Montag, 17. Juni 2019

Urlaub in Irland 28.04.-12.05.2019: Teil 2 Nordirland (der 1. Streich)

Die nächsten Tage verbrachten wir in Nordirland und wir müssen sagen, daß uns dieser Teil des Landes ganz besonders gut gefallen hat. Obwohl dieser Ausdruck nicht ganz stimmt, denn Nordirland gehört schließlich nicht zu Irland, sondern zu Großbritannien. Diese Teilung Irlands war jahrhundertelang Streitpunk sowohl in Großbritannien als auch in Irland selbst und die Geschichte ist voll von Gewalt und nicht parlamentarisch abgesegneten Aktionen gegen den Gegner. Kurzum, es hat sich keine der beiden Seiten mit Ruhm bekleckert und eine Gewaltspirale in Gang gesetzt, aus der ein Ausstieg nur schwer möglich war. Irland erklärte sich durch die Einführung eines eigenen Parlaments für unabhängig, aber Nordirland blieb dank einer Volksabstimmung im Vereinigten Königreich. Im Laufe der Zeit bildete sich der sogenannte Nordirlandkonflikt heraus, der als Folge von unterschiedlichen Interessen in Nordirland entfachte. Auf der einen Seite standen die Unionisten (vorrangig Protestanten), welche die Zugehörigkeit zur englischen Krone beibehalten wollten. Ihnen gegenüber forderten die Nationalisten oder Republikaner (meist Katholiken) den Zusammenschluß mit der Republik Irland. Dieser teils sehr blutige Konflikt wurde durch das Karfreitagsabkommen 1998 beendet. Geklärt ist die Situation deswegen noch lange nicht, aber wenigstens hat die sinnlose Gewalt ein Ende gefunden. Wir waren kurz vor der Europawahl (einschließlich lokale Wahlen) in Irland und fast jeder Laternenpfahl ist dort mit Wahlplakaten zugepflastert. Mal liest man von einem Bekenntnis zu Europa, dann wieder von einem Zusammenschluß der Republik Irland mit Nordirland und andere möchten, daß alles so bleibt wie bisher. Wie will man da Konsens schaffen?
Besonders blutig ging es in der Stadt Londonderry zu, wo Protestanten und Katholiken immer wieder provozierend aufeinander trafen. Da selbst die Polizei nicht im Stande war, die Unruhen aufzulösen wurde die Hilfe der britischen Armee angefordert (1969). Auch 1972 erlangte Londonderry traurige Berühmtheit, bekannt unter der Bezeichnung „Blutsonntag“ (U2 besangen die Ereignisse in ihrem Hit sunday bloody sunday). Mitglieder des britischen Militärs erschossen 14 Zivilisten während einer Demonstration für Bürgerrechte, was in der Erstürmung und Brandlegung der britischen Botschaft in Dublin endete. Die IRA (Irish Republican Army) verübte zahlreiche Rache Anschläge.
Wir waren in Londonderry und zugegebenermaßen handelt es sich um keine besonders schöne Stadt, weswegen wir uns dort auch nicht besonders lange aufhielten. Sehr interessiert haben uns aber die zahlreichen Wandmalereien im Stadtviertel Bogside, Schauplatz der blutigsten Zusammenstöße während des Konflikts. Ihre politische Aussage ist nicht zu übersehen, genauso wie der Schmerz der Stadt, den man teilweise noch zu spüren glaubt. Hier und da erspäht man Poster / Aufkleber mit dem Aufruf zur Rebellion, Werbung für die IRA oder Verschmähung der Briten bzw. der britischen Armee.
Aus einem anderen Grund ist uns Londonderry in Erinnerung geblieben. Daß die Iren Musik mögen und in den Pubs regelmäßig gute Musik gespielt wird, dürfte den meisten Besuchern bekannt sein. Aber auch Mittags in einem Café? Der Hunger trieb uns ins Sandwich & Co und bereits auf der Straße begrüßte uns laute Musik, die aus der Lokalität strömte. Wir fanden einen Platz und es ist verwunderlich, daß wir die bestellten Speisen und Getränke bekamen, da eine Verständigung mit der Bedienung kaum möglich war.
