtung Norden ging, erkundeten wir die Stadt noch ein wenig zu Fuß, liesen uns von den Massen ins Trinity College leiten, wandelten vorbei an Kathedralen und Kirchen, durch zahllose Straßen und Gassen hindurch, vorbei am Dublin Castle, welches aber in unseren Augen keinen Abstecher Wert ist (es sei denn man besichtigt das Innere, hierüber können wir nichts sagen) und zurück an den Liffey in den Docklands.
Und hier gleich noch die Bewertung unseres Hotels.
The Ripley Court Hotel, 37 Talbot Street, D1 Dublin, Irland, 109,80€ für ein Doppelzimmer inkl. Frühstück, 10€ extra für 24 Stunden Parken
Das Hotel liegt im Stadtteil Docklands in der Nähe des Flußes Liffey und hier findet man u.a. das National College of Ireland, the Irish Emigration Museum und das Custom House. Das Trinity College ist innerhalb eines Fußweges von 15 Minuten zu erreichen. Wer nicht mit dem Auto anreist, hat Bus- und S-Bahn in der Nähe. Die Empfangshalle des Hotels ist sehr imposant und läßt die frühere Schönheit dieses Gebäudes erahnen. Die Zimmer entsprechen diesem Look leider nicht ganz, da sie teilweise etwas runtergeranzt sind, aber sie sind sauber und entsprechen in ihrer Ausstattung dem Standard. Neben TV und Kaffeekocher mit Kaffee & Tee gab es sogar ein Bügeleisen für ganz Eifrige.
Eigentlich war es nur das Bad, welches ein bißchen mehr Aufmerksamkeit bedarf (lockere Fliesen) aber auch hier war es sauber.
Von unserem Zimmer genoß man einen erstklassigen Blick auf die Schienen der SBahn, die regelmäßig vor unserem Fenster vorbei donnerten. Wobei dies gar nicht der weckende Faktor am Morgen war – die Müllabfuhr war recht lange mit dem Einsammeln der unzähligen am Straßenrand liegenden Müllsäcke beschäftigt und übernahm damit eben auch gleich die Funktion des Weckers.
Der Frühstücksraum ist sehr groß und leider etwas dunkel. Neben dem üblichen kontinentalen Frühstück, bestehend aus Müsli, Brot und wenn nachgelegt wurde auch Obst und süßem Gebäck, hat man natürlich auch die Auswahl an Bohnen, gebratenen Tomaten und Pilzen, Speck, Ei und Toast, also die Irische Version.
Für Dublin in dieser Preisklasse (3 Sterne) ließ das Hotel keine Wünsche offen. Stört man sich an einer etwas veralterten Ausstattung, kann man immer noch in eines der vielen anderen Hotels anderer Preisklassen gehen.
Unsere Schulnote für das Ripley Court Hotel: eine 2,5

Freitag, 26. April 2019

Bald geht’s………………Ab in den Urlaub


Tommy und Katja kribbelt es in den Fingern, der letzte Urlaub liegt schon viel zu lange zurück. Der letzte Jahresurlaub sowieso, der führte uns bekanntermaßen im Februar des vergangenen Jahres nach Neuseeland. 

Dieses Jahr wollten wir nicht gleich wieder so früh und so lange verreisen, weil die Durststrecke im restlichen Jahr so lang und fordernd ist. Deshalb geht es diesmal für „nur“ zwei Wochen über den kleinen Teich nach Irland. Diesem Land sagt man gerne nach, daß es Neuseeland landschaftlich ähnelt, von daher freuen wir uns umso mehr auf unsere Auszeit. 

An unseren Erlebnissen und Fotos lassen wir Euch selbstverständlich wieder in gewohnter Form teilhaben, allerdings werden wir die Berichte wahrscheinlich erst nach unserer Rückkehr veröffentlichen, da Katja das Abtippen der Texte auf dem ipad zu mühselig ist.

Am Sonntag geht’s dann also nach Dublin und danach ist mal wieder alles noch offen. Laßt Euch mit uns überraschen.

