Donnerstag, 8. Mai 2025

Unsere Skandinavien Reise Teil 22 - die Rückkehr nach Hause

 

Urlaub mit der Familie auf Usedom


Den letzten Teil der Reise sind wir Euch noch schuldig und diese Schuld begleichen wir mit dem folgenden Beitrag. Wir befinden uns also auf Usedom, genauer gesagt in Koserow und haben bereits im Vorfeld abgescheckt, dass es keine wirklich guten Stellplätze hier gibt. Wir möchten natürlich in der Nähe der Ferienwohnung stehen, um Oma und Opa ohne ständiges Bewegen von Ludwig sehen zu können. Auf Usedom ist das Freistehen generell sehr schwierig, da es sich hier um eine beliebte Ferienregion handelt und würden die Ordnungsämter nicht rigoros durchgreifen, stünden die Wohnmobile wie es ihnen beliebt. Das wollen die Gemeinden nicht und das verstehen wir auch. Da wir aber auch kein halbes Vermögen für einen Campingplatz ausgeben wollen, sind wir halt auch mal dreist und parken direkt neben der Ferienwohnung direkt an der Straße. So ganz wohl ist uns nicht dabei, weil das unserem sonstigen Credo widerspricht, direkt vor Wohnhäusern zu stehen, aber uns fällt erstens nichts anderes ein, zweitens geben wir der Besitzerin der Ferienwohnung Bescheid und drittens wechseln wir unseren Standort und verbringen zweimal die Nacht woanders, um nicht ganz so unverschämt zu wirken. 

Rostock, Swinemünde, Dinopark Mölschow, Koserow und immer wieder Karls Erdbeerland

An Unternehmungen gibt es einige, schließlich wollen Oma und Opa im Urlaub was erleben und so geht es mal nach Rostock, mal nach Swinemünde (der Pflichtbesuch eines jeden Usedomurlaubers im Nachbarland Polen), wir bewundern (nicht zum ersten Mal) die Seebrücke in Koserow, verbringen Zeit in Karls Erdbeerland und schwingen die Golfschläger beim Koserower Minigolf. Es gibt zwei Parcours, wobei der zweite weitaus anspruchsvoller ist als der erste und wir brauchen mit der Anzahl der Personen schon eine gewisse Zeit, um alle unsere Bälle in den vorgesehenen Löchern zu versenken. Jamie ist gut dabei und neben den üblichen 10 Versuchen pro Loch überrascht er uns hin und wieder mit wirklich guten Schlägen. Vielleicht doch der nächste Tiger Woods? 

Ein Besuch darf mit unserem Dino Experten auf keinen Fall fehlen, und zwar der Dino-Park Mölschow (ebenfalls auf Usedom). Wir tun dies an einem verregneten Tag und flüchten immer mal wieder vor großen Regenmengen, haben aber trotzdem Spaß im Dinosaurier- Freilichtmuseum. Er wird beworben als „Usedoms erster, wissenschaftlicher Erlebnis- und Themenpark mit 100 lebensechten Rekonstruktionen von Dinosauriern und anderen Urzeittieren in Originalgröße“. Der Rundweg von knapp 1km stellt für unseren begeisterten laufkranken Dino Experten kein großes Hindernis dar, die Geräusche der Dinos allerdings beängstigen ihn hingegen sehr. Mit seiner blühenden Fantasie ist es eben nicht immer so einfach, die Realität von einer Attrappe zu unterscheiden. Durch das Vorlesen der Schilder sind Mama und Papa auch gut beschäftigt und obwohl wir alle recht gut im Stoff stehen, lernen wir heute einige neue Dinos kennen (können uns aber blöderweise die Namen nicht merken). 

Im Eingangsbereich gibt es noch ein schönes Feature für kleine Entdecker, denn hier kann man im Sandkasten buddeln, Paläontologe spielen und Dinosaurier Knochen ausgraben. An einem kalten verregneten Tag keine so gute Idee und so geben wir nach ein paar Minuten auf (haben aber bereits einen stattlichen Teil eines Skelets freigelegt).



Heiligendamm und eine Fahrt mit Molli nach Kühlungsborn




Nach fast 10 Tagen verabschieden wir uns von der Familie und von der lieben Silke (die wir ganz am Anfang der Reise in Dänemark getroffen haben, Ihr erinnert Euch vielleicht) und fahren etwas mehr als zwei Stunden nach Heiligendamm, wo wir die nächsten Tage verbringen. Die Parkplatzsituation schaut um einiges besser aus, man zahlt zwar überall fürs Parken, aber man wird nicht arm dabei. Von 19 Uhr bis 8 Uhr ist das Parken frei, allerdings sollte man sich den Wecker stellen, denn es ist bekannt, dass das Ordnungsamt gern überpünktlich zum Kontrollieren vorbeischaut und so ist es ratsam, vor den übereifrigen Kollegen am Automaten zu stehen (oder über eine Park App ein Tagesticket für 5 Euro zu lösen). Wir parken am sogenannten Kinderstrand und haben nur ein paar Meter zum Wasser. Ein öffentliches Klo gibt es auch, was will man also mehr? Wir fahren mit der Bäderbahn Molli nach Kühlungsborn, aber dort ist es an dem Tag so windig, dass es zwar faszinierend ist, den riesigen Wellen beim Brechen am Strand zuzuschauen aber wirklich angenehm ist das Wetter zum Verweilen an der Strandpromenade nicht. Auch auf dem herrlich großen Kinderspielplatz halten wir es leider nicht lange aus, obwohl es Jamie dort gut gefällt.

Warnemünde

Wir verbringen dann noch einen Tag und eine Nacht in Warnemünde und können auf unserem Stellplatz auf der Mittelmole den vorbeifahrenden Fähren und Schiffen zuwinken. Eigentlich wollen wir am nächsten Tag mit der Fähre nach Dänemark übersetzen und unsere Reise dort noch für ein paar Wochen fortsetzen und Trolle jagen. Aber Katja treibt es nach Hause und so beenden wir hier erstmal unsere Skandinavien Reise und verschieben Dänemark auf später. Die Trolle werden uns ja hoffentlich nicht davonlaufen und wer weiß, ob nicht vielleicht noch ein neuer hinzukommt?

