Vorneweg
einige Anmerkungen. Für den Reisezeitraum Februar / März ist es
unumgänglich, seine Unterkünfte vorzubuchen – leider mehr als nur
eine Nacht im Voraus und vorallem dann, wenn man sich ein Budget für
die Übernachtungskosten
gesetzt hat. Sonst kann man sehr schnell ganz alt aussehen und findet
entweder gar nichts mehr, oder muss sich damit abfinden, ab 200 NZD
aufwärts für ein Doppelzimmer zu zahlen. Wir wollten größtenteils
in Backpackerhostels übernachten und dafür waren 70-90 NZD pro
Nacht im Doppelzimmer eingeplant.
Leider
hatte ich den Ernst der Lage mit den Unterkünften unterschätzt und
so fanden wir für einige Orte nur noch Zweibettzimmer und das ein
oder andere Mal sogar nur noch shared accommodation, also Zimmer für
mehr als nur 2 Personen. Ein eigenes Bad hat man nicht bei allen
Doppelzimmern dabei und gerade bei den hostels gibt es große
Qualitätsunterschiede. YHA, die youth hostel assocation (also der
Jugendherbergsverband) hat die qualitativ besten hostels mit einem
recht hohen Standard. BBH hostels sind oft günstiger, aber leider
auch nicht so gut ausgestattet. Bei beiden Organisationen bekommt man
als Mitglied günstigere Konditionen, wird aber als Nichtmitglied
nicht abgewiesen. Das ein oder andere Mal waren wir in einem Holiday
Park, in dem verschiedene Arten von Unterkünften angeboten werden:
die meisten wohnen in ihren Wohnmobilen, andere in Zelten und andere
widerrum in einer Kabine. Zur allgemeinen Verwendung stehen Küche
und Bäder zur Verfügung.
Wir
wollen hier eine kurze Bewertung für jede von uns bewohnte
Unterkunft abgeben und vergeben hierfür Schulnoten von 1 bis 6.
Dubai liegt
natürlich nicht in Neuseeland, soll aber trotzdem kurz bewertet
werden, weil es für den ein oder anderen vielleicht als Transithotel
in Frage kommen könnte.
Holiday
Inn Express Dubai Airport, Airport Road, Dubai 35257, Vereinigte
Arabische Emirate; 86,00 EUR für ein Doppelzimmer
Eigentlich
handelte es sich um ein Zweibettzimmer, aber die beiden Einzelbetten
entsprachen zwei Doppelbetten. Von der Ausstattung her vollkommen
okay und alles vorhanden. Das Frühstücksbuffet war reichlich,
entsprach aber nicht wirklich unserem Geschmack bzw. unseren
Vorstellungen von einem Frühstück, was aber nicht weiter schlimm
war, denn im Flieger wurden wir ja auch wieder verpflegt. Der Shuttle
vom bzw zum Flughafen funktioniert reibungslos, sofern man erstmal
den richtigen Ort für die Abholung gefunden hat (man muss sich schon
ein bisschen durchfragen, was aber kein Problem ist, die Leute dort
sind alle sehr hilfsbereit). Das Hotel ist zwar Luftlinie nur ein
paar Hundert Meter vom Flughafen entfernt, aber durch einen
mehrspurigen Highway von diesem getrennt, daher ist das Laufen nicht
empfohlen.
Unsere
Schulnote für das Holiday Inn: 2
Bamber
House, 22 View Road, Mt. Eden, Auckland, 100 NZD für ein
Doppelzimmer
Das
Bamberhouse ist ein typisches Backpackerhostel mit chaotischer
Gemeinschaftsküche, Aufenthaltsraum, kleinem Waschraum mit
Waschmaschine und Trockner und vielen bunk rooms (Schlafsaal). Etwas
ab vom Haupthaus und in kleinen Bungalows sind die Doppel- und
Zweibettzimmer untergebracht, die ein eigenes Bad besitzen. Ein
solches Doppel
zimmer bewohnten wir. Das Zimmer war sauber und das Bad
zwar klein aber auch dieses sauber und ausreichend. Der Toilettensitz
etwas locker aber das könnte
man mit einem Schraubenzieher recht schnell reparieren. Mit zwei
Koffern im Zimmer weiß
man nicht so recht wo man laufen soll, aber diese
Enge ist nicht unüblich. In der Küche
findet man nach einigem Suchen alles was man braucht und muss dieses
vielleicht noch mal kurz spülen, aber
man gibt sich damit ab und ab
dem 3. Hostel macht man das schon gar nicht mehr.
Das
Bamber House befindet sich in unmittelbarer Nähe zum Gipfel des
Mount Eden, den man in ein paar Minuten zu Fuss erreicht. Ins
Stadtzentrum von Auckland kann man in knapp 20 Minuten laufen oder
nimmt den Bus, der direkt vor dem hostel hält (kostet 3,50 NZD).