Mittwoch, 13. März 2019

Lebenszeichen

Die ersten Frühblüher strecken bereits mutig ihre Köpfe aus der kalten Erde und nachdem wir bereits sehr schöne sonnige Frühlingstage erleben durften, werden wir nun von Frühlingsstürmen geplagt. Aber auch diese werden irgendwann vorüber ziehen und dann wird’s auch hoffentlich endlich wärmer.

Wir haben schon länger nichts mehr von uns hören lassen und daher gibt es heute ein paar Zeilen an Euch. Daß wir umziehen werden, hatten wir bereits letztes Jahr erwähnt und dies ist auch der Hauptgrund für die ruhige Zeit hier auf dem Blog. Wir hatten zwei Wohnungen zu leeren und wer schonmal aus zwei Wohnungen eine gemacht hat, weiß um die bestehende Herausforderung. Katja mußte Ende Januar aus ihrer Wohnung raus und dieser Umzug vollzog sich an einem Wochenende wobei wir aber durch die gemieteten Kleintransporter auch gleich die sperrigen Möbel aus Tommys 160km entfernter Wohnung umzogen. Schließlich wollten wir nicht alle fleißigen Helfer mehrmals in Anspruch nehmen. 

Der Rest aus Tommy Wohnung wurde dann im Laufe des Februars durch Thüringen und Bayern gefahren und Stück für Stück in unserer gemeinsamen Wohnung im schönen Main-Spessart untergebracht. Ganz fertig sind wir zwar immer noch nicht, aber zumindest ist nun auch die zweite Wohnung übergeben und nun leben wir nicht mehr auf mehreren Baustellen.

Wenn es die Zeit erlaubt und wir nicht gerade dabei sind die restlichen Kisten zu leeren oder Bilder aufzuhängen, erkunden wir nun unsere neue Heimat, was allerdings momentan mehr daraus besteht, die umliegenden Bau- und Gartenmärkte auszukundschaften weil mal wieder noch was fehlt. Aber das gehört schließlich dazu. Die ersten Samen für Kräuter und ein bißchen Gemüse wachsen bereits auf der Fensterbank und warten darauf, bald ausgesetzt zu werden und sich gen Himmel strecken zu können.
Trotzdem fanden wir am Anfang des Jahres noch die Zeit, ein wenig unserer Leidenschaft der „lost places Fotografie“ zu fröhnen und eine location in Südthüringen zu besuchen. Es handelt sich um eine alte Porzellanfabrik, die seit einigen Jahren leer steht und an deren Vermögenswerten scheinbar niemand mehr interessiert ist. Zumindest drängt sich dieser Eindruck beim Erkunden der Fabrik auf, wenn man an meterhohen Stapeln an Formen und Rohlingen vorbeigeht und sieht, welche schönen Dinge hier damals produziert wurden, angefangen von Haushaltsgegenständen wie Tellern und Tassen, hin zu verspielten und filigranen Porzellanfiguren und industriell eingesetzten Produkten aus dem Bereich Heizung und Sanitär. Selbst die Druckvorlagen für die Verzierung des Geschirrs liegen noch rollenweise im Keller herum und vergammeln. Wenn man bedenkt, daß all diese Dinge erstens mal in liebevoller Arbeit gefertigt wurden und eine Menge Geld Wert waren, kann man sich sentimentaler Gedanken nicht erwehren.


Mit diesem kurzen Update wollen wir uns verabschieden und wünschen Euch allen ein baldiges Ende der grauen Jahreszeit. Übrigens liegt unser Neuseelandurlaub schon wieder ein Jahr zurück und das an sich ist schon erschreckend genug. Vielleicht finden wir ja doch mal das große Loch, das die Zeit zu verschlucken scheint….





Donnerstag, 3. Januar 2019

Jahreswechsel auf Sylt

Willkommen im neuen Jahr, wir hoffen, daß Ihr alle gut über den Jahreswechsel gekommen und sicher und gesund im Januar gelandet seid. Nun beginnt der Spaß wieder von vorne. Wir wünschen Euch vor allem Gesundheit, privates Glück und Zufriedenheit und Schaffenskraft nicht nur für den Beruf sondern auch für alle privaten Projekte, die Euch dieses Jahr begleiten und herausfordern werden.