Mittwoch, 29. Januar 2025

Unsere Skandinavien Reise Teil 21 - die letzten Tage in Schweden


Sightseeing in der Umgebung von Halmstad

Wir erwachen und freuen uns über Sonne. Es gefällt uns hier, es ist ruhig und die Nachbarn (Hasen) sind auch ganz okay. Da es aber zu kühl ist, um einen ganzen Tag am Strand zu verbringen und wir sowieso noch was einkaufen müssen, machen wir erstmal los. Wir schauen uns die Danska Falls ganz in der Nähe an, was einen angenehmen Spaziergang durch eine magische Welt beinhaltet. Die Bäume sind verdorrt und haben recht eigensinnige Wuchsformen, große moosbewachsene Steine sind von früheren Begrenzungen übriggeblieben und weit auslaufende Wurzeln haben sich teilweise so wunderbar über die Steine gelegt, dass man darunter Behausungen von magischen Waldbewohnern vermuten möchte. Jamie jedenfalls vermisst die Feentürchen aus Irland und wir erklären ihm, dass die Waldfeen hier keine Türchen brauchen, weil sie so tolle Höhlen vorgefunden haben. Die Danska Falls sind kein besonders großer Wasserfall, aber wir freuen uns nichtsdestotrotz darüber, mal wieder einen Wasserfall bestaunen zu können. Das Wasser wirkt braun schon fast gelb, wie es da die Steine herunterbraust, vielleicht befinden sich zu viele Gerbstoffe im Wasser. 

Nachdem wir die Fälle von allen möglichen Seiten unter (Kamera)Beschuss genommen haben, laufen wir zurück, diesmal einen anderen, etwas längeren Weg, der als alter Wanderweg ausgeschildert ist. Er ist definitiv wilder und naturbelassener, führt oft über Wurzeln und Steine und auch mal den einen oder anderen Hügel hinauf. Da ist der andere (der kürzere von beiden mit 0,8km) definitiv einfacher zu gehen, falls einer der Leser mal vor der Entscheidung stehen sollte. An dem Bach hat es früher mal eine Mühle gegeben, die vom Pastor Jöran Fries um 1660 betrieben wurde. Das entsprechende Schild dazu finden wir am Prästafallet, einem weiteren nunja…. Wasserfall… aber vermutlich hat die Mühle dort nicht gestanden. Der Höhenunterschied wird hier nur einige wenige Zentimeter sein aber zum Aufwirbeln des Wassers hat es gereicht. Zurück am Ludwig müssen wir unser hungerndes Kind davon überzeugen, dass wir am Rastplatz schön draußen auf einer Picknickbank essen wollen und da Jamie davon nicht überzeugt ist, bekommt er einen Keks als Wegproviant. Dort angekommen, leert Tommy unsere WC Toilette und Jamie und Katja schaffen ein paar Sachen nach draußen fürs „Picknick“. Als wir aufbrechen, ist es schon wieder später Nachmittag, was Feierabendverkehr in Halmstad erwarten lässt. Dementsprechend länger dauert es, bis wir zurück am Stellplatz in Tylösand ankommen, wo Tommy und Jamie nochmal kurz runter zum Wasser gehen, aber schon recht bald zurückkommen, weil es Jamie zu kalt ist. Als die Sonne verschwindet, verriegeln wir unseren Ludwig, denn es wird zeitig dunkel und dann auch schnell kalt.



ein sehr geschäftiger Stellplatz in Helsingborg

Auch heute erwachen wir zu herrlichem Sonnenschein und stellen erstmal unser Solar nach draußen. Als wir dann fertig gefrühstückt, abgewaschen und aufgeräumt haben, gehen wir nochmal gemeinsam an den Strand. Katja ist total verwegen heute und wird sich unter der Kaltwasser-Außendusche nicht nur waschen, sondern auch gleich die Haare waschen! Brr, das ist erfrischend, jetzt ist sie definitiv wach. Anschließend laufen wir ein ganzes Stück am Strand entlang, bis zum Hotel Tylösand und dann wieder zurück zum Ludwig, da wir heute noch weiterfahren möchten.

Weil es sich gerade ergibt und die Möglichkeiten dazu hier in der Region nicht so zahlreich sind, leeren wir gleich nochmal unsere WC Kassette (man weiß nie, wann sich wieder die Gelegenheit dazu bietet) und kümmern uns auch gleich um Frisch- und Grauwasser an der angrenzenden OK Q8 Tankstelle. Danach geht’s weiter Richtung Helsingborg, wo Tommy einen Stellplatz vor der Stadt rausgesucht hat. Katja recherchiert während der Fahrt ein wenig bezüglich Parkplätze in der Stadt für einen weiteren Stadtbummel, aber das scheint in Helsingborg schwierig zu sein. Jamie protestiert, er will nicht schon wieder ne Stadt anschauen und eigentlich hat Katja auch keine Lust dazu. Also geht’s bei herrlichem Sonnenschein zum Stellplatz an der Ostsee, wo wir dann auch gleich loslaufen und den Strand erkunden. Auf der gegenüberliegenden Seite befindet sich Dänemark und es gibt regen Schiffsverkehr zwischen beiden Seiten. Der Stellplatz ist sehr beliebt, am Abend kommen ständig Wohnmobile und Vans vorbei und suchen einen Stellplatz, aber davon gabs schon zu unserer Ankunft nicht mehr besonders viele. Nach dem die Sonne verschwunden ist, ist es wieder kalt und wir machen die Schotten dicht, um die Wärme im Ludwig zu halten.