Auf dem Weg von Dublin nach Belfast machten wir einen Übernachtungsstop in Annalong und über diesen Ort gibt es nicht wirklich viel zu sagen. Die Infrastruktur ist überschaubar, die Tankstelle und anliegender Lebensmittelshop bilden den Mittelpunkt. Dort befindet sich auch der einzige Geldautomat. Da wir beide gern durch Hafen spazieren und Boote fotografieren, fanden wir in Annalong trotz der hochgeklappten Bürgersteige noch willige Fotomotive bis uns das schwindende Tageslicht aufforderte, zur Unterkunft zurückzukehren.
Die Mourne Coastal Route hat einige kleine Schmankerl zu bieten, die es Wert gewesen wären, näher erkundet zu werden. Aber Zeit und Wetter ließen dies oft nicht zu. Wir kamen durch sehr kleine und entlegene Ortschaften mit teilweise nur ein paar Häusern und die Straßen wurden immer abenteuerlicher und schmaler.
In Belfast erkundeten wir das Titanic Quarter, wo sich Tommy sehr für das Dock der Titanic interessierte. Dort hineinlaufen oder zumindest hineinsehen zu können, hätte eine Ahnung von der Größe des damals größten Passagierschiffes geben können. Leider ist das Dock als solches nur noch in der Fläche vorhanden, aber eben nicht mehr räumlich in seiner Tiefe. Da dort auch das Schwesterschiff Olympic gebaut wurde, wäre die vergebene Fläche einfach zu groß gewesen. Aufgeschüttet als Ebene läßt sich das Dock noch für größere Events nutzen und ist aus städtebaulicher Sicht nicht komplett verloren. Ich glaube wenn man das Museum besucht (was wir nicht taten), bekommt man durch Filmaufnahmen eine gute Vorstellung von der Größe des Hafenbeckens von Titanic / Olympic.
Ein paar Meter entfernt vom Museum befindet sich ein noch erhaltenes flutbares Dock (= Hamilton Dock) der SS Nomadic, dem letzten erhaltenen Schiff der White Star Line Reederei, dem auch die Titanic angehörte. Die SS Nomadic diente als Tender, also Beiboot für Olympic und Titanic und brachte somit Passagiere und Versorgungsgüter an Board, wenn die riesigen Schiffe nicht in die zu kleinen Häfen einlaufen konnten.
Im Titanic Quarter befinden sich auch die Titanic Film Studios, die Belfast´s Aufstieg im internationalen Film- und Fernsehgeschäft bewerkstelligten. Der größte Erfolg für Nordirland und die Titanic Studios kann gleich nebenan in einer Ausstellung bestaunt werden: die Erfolgsserie Game of Thrones, die zwar auch an anderen Locations gedreht wurde, aber eben einen Großteil ihres Erfolges auch den wunderschönen Landschaften Nordirlands zu verdanken hat. Katja ist ein großer Fan der Serie, aber da Tommy noch keine einzige Minute von Game of Thrones gesehen hat, blieb ein Besuch der Ausstellung aus.
Im Großen und Ganzen ist Belfast als Stadt sehr enttäuschend. Gut, wir sind eben keine Stadtmenschen und bevorzugen immer die Natur und Abgeschiedenheit, aber leider gibt es in Belfast nichts wirklich sehenswertes. Die Stadt ist laut, dreckig und versprüht den Charme einer verkommenen Industriestadt. Wir hielten uns nicht lange dort auf und besuchten lieber die Perlen Nordirlands, wobei wir noch sehr viel mehr Zeit dort hätten verbringen können.
1. Giants Causeway
Das Highlight der Causeway Küste ist zweifelsohne der Giants Causeway oder der Damm der Riesen. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Phänomen und nicht wenige Besucher werden sich fragen, wie es zur Entstehung der knapp 40.000 recht gleichmäßig geformten Basaltsäulen gekommen ist. Die meisten der Säulen sind sechseckig und die größten der Säulen sind sage und schreibe zwölf Meter hoch. Geologen zufolge sind die Basaltsäulen das Resultat abkühlender Lava, was sehr langsam und gleichmäßig geschehen muß. Wikipedia sagt hierzu: „Die Säulenstruktur bildet sich dabei aus langsam in das Material hineinlaufenden Spannungsrissen. Diese entstehen durch die Abkühlung und Schrumpfung des Materials und breiten sich senkrecht zur Abkühlungsfläche aus Der Vulkan, dessen Lava zur Formation des Giant’s Causeway führte, ist mittlerweile durch Erosion abgetragen.“