Unsere
Schulnote für das Bamber House: 2
YHA
Opoutere, 389 Opoutere Road, 3691 Opoutere, 95 NZD für ein
Zweibettzimmer
Opoutere
selbst ist nur ein kleiner Ort und man muß aufpassen, die
Jugendherberge nicht zu verpassen, da die Einfahrt etwas versteckt
auf der linken Seite liegt. Das Gelände besteht aus mehreren Häusern
und wirkt daher ein wenig wie ein Ferienlager: Küchenkomplex, Bäder,
ein kleines Bettenhaus mit mindestens einem großen Schlafsaal und
einige kleine Bungalows, die Doppel- und Zweibettzimmer beherbergen.
Wir hatten leider nur ein Zweibettzimmer ergattern können und diese
Bungalows sind äußerst spartanisch eingerichtet, weil der Platz gar
nicht mehr hergibt. Zwei Einzelbetten und ein kleiner Nachttisch,
dafür aber mit Wasserkocher und einigen Teebeuteln, Instantkaffee,
Zucker und Milch um sich bei müde
n oder faulen Beinen nicht extra in
die Küche begeben zu müssen. Dazu eine kleine Veranda sodaß man
den Sonnenuntergang genießen kann.
Die
Bäder sind sauber, allerdings tummeln sich dort zu später Stunde
die vielen Grillen, die vom Licht angelockt werden (und irgend jemand
scheint immer das Licht anzulassen). Beim Duschen ist es schon etwas
gewöhnungsbedürftig, wenn unter der Tür die großen Tiere
hindurchgrabbeln oder wenn sie ihren Todeskampf im Waschbecken
austragen, weil sie dort hineingeflogen sind und nicht mehr hinaus
können. In der Küche ist es ähnlich, auch dort liegen sie oft in
der Spüle oder
fliegen durch den Raum, in den sie zwar hinein, aber
komischerweise nicht mehr hinausfinden.
Das
Personal ist nett, die Atmosphäre sehr entspannt und irgendwie
scheint die Zeit hier still zu stehen, weil eben auch nicht viel los
ist. Wer Jubel, Trubel und Unterhaltung braucht oder gerne noch für
einen Drink in die Stadt läuft, wird hier nicht glücklich werden,
alle anderen genießen die Stille. Gleich bei der Einfahrt befindet
sich ein Schild, welches auf den „Summit Walk“ hinweist; er führt
durch alten Regenwald und schlängelt sich dann langsam nach oben, wo
man einen tollen Ausblick auf das Umland genießen kann.
Unsere
Schulnote für die Jugendherberge: 3
Horse
and
Jockey
Inn, 85 Arawa Street, 3400 Matamata, 75
NZD für ein Doppelzimmer
Beim
Horse Jockey & Inn handelt es sich um Gasthaus mit Gaststätte,
oder um es landestypischer auszudrücken; die Zimmer befindet sich
überhalb des städtischen Pubs. Man muß aber nicht
befürchten, daß
es unerträglich laut wird, denn aufgrund der gesetzlich
vorgeschriebenen Sperrstunde wird irgendwann kein Alkohol mehr
ausgeschänkt. Die nicht vorhandene Lautstärke der Pubbesucher war
nicht der Grund, warum wir nicht schlafen konnten. Aber erstmal zur
Beschreibung des Zimmers; ein Doppelbett, 2 Nachtschränke, kleine
Garderobe und ein enges aber sauberes Schlauchbad gehören zur
Ausstattung. Da hier Bad an Bad zusammenliegen, kann man bei den
Aktivitäten des Nachbarn
gefühlt live dabei sein, man hört
wirklich so gut wie alles. Das Bett ist so durchgelegen, daß wir
beim Setzen fast herunterfallen, Liegen ist auch keine gute Stellung
für dieses Bett. Wir probieren ein wenig hin und her und schlafen
schlußendlich mit dem Kopf am Fußende, wo die Matratze noch stabil
genug ist. Leider ist es auch ziemlich stickig, was sich trotz
offenen Fensters nicht wirklich bessert und den vorhanden Ventilator
wollen wir nicht die ganze Nacht laufen lassen. Aber dafür kann
natürlich das Gasthaus nichts. Man hat die Möglichkeit, Frühstück
extra zu buchen und kann dies unten im Gasthaus zu sich nehmen.
Ansonsten hat man keine Möglichkeiten zu frühstücken, es gibt auch
keinen Wasserkocher um Tee oder Kaffee zu kochen. Bleibt also nur ein
Café im Ort oder der Countdown auf der anderen Straßenseite.
Unsere
Schulnote für das Horse Jockey & Inn: 4
YHA
Rotorua, 1278 Haupapa St, 3010
Rotorua,
94
NZD für ein Doppelzimmer
Mit
YHA kann man grundsätzlich nichts verkehrt machen in Neuseeland und
diese Aussage trifft auch für die Jugendherberge in Rotorua zu. Man
muß sich bewußt machen, daß hier natürlich auch der ein oder
andere Backpackerbus seine Insassen ausspuckt und daher eine gewisse
Rudelbildung in den Gemeinschaftsräumen stattfindet, aber damit läßt
es sich leben. Wir hatten ein Doppelzimmer mit eigenem sauberen Bad,
welches wieder nur so schmales angeklatschtes Kämmerchen war, aber
mehr braucht es ja im Grunde auch nicht. Die Küche ist riesig und
gut ausgestattet, kann aber zu den Stoßzeiten auch recht voll
werden. Wenn dann die Backpackerhorde schlauerweise auch noch ihre
Einkäufe oder Besitztümer auf den Tischen verteilt, wirkt es
schnell sehr voll. Wenn man es aber geschickt angeht und entweder
etwas früher oder später kocht, kann man dies recht gut
umgehen. Es
gibt mehrere große Kühlschränke, die aber alle gekrachte voll
sind, auch dies ist keine Seltenheit. Als Binsenweisheit kann man
sich merken, daß man immer Platz findet, wenn man nur gut genug
schiebt oder die
ein
oder andere Tüte
im Sinne von Tetris mal ein wenig deplaziert.