Den Jahreswechsel haben wir ganz ruhig angehen lassen und haben extra dafür nach Silvester 2018 in Prag gleich sofort eine Ferienwohnung auf Sylt gebucht, wo wir den Menschenmassen und der Knallerei zu entkommen hofften. Nun, geklappt hat dies nur teilweise denn Sylt ist beliebt und daher gerade auch zum Jahreswechsel komplett ausgebucht. 

Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, daß die private Silvesterknallerei auf der „Insel“ (ist ja nicht wirklich eine Insel, da durch einen Damm eine Verbindung zum Festland besteht) komplett verboten ist und sich daher extrem viele Hundebesitzer auf der Insel tummeln. Wohin man geht und blickt, eine Hundeschnauze schaut zu einem auf und als Hundeliebhaber fanden wir das natürlich sehr angenehm.

So ganz ohne Knallerei ging es allerdings nicht, im Hörnumer Hafen wurde ein Feuerwerk veranstaltet und wir konnten dies sogar von unserer Ferienwohnung aus beobachten, ohne uns in die Kälte stellen zu müssen. In Hörnum war dies sicherlich nur deswegen möglich, weil es in diesem Teil Sylts keine Rietdächer gibt, die durch die Funken in Flammen geraten könnten. Bereits ein paar Kilometer weiter, in Rantum, wäre ein Feuerwerk aufgrund der Gefahr für die vielen Riethäuser undenkbar. Im übrigen hat Katja dieser Teil Sylts am besten gefallen, da die vielen Riethäuser wie kleine Hobbithäuser hinter ihren kleinen Dämmen hervorlugten (viele der Häuser sind auf Hügeln errichtet, wahrscheinlich um sich ein wenig Sicherheit bei Sturmfluten zu verschaffen).

Sylt ist wie bereits erwähnt, durch einen Damm mit dem Festland in Schleswig-Holstein verbunden und zwar durch den 11km langen Hindenburgdamm. Dieser Damm ist ausschließlich mit der Bahn befahrbar und somit ist auch die Anreise nach Sylt auf die Bahn beschränkt, wenn man mal den Flieger als Alternative außer acht läßt. Sylt versucht wohl schon seit längerem ein autofreies Image aufzubauen und wirbt bei den Besuchern für eine Anreise ohne Auto, was auch durchaus sinnvoll ist, wenn man in Westerland untergebracht ist und alles zu Fuß erreichen kann. Öffentliche Verkehrsmittel sind ebenfalls vorhanden, wobei wir über deren Frequenz keine Aussage treffen können. 

Die Mehrheit der Besucher trifft trotzdem mit dem Auto per Autozug der Deutschen Bahn oder dem Autozug Sylt (blauer Schriftzug) auf der Insel ein und verstopft die Straßen der Insel. Gerade in Westerland ist es besonders schlimm und das Durchkommen ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wirklich mühselig. Sollte es den Inselanern mit ihrer Aktion, die Insel von all den Autos befreien zu wollen, wirklich ernst sein, müssen sie sich etwas anderes einfallen lassen.

Wir haben für die Fahrzeugkategorie PKW M für das flexible Ticket pro Fahrt 61,90 Euro gezahlt, unabhängig von den mitgeführten Passagieren und mit dem blauen Autozug. Die Preise der Deutschen Bahn haben wir gerade nicht vorrätig, dürften sich aber im selben Umfang bewegen. 

Während der Fahrt darf man das Auto nicht verlassen, was sowieso schwierig ist, weil links und rechts nicht mehr viel Platz zum Öffnen der Fahrzeugtüren wäre. Man sitzt also im Auto, starrt aus dem Fenster und fragt sich, ob der Damm bei Sturmflut eigentlich befahrbar ist und sich über oder unter Wasser befindet. Nach unserer Abreise am Neujahrstag hörten wir später im Radio, daß die Überfahrt für Wohnmobile und leere Anhänger aufgrund des starken Windes aus Sicherheitsgründen verboten sei. Diese 11 km sind eben auch extrem den Wetterlaunen der Natur ausgesetzt.