Eine Legende zur Entstehung gibt es natürlich auch und wer sich mit geologischen Erklärungen schwertut, findet hier eine unterhaltsame Alternative. Grund für die Entstehung dieser Legende ist wahrscheinlich die Tatsache, daß ähnliche Formationen an der Küste Schottlands (Fingal´s Cave auf der Insel Staffa) gefunden wurden. Der Damm wurde demnach vom Riesen Fionn mac Cumhaill (Finn MacCool) gebaut, um mit seinem schottischen Widersacher Benandonner zu duellieren, der ihn zuvor stark beleidigt hatte. Er riss riesige Felsen aus den Klippen der Küste heraus und stemmte sie in das Meer, um einen sicheren Weg nach Schottland zu bauen (beide konnten nämlich nicht schwimmen).
Als sich Benandonner für den Kampf auf den Weg gemacht hatte, bekam Fionn Zweifel und suchte nach einem Ausweg, nicht kämpfen zu müssen. Er verkleidete sich als Baby und als sein Rivale eintraf, waren nur seine Frau und das angebliche Baby zu Hause. Als er dieses erblickte, erschrak Benandonner fürchterlich wegen seiner Größe und schlußfolgerte daß der Vater selbst unter Riesen ein Gigant sein müsse. Er ergriff die Flucht zurück nach Schottland und zerstörte bei seinem Rückzug den zuvor gebauten Damm.
Unser Tipp für Fotografen oder Besucher, die dieses Schauspiel nicht mit hundert anderen Touristen teilen möchten: Der Besuch des Giants Causeway ist ohne Eintritt möglich, jedoch zahlt man für den Parkplatz 12,50 Pfund, was einem versteckten Eintrittsgeld gleichkommt. Das Besucherzentrum schließt 18 Uhr (bitte vorher auf der Internetseite prüfen, ob das für alle Jahreszeiten gilt) und danach zahlt man auch für den Parkplatz nichts mehr. Eine Handvoll Leute war natürlich trotzdem auf den Basaltsäulen unterwegs und wartete auf einen tollen Sonnenuntergang (leider regnete es), aber weitaus weniger als während des Tages, wenn auch die Touristenbusse dort halten. Tagsüber gibt es auch einen kleinen Shuttlebus (vermutlich gegen Entgelt) der Fußfaule oder Beeinträchtigte die paar hundert Meter zu der Stelle fährt, wo man die Basaltsäulen bewundern kann. Abends fährt da fast jeder runter, weil der Bereich nicht abgesperrt ist. Sehr nervig, wenn man den kleinen Spaziergang zu genießen versucht oder Bilder der atemberaubenden Landschaft ohne Autos machen möchte.
2. Carrick – A – Rede Rope Bridge (Hängebrücke)
Wie beliebt diese Sehenswürdigkeit vor, sagen wir mal 20 Jahren war, kann ich leider nicht sagen, aber inzwischen wird sie täglich von mehreren tausend Besuchern betrachtet und beschritten und dies hat natürlich wieder mit Game of Thrones zu tun, wurde doch die Brücke in einer Schlüsselszene der frühen Staffeln verwendet. So verwundern natürlich auch die Game of Thrones Busse auf dem Parkplatz nicht, die mit ihren Passagieren die zahlreichen Drehorte abfahren und aus dem Nähkästchen plaudern. Begibt man sich vom Parkplatz aus in die entgegengesetzte Richtung zur Brücke, erreicht man nach ein paar Metern Larrybane, wo früher im Steinbruch weißer Kalkstein abgebaut wurde. Man genießt einen wunderbaren Ausblick auf das nicht weit entfernte Sheep Island und kann in der Ferne die Hängebrücke erkennen.
Aber worum geht es eigentlich? Die Brücke verbindet das Festland mit einer kleinen Insel (Carrick Island) und dort schwimmen jedes Jahr migrierende Lachse auf ihrer Reise gen Westen vorbei. Seit mehr als 350 Jahren haben die Fischerleute der Region eine Seilbrücke gespannt, um Zugang zu Carrick Island zu erhalten und die Lachse besser fangen zu können. Die einfachen Seile der Fischerleute sind einer stabilen, aber dennoch schwingenden Seilbrücke gewichen und werden nun von mehreren tausend Touristen jährlich nicht nur benutzt um auf die andere Seite zu gelangen sondern erscheint auf eben so vielen Selfies, da natürlich auch jeder ein Beweisfoto von dieser Heldentat mit nach Hause nehmen und irgendwo öffentlich posten möchte. 