ein zweiter Tag in Helsingborg und ein Besuch im Schlosspark Sofiero 

Wir wollen eine zweite Nacht bleiben, deswegen nehmen wir uns heute Morgen alle Zeit der Welt für Aufwachen, Aufstehen und Frühstücken. Danach ziehen wir uns an und unter Protest kommt der Junior mit – warum müssen wir denn jeden Tag irgendwas anschauen?! Wir wollten ja eigentlich gestern schon zu diesem Labyrinth, das Tommy bei Google Maps entdeckt hat aber der Weg wäre gestern zu lang geworden. Heute machen wir uns dann also gleich auf und Tommy regt sich furchtbar über Maps auf. Also wenn manche Menschen immer furchtbar Angst davor haben, dass die künstliche Intelligenz irgendwann komplett unser Leben bestimmt, können wir nur sagen, keine Bange!  Denn so lange Google das nicht hinbekommt und uns langschicken will wo kein Weg langführt (weil da nämlich ein Haus steht) oder es uns nach links führen möchte obwohl das Ziel nun mal rechts ist, dann hat es zum Gück noch einen langen Weg bis zur totalen Weltherrschaft vor sich. Wir finden die Stelle, wo das Labyrinth sein sollte, aber da ist der Zaun vom Schlosspark Sofiero drumherum, ohne Eintritt kommen wir da also nicht rein. 

Wir überlegen kurz, zahlen den Eintritt und betreten den großen Schlosspark. 1905 machte König Oskar II. seinem Enkel Kronprinz Gustaf Adolf und seiner Frau Margareta das Schloss zum Hochzeitsgeschenk. Margareta ist eine begeisterte Gärtnerin und legt den heutigen Park im englischen Stil an. Anhand vieler im Park gezeigten Fotos kann man sehen, dass Gustaf Adolf und Margareta selbst Hand angelegt haben bei der Umgestaltung und Bepflanzung des Areals. Wir bewundern den schönsten Park Schwedens (2009) und den besten Park Europas (2010), seine zahlreichen Blumen- und Gemüsebeete und die vielen Obstbäume, von denen der ein oder andere Apfel bei uns im Rucksack landet, weil sie sonst achtlos auf dem Boden liegen bleiben würden. Wir statten natürlich auch dem Labyrinth einen Besuch ab aber irgendwie haben wir das anders in Erinnerung: seit wann läuft man bei einem Labyrinth auf der einen Seite rein und kommt problemlos auf der anderen Seite wieder raus? Meist schafft man es nicht mal bis zur Mitte….? Als wir beim Spielplatz vorbeikommen, ist Jamie Feuer und Flamme, er probiert alles aus, klettert über den Hindernissparcour, flitzt über den kleinen Baumkronenpfad und verbringt viel Zeit in der Spielhütte, die Gustaf Adolf seinen Kindern und deren zahlreichen Besuchern mit viel Liebe zum Detail baute. Selbst im Spielbereich finden wir zahlreiche Kräuterbeete und es macht Spaß, dort zu sitzen, den Kindern beim Spielen zuzusehen und das ganze Umfeld auf sich wirken zu lassen. 

Wenn es nach Jamie ginge, wären wir immer noch dort, aber irgendwann schaffen wir es zum nächstgelegenen Café, wo es – ganz untypisch für Schweden – chai latte gibt, was wir natürlich sofort ausnutzen müssen. Leider ist es mit Kind nicht möglich, einfach mal für ein paar Minuten ruhig zu sitzen und das Ambiente zu genießen. Kaum hat man mal begonnen, genüsslich den Schaum von seinem Chai latte runter zu löffeln, springt Jamie bereits im Gebüsch herum und will Verstecken spielen. Den Weg zum Ludwig schaffen wir erstaunlich gut, auch wenn hin und wieder leichte Proteste hinsichtlich des langen Nachhausewegs zu vernehmen sind. Dort angekommen, hat das Kind seine Energie wiedergefunden und weil das für uns beide gerade einfach zu viel ist und man davon schlichtweg eine Meise bekommt, packen wir heute mal das DVD Laufwerk aus und er darf einen Film anschauen. 1,5 Stunden Ruhe!




ein Kurzbesuch in Malmö

Heute soll es nach Malmö gehen. Leider ist das Wetter nicht mehr so gut wie die letzten Tage, der Himmel ist grau, aber es bleibt trocken. Leider finden wir keinen Rastplatz zum Leeren unserer Klo Kassette, die Latrinenentleerung ist in der Gegend hier nicht sonderlich weit verbreitet (hatten wir das schon erwähnt?). In Malmö angekommen, nutzen wir einen Parkplatz etwas abseits vom Stadtzentrum und zahlen dort eine Tagesgebühr von 25 SEK über die App. Es gibt zwar einen Parkscheinautomaten, aber der scheint nicht zu funktionieren. Katja möchte ihn auch nicht unbedingt anfassen, so schmutzig wie er ist. Wir stehen direkt an einem Spielplatz und wenn es nach Jamie ginge, hätten wir die Parkgebühr nur bezahlt, damit er hier den ganzen Tag spielen kann. Es folgt mal wieder ein Deal: zu erst gehen wir in die Stadt und schauen ein bisschen rum und danach darf Jamie spielen. 


Katja hat sich schlau gelesen über die 15 tollsten Dinge, die man in Malmö machen oder ansehen kann, davon entfallen die meisten Dinge weil nicht fußläufig oder weil man irgendwo Eintritt zahlen muss, was mit Jamie meistens keinen Sinn macht. Also laufen wir zum zentralen Platz, dem Stortorget, anschließend zu einem anderen kleineren Platz, dem Lilla Torg, zur Sankt Petri Kirche, fotografieren das ein oder andere, essen eine Kleinigkeit und finden irgendwie nichts mehr, was man noch anschauen könnte. Die Öresund Brücke nach Dänemark ist als Highlight angegeben aber fährt man da extra hin, um sie sich anzuschauen? Wir sind also zurück am Ludwig und Jamie tobt sich auf dem Spielplatz aus. 