Am Tag unserer Ankunft zeigte sich das Wetter übrigens von seiner bescheidenen Seite, es regnete und war sehr windig. Wir liefen ein wenig durch Westerland und inspizierten die Geschäfte, kauften die obligatorischen Kühlschrankmagneten für Katja und ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage. Die nächsten beiden Tage inspizierten wir den Hafen in Hörnum, weiterhin Westerland und fuhren bis zum anderen Ende der Insel, nach List um dort die Leuchtfeuer zu besuchen. Die ausgeprägten Dünenlandschaften der Insel haben uns sehr gefallen und wir wären dort auch gern spazieren gegangen aber das Wetter machte uns leider öfter mal einen Strich durch die Rechnung.

Abschließend kann gesagt werden, daß wir nun wieder einen Teil Deutschlands gesehen haben, den wir bisher nur vom Namen her kannten. Die Insel ist überschaubar, hat aber alles was es zum Leben braucht. Wenn man den Promigeschäften fern bleibt, zahlt man dort auch ganz normale Preise für Lebensmittel und Sprit. Wie es mit den Grundstückspreisen aussieht, wissen wir nicht, allerdings lassen die Anzeigen im Sylter Tagesblatt erahnen, daß Ottonormalbürger sich dort kein Haus leisten können. In Schleswig Holstein und Nordriesland gefällt es uns generell sehr gut, deswegen werden wir sicherlich auch wieder im Norden Urlaub machen, aber Sylt wird es wohl nicht unbedingt nochmal werden. Es gibt viele andere schöne Gegenden im „echten Norden“, die weniger überlaufen und daher für uns wesentlich attraktiver sind. 

Freitag, 14. Dezember 2018

Wir wünschen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest


Hallo Ihr Lieben,

da wir schon eine Weile nichts mehr von uns haben hören lassen, soll es heute mal ein Lebenszeichen geben. Keine Bange, uns geht es gut. Aber wie wahrscheinlich bei den meisten von Euch auch steht momentan ziemlich viel an. Auf Arbeit versucht man alle liegengebliebenen Aufgaben und Projekte zu beenden, Pläne für Weihnachten wollen geschmiedet werden und was will man den Lieben eigentlich unter den Weihnachtsbaum legen? 

Bei Katja ist das relativ einfach da sie schon seit Jahren ein selbstgestaltetes Fotobuch mit den schönsten Familienerlebnissen verschenkt. Dieses Geschenk kommt immer sehr gut an, bringt es doch die ganze Familie zum Betrachten der Fotobücher zusammen und hilft dabei, in Erinnerungen zu schwelgen. Nicht selten werden dabei auch die Bücher der letzten Jahre mit herangezogen. Das Erstellen eines Fotobuchs dauert seine Zeit und so taucht Katja für diese Tätigkeit regelmäßig unter, um ungestört arbeiten zu können.

Der Hauptgrund für unsere Funkstille ist aber, daß Katja und Tommy damit beschäftigt waren, eine gemeinsame Wohnung zu finden und ihre Freizeit mit Wohnungsbesichtigungen gefüllt haben. Angebot und Nachfrage stehen im Raum Main-Spessart in keinem wirklich guten Verhältnis und Vermieter können sich nach Onlinestellen ihrer Wohnung vor Nachfrage kaum retten. Desto erfreuter sind wir darüber, endlich eine Wohnung gefunden zu haben, in die wir im Frühjahr nächsten Jahres einziehen werden. Auch dies wird nochmal eine geschäftige und somit für den Blog ruhigere Zeit. Die ewige Wochenend-Pendelei hat damit bald ein Ende und darauf freuen wir uns am meisten.

In diesem Zusammenhang möchten wir natürlich auch die Möglichkeit nutzen, all unseren Lesern eine besinnliche und vor allem stressfreie Weihnachtszeit zu wünschen. Genießt die Zeit mit Euren Liebsten. Hier noch ein kleines Gedicht aus unbekanntem Munde:

Advent das ist die stille Zeit
Advent das ist die stille Zeit,
Die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
Fangt an euch zu besinnen!

Es gab wohl manchmal Zank und Streit
Ihr habt euch nicht vertragen.
Vergesst das Jetzt und seid bereit,
Euch wieder zu vertragen.

Denn denk nicht nur ans eigene Glück,
Du solltest danach streben.
Und anderen Menschen auch ein Stück
Von deiner Liebe geben.

Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
Die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
Nur Einigkeit und Frieden.

  
Ganz liebe Grüße,
Tommy und Katja