Dieser Beitrag ist länger geworden als gedacht, deswegen wird es noch einen 2. Teil (den 2. Streich) geben.











 

Freitag, 14. Juni 2019

Urlaub in Irland 28.04.-12.05.2019: Teil 1 Anreise nach Dublin



Im Vorfeld hatten wir lange überlegt, wie wir zum Flughafen in Frankfurt kommen. Klar, die Deutsche Bahn hatten wir auch schon vorher in Anspruch genommen, aber erstens hatten wir einen späten Rückflug gebucht und so spät hätte es Probleme mit passenden Zügen gegeben. Und zweitens wohnen wir nicht mehr in der Nähe von Würzburg und hätten deshalb nicht gewußt, wo wir unser Auto hätten kostenlos für zwei Wochen parken können. Wir buchten also einen Parkservice in Eschborn, wo man sein Auto unterstellen kann und mit dem Shuttlebus erstens zum Flughafen gefahren wird und dort selbstverständlich auch wieder abgeholt wird. Gebucht hatten wir den Aeroparkservice in Frankfurt (der sich wie gesagt in Eschborn befindet) und gezahlt haben wir für die zwei Wochen 73,00 Euro. Auf dem eigentlichen Parkplatz gab es keinen Platz mehr für uns sodaß wir in einem benachbarten Parkhaus untergekommen sind. Dort sind wir auch wieder nach unserer Rückkehr hingebracht worden und das Auto stand auch noch unbeschadet dort, wo wir es abgestellt hatten. Auch die Abholung vom Flughafen klappte einwandfrei, man meldet sich nach der Gepäckausgabe und wartet dann an einem ausgemachten Treffpunkt.
Das nervigste am Urlaub ist eigentlich immer die An- und Abreise und so verhielt es sich auch dieses Mal. Wir waren recht früh am Flughafen und vertrieben uns mit allerlei Herumlaufen, Kaffeetrinken und Fliegerbeobachten die Zeit. Das Boarding startete später als angekündigt und als wir in Dublin aus dem Flieger stiegen, konnten wir uns auch ganz gut erklären warum. Nach nur 2 Stunden Flugzeit sah es aus als hätte stellenweise eine Bombe eingeschlagen, überall liegt der Müll auf und unter den Sitzen. Die Leute scheinen sich einfach überhaupt gar keine Gedanken mehr darüber zu machen, welchen Eindruck sie hinterlassen oder wer das alles nach ihnen aufräumen muß. Einfach unglaublich.
Im Rahmen der ganzen Klima- bzw. Umweltdebatte finden wir übrigens auch, daß die Fluggesellschaften stärker in die Mangel genommen werden sollten. Alles was man im Flieger zu sich nimmt, ist in Plastik eingepackt. Bekommt man ein zweites Getränk, hat man folgerichtig auch gleich den zweiten Plastebecher vor sich stehen. Das muß doch alles nicht sein. Wie wäre es, wenn wir demnächst ein wiederbefüllbares Gefäß mit in den Flieger nähmen und unsere Getränke dort hinein gegeben werden? Wir werden das mal im Auge behalten und berichten.
In Dublin angekommen, befolgten wir die Anweisungen unserer Autovermietung, fanden den zuständigen Shuttlebus (von denen es nicht nur einen gibt, aber zumindest scheinen sie alle zur gleichen Location zu fahren) und fanden uns recht bald bei Hertz und Thrifty wieder, wo wir nach schneller Erledigung des Papierkrams unseren Renault Clio in Empfang nehmen konnten.