Zum späten Nachmittag wird es dort richtig voll, die Leute kommen von der Arbeit und gehen raus mit ihren Kindern. Direkt zwischen Ludwig und Spielplatz befindet sich ein Fahrradweg und man muss bei dem Verkehr höllisch aufpassen, nicht umgeradelt zu werden. Bei den Schweden gehört es zum guten Ton, mit dem Fahrrad zu fahren, deswegen kann man zahlenmäßig auf diesem Fahrradweg schon fast vom Aufkommen einer deutschen Autobahn sprechen. Im Stadtgebiet von Malmö wollen wir nicht übernachten und so fahren wir später eine halbe Stunde ins Umland, in den kleinen Ort Bara. Dort steht das Schloss Torup und auf dem anliegenden großen Parkplatz kann man im Wohnmobil übernachten.



Haushalts- und Entspannungstag in Trelleborg

Bevor wir am nächsten Morgen weiterfahren, schauen wir uns noch auf dem Schlossgelände um und laufen im liebevoll gepflegten Schlosspark umher. Als wir am Gemüsegarten vorbeikommen, werden wir neidisch wegen der fachmännisch angelegten Beete und ihrem üppigen Ertrag. Klar, das sieht immer alles so schön einfach aus aber da steckt natürlich eine Menge Arbeit dahinter. Am Wildgehege schauen wir auch noch kurz vorbei und dann geht’s weiter nach Trelleborg. Eine wahnsinnig lange Fahrt wird das nicht, nach knapp 25km sind wir bereits da. Bei den vielen Kurzstrecken können wir unsere Ecos nicht aufladen und die elektronischen Geräte und die Laptops werden regelmäßig genutzt. Also brauchen wir unbedingt mal wieder einen Stellplatz mit Stromanschluss. Wir entscheiden uns für den Golfclub in Trelleborg, wo wir für die Nacht nur 200 SEK zahlen. Tommy zahlt gleich für zwei Nächte und danach breiten wir uns aus: Tisch und Stühle kommen aus ihrem Versteck und Tommy räumt die Garage auf. Heute sind wir einfach mal faul und machen nichts mehr.




Sightseeing in Trelleborg - unser letzter Tag in Schweden 

Am nächsten Tag fahren wir ins Stadtzentrum von Trelleborg zur Trelleborgen. Die dänische Burg wurde um die Zeit um 980 errichtet, gegen Ende der Regierungszeit von König Harald Blauzahn (über den haben wir bereits in unserem Dänemark Bericht geschrieben), um die königliche Macht Dänemarks zu manifestieren, Stützpunkte zu errichten, Steuern einzutreiben und sich zu verteidigen. Bald schon verlor die Burg ihre Funktion, als Harald Blauzahn von seinem Sohn Sven Tveskägg als König abgelöst wurde und dieser andere Vorstellungen vom Regieren hatte und, wie so oft, alles besser wusste. 


Erst in unserem Jahrhundert wurde die Burg durch Zufall wiederentdeckt, als man Wohnhäuser auf dem Platz errichten wollte. Man fand Spuren von Holzstöcken, Wällen und Wallgräben und begrub die Pläne für Wohnhäuser. Ein Teil der Ringburg wurde im damaligen Stil rekonstruiert, kann heute bewundert werden und zeugt von der dänischen Geschichte Trelleborgs. Nach einem kleinen Stadtbummel durch das Stadtzentrum Trelleborgs und einer Brombeersammelaktion kehren wir zum Golfplatz zurück und lassen den Tag dort ausklingen. Es muss ein bisschen was eingepackt und ein paar Brote geschmiert werden, denn morgen fahren wir mit der Fähre…..



zurück in Deutschland 

Genau, wir fahren heute mit der Fähre nach Rostock. Tommys Mama hat nächste Woche Geburtstag und seine Eltern verbringen ihren Urlaub an der Ostsee, was wir uns zum Anlass genommen haben, die Oma zu überraschen. Der Opa ist natürlich eingeweiht, denn so ganz ohne Mitwisser kann man sowas nicht durchziehen. Der Check-in für die TT-Line erfolgt wie schon bei der Überfahrt von Finnland nach Schweden im do-it-yourself-Verfahren und man geht davon aus, dass es jeder mit den Touchscreen Terminals schon irgendwie hinbekommt. Ganz so einfach ist es nicht, denn auch Katja hat ihre Probleme, schon allein deswegen, weil das System sehr schwerfällig reagiert und man fingerbrechend auf dem Bildschirm herumhauen muss. Wir sind nicht die einzigen mit Problemen, denn nachdem man seine Boarding Pässe erhalten hat, fährt man weiter zu einer Schranke, die sich öffnet, sobald man diese Pässe gescannt hat. Dies funktioniert gleich bei zwei Wohnmobilen vor uns nicht, sodass sich zwei Schlangen bilden, wo eigentlich keine vorgesehen sind. Hat man auch diese Hürde überwunden, tut man gut daran, in den vorgegebenen Spuren zu parken, denn steht man falsch, könnte dies fatale Folgen haben. Aber dazu später mehr. 

Tommy hat sich gerade über das vorbereitete Frühstück hergemacht, als die Spur neben uns bereits auffahren kann und recht bald danach sind wir an der Reihe. Eine komplett neue Erfahrung für uns, denn bisher haben wir es immer geschafft, fast die ersten beim Check-in zu sein und die letzten, die die Fähre befahren können. Wir fahren auf die Fähre und landen nicht im Bauch sondern auf dem Oberdeck, wo unser Ludwig auch mal Seeluft schnuppern und die Aussicht genießen darf. Anschließend suchen wir uns einen Platz direkt vor dem Kinderland, ergattern eine der heiß begehrten Steckdosen und dort machen wir es uns für die nächsten 6 Stunden bequem. Ein sehr schönes feature in diesem Bereich sind die Tische, die wie Spielbretter bedruckt sind, zur Auswahl stehen Mensch-ärgere-dich-nicht, Mühle und Schach. Da wir unsere eigenen Spiele dabei haben, müssen wir uns nicht mal Spielfiguren ausleihen sondern legen gleich mit den unseren los. Tja und sonst gibt es nicht viel zu berichten, 6 Stunden Zeitvertreib ist schon grenzwertig, aber wir waren schlau und haben den Laptop mitgenommen und Jamie erlaubt, dass er einen Film schauen darf. Da uns nach unserer Ankunft eine zweistündige Fahrt bevorsteht, nutzen Tommy und Katja das Mittagsangebot an board – Jamie ist so aufgeregt, dass er heute fast nichts essen mag. Als wir die Durchsage des Kapitäns hören, dass das Schiff nach Travemünde fährt, bleibt uns kurz das Herz stehen, denn so war das nicht geplant. Dann Durchatmen, denn sie machen einen 1,5 stündigen Zwischenstopp in Rostock. Aber wie funktioniert das dann mit dem Verlassen der Fähre? Katja ist sich sicher, dass sie das irgendwie geregelt haben, aber vorsichtshalber fragen wir doch mal nach. Und erhalten die Auskunft, dass wir runterkommen, solang wir beim Boarding auf der richtigen Spur gestanden haben. Puh, Glück gehabt. Am Nachbartisch wird ebenfalls über das Thema diskutiert, wir sind also nicht die einzigen Zweifler. 