Man
kann sich Fahrräder ausleihen oder sich einfach nur die Zeit damit
vertreiben, dem hauseigenen Kätzchen beim Erkunden der Welt
zuzuschauen. Zum See ist man innerhalb von 10-15 Minuten gelaufen und
auch alles weitere ist nicht wirklich weit entfernt. Ein bißchen
negativ ist vielleicht der Parkplatz hinterm Haus. Da viele Zimmer
ebenerdig angeordnet sind, befinden sich die Fenster in gleicher Höhe
wie die parkenden Autos, was aber ein geringes Übel darstellt, wenn
nicht jemand stundenlang seinen Motor laufen läßt.
Unsere
Schulnote für das YHA in Rotorua: 2
Martinborough
TOP 10 Holiday Park, 10
Dublin Street West, 5711
Martinborough,
92 NZD für
eine Cabin mit drei Betten
Der
Holidaypark macht einen sehr neuen Eindruck, die Einrichtungen sind
alle recht modern. Die Küche ist ziemlich klein aber das ist in
Anbetracht der Tatsache, daß die meisten
sowieso in ihren Wohnwagen
kochen / essen kein Problem. Die sanitären Anlagen sind makellos.
Der Park ist keiner dieser Unterkünfte, wo Massenabfertigung
herrscht, er kann nicht sehr viele Bewohner aufnehmen. Aber sowas
Großes benötigt man in der Gegend auch gar nicht. Ins Stadtinnere
läuft man geschätzte 20 Minuten. Unsere Kabine wurde als
Dreibettzimmer vermietet, es beinhaltete ein Doppelbett und ein
Einzelbett, sowie Wasserkocher / Tee / Kaffee und ein wenig
Geschirr. Dieses solle man bitte gespült zurückbringen ansonsten
würde die Kreditkarte mit einer cleaning fee (also zusätzlichen
Gebühr) belastet. Ob man dies letztenendes wirklich tun würde, ist
fraglich, vielleicht möchte man dem Spülabgeneigten die
Entscheidung ein bißchen erleichtern… Bei der Abreise habe ich im
Büro mitbekommen, daß das Personal auch beim Buchen der Fähre im
nahegelegenen Wellington behilflich ist.
Leider
hatte ja das Wetter nicht so ganz mitgespielt, sonst hätten wir uns
sicherlich gründlicher umgesehen, aber wir mochten den Holidaypark
sehr.
Unsere
Schulnote für den TOP10 Holiday Park: 1
Wild
Zebra Backpackers, 58 Tory Street, 6011 Wellington, 87,13
NZD
für
ein Doppelzimmer
Bereits
der erste Eindruck im Wild Zebra hatte mich total enttäuscht. Tommy
wartete draußen im Auto (das Parkplatzproblem ist eine ganz andere
Sache!) während ich nur schnell einchecken wollte. Was allerdings
Ewigkeiten dauerte, weil sich die Belegschaft nicht wirklich
anstrengte, die länger werdende Warteschlange zügig abzuarbeiten.
Person 1 zählte Geld, Person 2 redete und
störte den Geldzähler,
Person 3 saß erst mit nem Topf hinter der Rezeption und schlürfte
ihr Essen um dann anschließend von der hinzukommenden Person 4
eingelernt zu werden. Das Hostel ist extrem abgewohnt, besonders die
Gemeinschaftsräume laden nicht wirklich zu Entspannung ein;
eigentlich möchte man sich dort überhaupt nicht lange aufhalten.
Im Wohnbereich stehen auch ein paar Fitnessgeräte herum aber ich
bezweifle, daß sie
funktionsfähig waren. In der Küche gibt es
nichtmal Handtücher, man muß also drauf warten, daß gespültes
Geschirr luftgetrocknet ist.
Die
Zimmer sind äußerst primitiv; der Zustand der Steckdosen ist
fahrlässig. Auf dem Flur stinkt es nach Schweiß, Nässe und Alkohol
und man möchte einfach so schnell wie möglich weg. Mit Lautstärke
hatten wir zum Glück kein Problem. Die sanitären Anlagen waren
nicht wirklich dreckig, sahen aber trotzdem nicht sehr einladend aus,
wahrscheinlich weil sie so abgenutzt sind. Das
Wild Zebra ist eine Unterkunft, in der wir sicherlich nicht wieder
bleiben würden!
Unsere
Schulnote für das Wild Zebra: 4,5