Von meinen Recherchen wußte ich, daß wir die M50 in die Stadt meiden müssen, um keine Mautgebühren zu zahlen. Mit einigem Verfahren fanden wir auch den Weg in die Stadt, landeten dann aber doch irgendwie auf der M50, die aber nur stellenweise mautpflichtig ist. Auf meiner Kreditkarte fand ich keine Abbuchung der Gebühren und so haben wir hier wohl keinen gebührenpflichtigen Abschnitt erwischt. In der Stadt wurde unsere Geduld dann gleich auf die Probe gestellt, denn durch Baustellen ging es nur im Schritttempo voran. Wir fuhren ein – oder zweimal an unserer Seitenstraße vorbei weil es in Dublin von Einbahnstraßen nur so wimmelt und wir nach dem Verpassen der Straße nicht einfach so wenden oder die nächste Einfahrt nehmen konnten.
Irgendwann waren wir dann im Hotel eingecheckt und das Auto parkte in der hoteleigenen kleinen Garage. Im nahegelegenen Pub aßen wir zu abend und mußten uns gleich daran gewöhnen, daß man in Irland abends sehr früh ißt und danach nur noch Getränke zu erhalten sind. In einigen kleineren Orten sollte uns dies später noch zum Verhängnis werden. Da wir an diesem Tag noch nicht wirklich viel Bewegung erhalten hatten, liefen wir noch ein wenig in der Nachbarschaft umher und fielen aber trotzdem recht bald erschöpft in unser Bett. 
Bevor es am Morgen weiter Richtung Norden ging, erkundeten wir die Stadt noch ein wenig zu Fuß, liesen uns von den Massen ins Trinity College leiten, wandelten vorbei an Kathedralen und Kirchen, durch zahllose Straßen und Gassen hindurch, vorbei am Dublin Castle, welches aber in unseren Augen keinen Abstecher Wert ist (es sei denn man besichtigt das Innere, hierüber können wir nichts sagen) und zurück an den Liffey in den Docklands.
Und hier gleich noch die Bewertung unseres Hotels.
The Ripley Court Hotel, 37 Talbot Street, D1 Dublin, Irland, 109,80€ für ein Doppelzimmer inkl. Frühstück, 10€ extra für 24 Stunden Parken
Das Hotel liegt im Stadtteil Docklands in der Nähe des Flußes Liffey und hier findet man u.a. das National College of Ireland, the Irish Emigration Museum und das Custom House. Das Trinity College ist innerhalb eines Fußweges von 15 Minuten zu erreichen. Wer nicht mit dem Auto anreist, hat Bus- und S-Bahn in der Nähe. Die Empfangshalle des Hotels ist sehr imposant und läßt die frühere Schönheit dieses Gebäudes erahnen. Die Zimmer entsprechen diesem Look leider nicht ganz, da sie teilweise etwas runtergeranzt sind, aber sie sind sauber und entsprechen in ihrer Ausstattung dem Standard. Neben TV und Kaffeekocher mit Kaffee & Tee gab es sogar ein Bügeleisen für ganz Eifrige.
Eigentlich war es nur das Bad, welches ein bißchen mehr Aufmerksamkeit bedarf (lockere Fliesen) aber auch hier war es sauber.
Von unserem Zimmer genoß man einen erstklassigen Blick auf die Schienen der SBahn, die regelmäßig vor unserem Fenster vorbei donnerten. Wobei dies gar nicht der weckende Faktor am Morgen war – die Müllabfuhr war recht lange mit dem Einsammeln der unzähligen am Straßenrand liegenden Müllsäcke beschäftigt und übernahm damit eben auch gleich die Funktion des Weckers.
Der Frühstücksraum ist sehr groß und leider etwas dunkel. Neben dem üblichen kontinentalen Frühstück, bestehend aus Müsli, Brot und wenn nachgelegt wurde auch Obst und süßem Gebäck, hat man natürlich auch die Auswahl an Bohnen, gebratenen Tomaten und Pilzen, Speck, Ei und Toast, also die Irische Version.
Für Dublin in dieser Preisklasse (3 Sterne) ließ das Hotel keine Wünsche offen. Stört man sich an einer etwas veralterten Ausstattung, kann man immer noch in eines der vielen anderen Hotels anderer Preisklassen gehen.
Unsere Schulnote für das Ripley Court Hotel: eine 2,5