Als wir am Warnemünder Leuchtturm vorbeischippern, stürmen die ersten Fahrgäste bereits aufs Fahrzeugdeck und verbreiten eine Menge Unruhe unter den übrigen Passagieren. Katja kommt das alles sehr spanisch vor, der Kapitän hatte doch erst vor 20 Minuten durchgegeben, dass wir in einer Stunde in Rostock sein werden. Hat wohl wieder keiner zugehört?! Später sitzen wir im Ludwig und warten darauf, von der Fähre fahren zu dürfen, was ungewöhnlich lange dauert. Wir warten bestimmt 45 Minuten, nachdem die Fähre bereits angelegt hat. Danach geht’s los Richtung Usedom und der Feierabendverkehr in Wolgast ist glücklicherweise auch schon vorbei. Dort staut es sich ja immer bei der einzigen Brücke, die nach Usedom führt. Warten müssen wir aber trotzdem, denn die Brücke hat sich gerade für den Schiffverkehr geöffnet. Gegen 18 Uhr sind wir dann endlich da und die Überraschung ist gelungen!



Dienstag, 7. Januar 2025

Unsere Skandinavien Reise Teil 20 - unterwegs im westlichen Südschweden

 

Noch immer in der Nähe von Ystad- am Strand

Am nächsten Tag haben wir wieder super Wetter und einen schönen Sandstrand fast vor der Wohnmobiltür. Wir fahren knappe 3 Kilometer zum Strand und auf den geräumigen Parkplatz, der wie wir leider feststellen müssen, 20 Uhr verschlossen wird. Dort stehen wir bis zum Nachmittag und verbringen einen entspannten Tag am Meer. Katja bleibt vorerst im Ludwig und betreibt ein wenig Recherche für die nächsten Tage, Jamie und Tommy buddeln Löcher im Sand und sammeln Müll auf, der leider wieder zahlreich zwischen den Steinen zu finden ist. Später gesellt sich auch Katja zu ihren beiden Männern, wir erkunden den Strandabschnitt bis zum großen (stinkigen) Steg und laufen wieder zurück. Stinkig deswegen, weil der komplette Strandabschnitt links vom Steg übersäet ist mit nicht so dolle riechenden Algen und auch die linke Hälfte des Stegs damit bedeckt ist. Danach gibt es unseren Nachmittagssnack und wir bleiben bis circa 16 Uhr auf dem Parkplatz, bevor wir uns auf den kurzen Weg zu unserem heutigen Stellplatz machen. 

Dieser befindet sich ganz knapp vor einem Naturreservat, in dem das Abstellen von Wohnmobilen, das Zelten usw. verboten ist, aber man scheint darauf geachtet zu haben, Wohnmobillisten ebenfalls einen Stellplatz anbieten zu können. Zumindest scheint es so, denn überall sieht man Campingverbotsschilder und durchgestrichene Wohnmobile und Wohnwagen aber hier an dieser Stelle gar nichts. Der Park ist ein Tümmelplatz für Jogger und sonstige sportlich aktive Menschen, denn es gibt eine schöne Laufstrecke durch den Wald, Draußen-Fitnessgeräte, einen Spielplatz, Boulebahn und – was für ein klasse Service – ein Häuschen mit Toiletten, Umkleidekabinen und warmen Duschen, geöffnet von 6 bis 22 Uhr! Von der Stellplatzapp wissen wir, dass einige Camper nur für die Duschen hierher kommen und dann weiterfahren aber das finden wir dann doch etwas frech.

 
Sommerwetter pur, also zurück zum Strand! 

Da es wieder ein schöner Tag werden soll und die Zeit am Strand sehr schön war, machen wir das selbe heute nochmal. Nach Frühstück und Spielplatz fahren wir zum Strandparkplatz, verbringen den Tag an der Ostsee und Tommy und Jamie sammeln diesmal Steine. Blöderweise werden heute die Algen dort angespült, wo ein Großteil der Leute am Strand liegt. Wir müssen fast bis zum Ende des Strandes laufen (dort steht übrigens ein alter Bunker) um ohne Algendusche ins Wasser zu gelangen. Wir befinden uns ja hier an der Ostsee und wenn man mal nach dem morgendlichen Erwachen nicht mehr weiß, dass man sich in Schweden aufhält, könnte man sich dank des typischen „Ostsee Ambientes“ auch direkt irgendwo auf der anderen Seite (in Deutschland oder Polen) befinden. Man findet üppige Nadelwälder, übersäet mit dem typischen Ostseesand, dazwischen die Trampelpfade, die sich als Strandzugang etabliert haben und die zahlreichen Ferienhäuser, die besonders in den Sommermonaten bewohnt sind. Hier an der schwedischen Ostseeküste gibt es die kleinen bunten Strandhäuschen, die in mehreren Reihen hintereinander stehen und ihren Nutzern an heißen Strandtagen ein wenig Unterschlupf aber meist nicht sehr viel Platz bieten. 


Tommy konnte einen Blick in die ein oder andere Hütte erhaschen, und sah Tische und Stühle, manchmal eine Couch, Regale zur Aufbewahrung diverser Utensilien oder als Lagerräume genutzte Hütten mit Sonnenschirmen und Strandequipment. Wenn man keine großen Ansprüche an eine Behausung hegt, kann man hier sicherlich auch die ein oder andere Nacht verbringen, eine Kaltwasserdusche gibt es auf der Promenade auch. Auch heute verlassen wir so gegen 16 Uhr den Strand, müssen unseren kaputten Jamie aus seinen nassen Badesachen schälen, waschen, abtrocknen und umziehen und dann fahren wir der Einfachheit halber auf den selben Stellplatz vor dem Naturreservat, machen vorher aber noch einen kleinen Abstecher in den Supermarkt. Heute nutzen wir auch mal die kostenfreien Duschen im Fitnesspark, um uns die ganzen Algen vom Körper zu waschen und unsere Badesachen abzuspülen.

 

Kletterpartie im Nimis im Königreich Ladonien

Jamie und Katja erwachen, weil recht früh schon Autos an uns vorbeifahren, was ungewöhnlich ist, denn wir stehen bis hinten, wo niemand weiter fahren kann. Wir lunsen aus dem Fenster und sehen, dass sich jemand ganz dicht hinter uns gestellt hat. Mit ganz dicht ist ein Meter gemeint. Da wir vorne auf einen Block gefahren sind, um gerade zu stehen, bedeutet dies, dass wir uns nicht rückwärts rollen lassen können, um vom Block runterzukommen. Es werden immer mehr Autos und als wir dann recht bald aufgestanden sind, hat man bereits einen Pavillon an der Boulebahn errichtet. Da scheint also etwas stattzufinden. Wir sind beim Frühstück, als ein Herr an unsere Tür klopft und bestätigt, dass ein Boule Wettkampf stattfinden soll, hier so circa 30 Autos parken sollen und ob wir das Wohnmobil nicht wegfahren könnten. Wir einigen uns mit ihm, dass wir wenigstens noch fix unser Frühstück beenden können. Wir machen ihn darauf aufmerksam, dass wir gern rückwärts fahren würden, was aber nicht geht und ein paar Minuten später ist der Platz hinter uns frei. Bevor sich wieder jemand da hin stellt, rollen wir schon mal vom Block. Das Frühstück können wir nicht mehr beenden, denn inzwischen werden es immer mehr Autos und die parken alle links und rechts des Weges. Katja meint, dass es wohl besser wäre, das Frühstück irgendwo anders zu beenden. Wegräumen müssen wir ja die Sachen trotzdem alle, wir können beim Fahren nichts auf dem Tisch stehen lassen und als wir schon fast so weit sind, parkt ein Herr ganz demonstrativ sehr dicht vor uns. Als Katja ihn bittet, damit noch zwei Minuten zu warten, bis wir rausgefahren sind, wird er ziemlich unhöflich, ihm wäre es erlaubt hier zu parken, uns nicht und er fährt nirgendwo hin. Nun gut, er ist wohl mit dem falschen Fuß aufgestanden, wir kommen auch so raus aber nett war es natürlich nicht, zumal es überhaupt nicht verboten ist, hier zu parken. Insgeheim wünschen wir ihm Impotenz, einen fetten Schwarm Mücken und die Affenpocken und fahren vor zum Supermarkt, wo wir auf dem benachbarten Parkplatz unseren Ludwig erstmal richtig abreisefertig machen und dann fix noch ein Brot kaufen. 


Dann fahren wir eine längere Strecke, weil wir die Großstädte an der Westküsten erstmal auslassen wollen und sich unser Ziel nördlich von Helsingborg befindet. Zwischendurch füllen wir Frischwasser auf, leeren unseren Grauwassertank und fahren wieder einen Umweg für Latrinenentsorgung, denn es gibt zwar einige Rastplätze auf der Strecke, aber kaum einer bietet die Möglichkeit, sein Wohnmobil Klo zu leeren. Danach geht’s Richtung Höganäs und dort beim zweiten Anlauf auf den richtigen Parkplatz Himmelstorp, weil wir eine ganz besondere Wanderung planen. Denn wir besuchen heute das Königreich Ladonien und hier die Holzkonstruktionen von Lars Vilks, bekannt unter dem Namen Nimis. 1980 begann er damit, im Naturreservat Kullaberg mit angeschwemmten Holz Skulpturen zu bauen, die über die Jahre immer größer und umfangreicher wurden. Erst nach zwei Jahren erfuhren die Behörden von diesen Bauwerken und eine Reihe von Gerichtsverfahren nahmen ihren Lauf, währenddessen der Bau der Türme und Verbindungstunnel weitergeführt wurde. Für Nimis wird nirgendwo Werbung gemacht, es erscheint kein Hinweis auf den Wanderschildern und Wegweisern und man findet den Weg eigentlich nur aufgrund seiner Beliebtheit weil ein reger Besucherandrang dorthin besteht. Erst ziemlich zum Schluss findet der aufmerksame Wanderer gelbe „N“ auf Bäume gemalt und kann sich in Sicherheit wähnen, auf dem richtigen Weg zu sein. Was bis dahin noch eine gemütliche Wanderung war, wird dann recht beschwerlich, der Weg nach unten führt über Stock und Stein und die Abstände zwischen den zahlreichen Wurzeln sind teilweise so klein, dass man mit dem Fuß keinen wirklich guten Tritt bekommt. Aber wir können uns glücklich schätzen, dass das Wetter in den letzten Tagen so vorbildlich sommerlich war, bei Regen möchten wir diesen Weg nicht laufen, schließlich werden die Steine und vor allem die Wurzeln rutschig und der Weg hinab damit sehr gefährlich. Irgendwann steht man dann vor dem offiziellen Eingang zum Nimis und dort beginnt die Klettertour durch den Holztunnel. 