Freitag, 26. April 2019

Bald geht’s………………Ab in den Urlaub


Tommy und Katja kribbelt es in den Fingern, der letzte Urlaub liegt schon viel zu lange zurück. Der letzte Jahresurlaub sowieso, der führte uns bekanntermaßen im Februar des vergangenen Jahres nach Neuseeland. 

Dieses Jahr wollten wir nicht gleich wieder so früh und so lange verreisen, weil die Durststrecke im restlichen Jahr so lang und fordernd ist. Deshalb geht es diesmal für „nur“ zwei Wochen über den kleinen Teich nach Irland. Diesem Land sagt man gerne nach, daß es Neuseeland landschaftlich ähnelt, von daher freuen wir uns umso mehr auf unsere Auszeit. 

An unseren Erlebnissen und Fotos lassen wir Euch selbstverständlich wieder in gewohnter Form teilhaben, allerdings werden wir die Berichte wahrscheinlich erst nach unserer Rückkehr veröffentlichen, da Katja das Abtippen der Texte auf dem ipad zu mühselig ist.

Am Sonntag geht’s dann also nach Dublin und danach ist mal wieder alles noch offen. Laßt Euch mit uns überraschen.

Mittwoch, 13. März 2019

Lebenszeichen

Die ersten Frühblüher strecken bereits mutig ihre Köpfe aus der kalten Erde und nachdem wir bereits sehr schöne sonnige Frühlingstage erleben durften, werden wir nun von Frühlingsstürmen geplagt. Aber auch diese werden irgendwann vorüber ziehen und dann wird’s auch hoffentlich endlich wärmer.

Wir haben schon länger nichts mehr von uns hören lassen und daher gibt es heute ein paar Zeilen an Euch. Daß wir umziehen werden, hatten wir bereits letztes Jahr erwähnt und dies ist auch der Hauptgrund für die ruhige Zeit hier auf dem Blog. Wir hatten zwei Wohnungen zu leeren und wer schonmal aus zwei Wohnungen eine gemacht hat, weiß um die bestehende Herausforderung. Katja mußte Ende Januar aus ihrer Wohnung raus und dieser Umzug vollzog sich an einem Wochenende wobei wir aber durch die gemieteten Kleintransporter auch gleich die sperrigen Möbel aus Tommys 160km entfernter Wohnung umzogen. Schließlich wollten wir nicht alle fleißigen Helfer mehrmals in Anspruch nehmen. 

Der Rest aus Tommy Wohnung wurde dann im Laufe des Februars durch Thüringen und Bayern gefahren und Stück für Stück in unserer gemeinsamen Wohnung im schönen Main-Spessart untergebracht. Ganz fertig sind wir zwar immer noch nicht, aber zumindest ist nun auch die zweite Wohnung übergeben und nun leben wir nicht mehr auf mehreren Baustellen.

Wenn es die Zeit erlaubt und wir nicht gerade dabei sind die restlichen Kisten zu leeren oder Bilder aufzuhängen, erkunden wir nun unsere neue Heimat, was allerdings momentan mehr daraus besteht, die umliegenden Bau- und Gartenmärkte auszukundschaften weil mal wieder noch was fehlt. Aber das gehört schließlich dazu. Die ersten Samen für Kräuter und ein bißchen Gemüse wachsen bereits auf der Fensterbank und warten darauf, bald ausgesetzt zu werden und sich gen Himmel strecken zu können.
Trotzdem fanden wir am Anfang des Jahres noch die Zeit, ein wenig unserer Leidenschaft der „lost places Fotografie“ zu fröhnen und eine location in Südthüringen zu besuchen. Es handelt sich um eine alte Porzellanfabrik, die seit einigen Jahren leer steht und an deren Vermögenswerten scheinbar niemand mehr interessiert ist. Zumindest drängt sich dieser Eindruck beim Erkunden der Fabrik auf, wenn man an meterhohen Stapeln an Formen und Rohlingen vorbeigeht und sieht, welche schönen Dinge hier damals produziert wurden, angefangen von Haushaltsgegenständen wie Tellern und Tassen, hin zu verspielten und filigranen Porzellanfiguren und industriell eingesetzten Produkten aus dem Bereich Heizung und Sanitär. Selbst die Druckvorlagen für die Verzierung des Geschirrs liegen noch rollenweise im Keller herum und vergammeln. Wenn man bedenkt, daß all diese Dinge erstens mal in liebevoller Arbeit gefertigt wurden und eine Menge Geld Wert waren, kann man sich sentimentaler Gedanken nicht erwehren.


Mit diesem kurzen Update wollen wir uns verabschieden und wünschen Euch allen ein baldiges Ende der grauen Jahreszeit. Übrigens liegt unser Neuseelandurlaub schon wieder ein Jahr zurück und das an sich ist schon erschreckend genug. Vielleicht finden wir ja doch mal das große Loch, das die Zeit zu verschlucken scheint….