Es ist steil, viele der Holzbretter haben dem Gewicht der zahlreichen Besucher bereits vor vielen Jahren nachgegeben und es wurden einfach neue Bretter darüber gezimmert. Überall schauen Nägel heraus, so dass man auf Kleidung und generell auf sich achten muss, um nirgendwo hängen zu bleiben. Zwischendurch fehlen Stufen und man muss sehr große Schritte machen und sich an den alten Holzbalken am Rand festhalten. Das klingt alles schlimmer als es wirklich ist, wir haben die Kletterei mit Jamie gemacht, und es ist nichts passiert. Wir haben ihm vorher erklärt, dass er aufpassen muss und haben während der Kletterei ein wachsames Auge auf ihn geworfen und das reicht vollkommen aus. Man kann die Tour mit kleinen Kindern machen, sofern sie natürlich schon selbst laufen und trittsicher sind. Die meisten Kinder sind wahrscheinlich sowieso fitter als manch Erwachsener. Unten angekommen, gibt es ein Belohnungspicknick, dann schauen wir noch zu dem anderen Bauwerk am Strand, genannt Arx und dann machen wir uns an den Teil, der weitaus anstrengender ist, nämlich den Aufstieg. 




Wieder durch die klapprige und enge Holzkonstruktion durch, über Stock und Stein und steil bergauf bis zum normalen Wanderweg und dort angekommen, kann man wieder durchatmen und sich über eine normale Wanderung zurück zum Parkplatz freuen. Dort dürfen wir leider, wie überall sonst in dieser Gegend, von 22 bis 6 Uhr nicht parken und so müssen wir noch einen Stellplatz suchen. Wir haben zwei zur Auswahl und fahren sie ab. Der Golfplatz Parkplatz ist unsere zweite Wahl und wir kommen hierher zurück, wenn der andere nicht mehr frei sein sollte. In Svanshall am Hafen gibt es 5 Bezahl- Stellplätze mit Blick auf die Ostsee und ein Parkplatz ist noch frei. Den Ausblick nehmen wir dankend an, erkunden noch ein wenig den kleinen Hafen und dann ist es auch schon wieder Zeit fürs Abendessen.

 


UFO Absturzstelle und Leuchtturm Morups Tånge

Beim Aufwachen ist alles anderes als gestern. Kein blauer Himmel mehr, alles grau. Der Sommer hat sich wohl erstmal verabschiedet. Wir lassen uns viel Zeit mit dem Fertigwerden, schließlich haben wir auch noch keinen wirklichen Plan für heute. Der entsteht im Laufe des Aufräumens und so fahren wir los nach Ängelholm, wo am 18.05.1946 Gösta Carlsson ein abgestürztes UFO im Wald beobachtet haben will. Es gibt ein Grab, wo zwei tote Besatzungsmitglieder während der Reparaturarbeiten abgelegt wurden und eine kleine Nachbildung des UFOs, das mit Ringen umgeben ist, welche die Originalgröße des Raumschiffes abbilden sollen. Da es gerade zu regnen begonnen hat, bleiben wir nicht lange, aber als wir zum Wohnmobil zurückgekehrt sind, ist es wieder halbwegs trocken. 



Also gleich noch ein Abstecher an den nahegelegenen Strand (der eigentliche Grund für den großen Parkplatz hier), der heute keine Badegäste aufzuweisen hat. Dann fahren wir noch ein ganzes Stückchen weiter Richtung Norden, an Halmstad vorbei zum Leuchtturm Morups Tånge. Laut Schildern darf man dort gar nicht mit dem Wohnmobil parken, aber wie soll man sonst bitteschön dort hinkommen? Wir parken trotzdem, trotzen dem bescheidenen Wetter und machen im Regen unsere Bilder. 


Danach gibt’s einen Nachmittags Snack und anschließend fahren wir zu unserem heutigen Stellplatz: wieder direkt an der Ostsee am Windpark Falkenberg und mit echt beschissenem Wetter. Nach dem Abendessen regnet es sich ein, es windet immer heftiger und manch anderes Wohnmobil nimmt das zum Anlass, den Platz zu verlassen. Die haben ganz offensichtlich noch nicht in Irland Urlaub gemacht!

 


Nichts zu tun und bescheidenes Wetter - also ein Faulenzertag

Nun ja, die Nacht war nicht so angenehm, es hat ein wenig geschunkelt, aber das ist nicht der eigentliche Grund, warum wir schlecht geschlafen haben. Wir haben vergessen, wie laut Wind sein kann und wie sehr dieses Geräusch vom Schlafen abhalten kann. Jamie ist kurz nach 5 Uhr munter, schläft aber zum Glück nochmal ein, weil es draußen noch dunkel ist. Als wir erneut erwachen, ist es nach 9 Uhr, die Sonne scheint, es regnet nicht mehr und der Wind hat ebenfalls nachgelassen. Wir haben keine Eile, frühstücken und dann macht es sich Jamie in seiner Spielecke mit all dem Lego bequem und macht den Eindruck, diesen Ort heute nicht mehr verlassen zu wollen. Wir lassen ihn gewähren, erstens weil wir sowieso keine Pläne für heute haben und weil wir ihn auch nicht immer antreiben wollen, sich etwas mit uns anzuschauen oder spazieren zu gehen. Da gibt es nämlich oft Streit, weil er das eigentlich gar nicht möchte, weil es ihn nicht interessiert oder weil er ja angeblich nie zum Spielen kommt und seine Interessen auch nie berücksichtigt werden. Also verbringt er den Tag im Ludwig. Irgendwann macht sich Katja zu Fuß auf den Weg zum Einkaufen. Wir brauchen eigentlich nichts wirklich dringend, außer vielleicht Brot oder Brötchen aber die ganze Zeit drinnen hocken will sie auch nicht und so läuft sie die 2km dorthin und wieder zurück. 


Nach ihrer Rückkehr gibt’s ein Heißgetränk. In der Zwischenzeit hat es sich schon wieder zugezogen und tröpfeln tut es auch immer mal wieder. Tommy möchte sich auch ein wenig die Beine vertreten und so geht er mal die Umgebung auskundschaften. Der Wind wird immer heftiger und inzwischen sind wir das einzige Wohnmobil weit und breit. Wir überlegen, ob wir noch so eine Nacht direkt am Wasser verbringen wollen oder nicht lieber irgendwo etwas geschützter stehen wollen und entscheiden uns, die paar Meter zum nahegelegenen kostenpflichtigen Stellplatz am Lövstavikens Fyr zu fahren. Da hätten wir wenigstens Strom und die Toilette müsste morgen sowieso geleert werden. Na gut, so parken wir um und da Katja eine Waschmaschine entdeckt, haut sie schnell noch die Dreckwäsche in die Maschine und später in den Trockner. Als wir die fertige Wäsche abholen wollen, ist das Servicehaus leider nicht mehr zugänglich, so dass die Wäsche die Nacht verknitternd im Trockner verbringt.

 


kleiner aber feiner Stadtbummel in Varberg

Als Katja am Morgen von Jamie geweckt wird, holt sie erstmal die Wäsche. Gestern war sie bestimmt trocken, aber die Nacht im Trockner hat sie etwas klamm werden lassen. Also passiert, was Katja eigentlich vermeiden wollte: Im Ludwig hängt wieder jede Menge Wäsche zum Trocknen herum. Sie geht duschen und die Männer bereiten das Frühstück vor. Der Regen setzt wieder ein und das nicht gerade wenig. Bis wir alles fertig verräumt haben und Ver- und Entsorgung erledigt ist, haben wir schon wieder die Mittagszeit erreicht, aber uns treibt niemand an. Wir fahren noch mal schnell zum Coop und holen Brot, dann entscheiden wir uns für einen Besuch in Varberg. Kurz nachdem wir aufgebrochen sind, stoppt der Regen und blauer Himmel kommt zum Vorschein, das ist ja fast nicht zu glauben! 


An der Feste in Varberg gibt es sehr beliebte kostenlose Wohnmobilstellplätze und wir ergattern den Vorletzten. Wenn Jamie auch sonst nichts mitbekommt beim Fahren, aber den Spielplatz auf dem Weg dorthin hat er sofort gesehen und möchte ihn auch unbedingt sofort aufsuchen. Wir machen einen Deal, dass wir wenigstens die Festung und das Kaltbadehaus anschauen wollen und weil es dort leckere Waffeln im Café gibt und wir bisher noch keine probiert haben, lässt er sich dazu überreden. Das Warten ist aber auch schon wieder unerträglich lang und er weiß mal wieder nichts mit sich anzufangen. Um den Familienfrieden zu wahren, gehen Katja und Jamie anschließend auf den Spielplatz, während Tommy noch ein wenig im Hafen fotografiert. Leider dürfen wir auf dem Festungsparkplatz nicht über Nacht stehen bleiben, deswegen geht’s anschließend zum auserwählten Stellplatz an einem Fußballplatz. Dort ist bei unserer Ankunft viel los, aber die gehen ja auch irgendwann mal nach Hause. Wir essen und als es nach 19 Uhr nicht weniger, sondern noch mehr Autos geworden sind und die Anzeigentafel des Stadions darauf schließen lässt, dass hier gerade ein Spiel angepfiffen wird, verdünnisieren wir uns lieber und fahren noch zwanzig Minuten in den Wald. Dort haben wir unsere Ruhe.

 


ein kleiner Abstecher nach Halmstadt

Einen Großteil der Nacht haben wir vom Regen unsere Ruhe, aber am Morgen begrüßt er uns stürmisch und in seiner vollen Pracht. Nachdem wir aufbrechen, stoppen wir ein paar Meter weiter bei der dortigen Schaf-Farm und schauen mal durch ihren Shop, Flohmarkt, Café usw., fühlen die unterschiedlichen Wollarten und bestaunen rätselnd die alten Werkzeuge, deren Einsatzgebiet wir manchmal nur erraten können. Eigentlich möchte Jamie Schafe streicheln, die lassen sich aber bei dem Regen nicht blicken und so kommt er auch um das lästige Händewaschen herum. 


Wir fahren weiter nach Halmstad, weil uns bei dem Wetter nichts besseres einfällt. In der Stadt lässt es sich mit dem Regen besser arrangieren, weil man zur Not auch mal irgendwo nach innen flüchten kann. Wir staunen allerdings nicht schlecht, als sich der Regen verzieht und blauer Himmel zum Vorschein kommt. So war es doch gestern auch…… also wenn das zur Gewohnheit wird….. wollen wir nicht meckern. In Halmstad angekommen, parken wir auf einem Parkplatz in der Nähe des alten Schlosses, haben drei Apps zum Zahlen zur Auswahl und zahlen nur 4 SEK pro Stunde (zwei von den drei hat Katja auf ihrem Handy und hier sind die Preise ausnahmsweise mal gleich). 


Wir laufen ein wenig in der Stadt umher, Jamie ist auf dem Laufrad unterwegs, und wir lassen die Stadtatmosphäre auf uns wirken. Ein richtiges Ziel haben wir nicht, wir lassen uns treiben, folgen interessanten Fotomotiven und landen, wie sollte es anders sein, in einem Café. Später geht’s zurück zum Parkplatz, auf dem wir nicht bleiben dürfen und fahren noch ein paar Kilometer aus der Stadt zum beliebten Tylösand, wo wir einen großen, fast leeren Parkplatz vorfinden. Vor ein paar Wochen noch, als es wärmer war, wäre hier sicherlich der Teufel los gewesen, weil sich alle am Strand gebrutzelt hätten, aber bei den momentan herbstlichen Temperaturen hat sich das erledigt. Zum Schauen laufen wir runter zum Strand und genießen die letzten Sonnenstrahlen, Jamie wirft sich in die Wellen und läuft somit nass zum Ludwig zurück und nur kurze Zeit später kommt der nächste Regenguss vom Himmel.