Donnerstag, 3. Januar 2019

Jahreswechsel auf Sylt

Willkommen im neuen Jahr, wir hoffen, daß Ihr alle gut über den Jahreswechsel gekommen und sicher und gesund im Januar gelandet seid. Nun beginnt der Spaß wieder von vorne. Wir wünschen Euch vor allem Gesundheit, privates Glück und Zufriedenheit und Schaffenskraft nicht nur für den Beruf sondern auch für alle privaten Projekte, die Euch dieses Jahr begleiten und herausfordern werden.

Den Jahreswechsel haben wir ganz ruhig angehen lassen und haben extra dafür nach Silvester 2018 in Prag gleich sofort eine Ferienwohnung auf Sylt gebucht, wo wir den Menschenmassen und der Knallerei zu entkommen hofften. Nun, geklappt hat dies nur teilweise denn Sylt ist beliebt und daher gerade auch zum Jahreswechsel komplett ausgebucht. 

Ein Grund hierfür ist sicherlich die Tatsache, daß die private Silvesterknallerei auf der „Insel“ (ist ja nicht wirklich eine Insel, da durch einen Damm eine Verbindung zum Festland besteht) komplett verboten ist und sich daher extrem viele Hundebesitzer auf der Insel tummeln. Wohin man geht und blickt, eine Hundeschnauze schaut zu einem auf und als Hundeliebhaber fanden wir das natürlich sehr angenehm.

So ganz ohne Knallerei ging es allerdings nicht, im Hörnumer Hafen wurde ein Feuerwerk veranstaltet und wir konnten dies sogar von unserer Ferienwohnung aus beobachten, ohne uns in die Kälte stellen zu müssen. In Hörnum war dies sicherlich nur deswegen möglich, weil es in diesem Teil Sylts keine Rietdächer gibt, die durch die Funken in Flammen geraten könnten. Bereits ein paar Kilometer weiter, in Rantum, wäre ein Feuerwerk aufgrund der Gefahr für die vielen Riethäuser undenkbar. Im übrigen hat Katja dieser Teil Sylts am besten gefallen, da die vielen Riethäuser wie kleine Hobbithäuser hinter ihren kleinen Dämmen hervorlugten (viele der Häuser sind auf Hügeln errichtet, wahrscheinlich um sich ein wenig Sicherheit bei Sturmfluten zu verschaffen).

Sylt ist wie bereits erwähnt, durch einen Damm mit dem Festland in Schleswig-Holstein verbunden und zwar durch den 11km langen Hindenburgdamm. Dieser Damm ist ausschließlich mit der Bahn befahrbar und somit ist auch die Anreise nach Sylt auf die Bahn beschränkt, wenn man mal den Flieger als Alternative außer acht läßt. Sylt versucht wohl schon seit längerem ein autofreies Image aufzubauen und wirbt bei den Besuchern für eine Anreise ohne Auto, was auch durchaus sinnvoll ist, wenn man in Westerland untergebracht ist und alles zu Fuß erreichen kann. Öffentliche Verkehrsmittel sind ebenfalls vorhanden, wobei wir über deren Frequenz keine Aussage treffen können. 

Die Mehrheit der Besucher trifft trotzdem mit dem Auto per Autozug der Deutschen Bahn oder dem Autozug Sylt (blauer Schriftzug) auf der Insel ein und verstopft die Straßen der Insel. Gerade in Westerland ist es besonders schlimm und das Durchkommen ist aufgrund des hohen Verkehrsaufkommens wirklich mühselig. Sollte es den Inselanern mit ihrer Aktion, die Insel von all den Autos befreien zu wollen, wirklich ernst sein, müssen sie sich etwas anderes einfallen lassen.

Wir haben für die Fahrzeugkategorie PKW M für das flexible Ticket pro Fahrt 61,90 Euro gezahlt, unabhängig von den mitgeführten Passagieren und mit dem blauen Autozug. Die Preise der Deutschen Bahn haben wir gerade nicht vorrätig, dürften sich aber im selben Umfang bewegen. 

Während der Fahrt darf man das Auto nicht verlassen, was sowieso schwierig ist, weil links und rechts nicht mehr viel Platz zum Öffnen der Fahrzeugtüren wäre. Man sitzt also im Auto, starrt aus dem Fenster und fragt sich, ob der Damm bei Sturmflut eigentlich befahrbar ist und sich über oder unter Wasser befindet. Nach unserer Abreise am Neujahrstag hörten wir später im Radio, daß die Überfahrt für Wohnmobile und leere Anhänger aufgrund des starken Windes aus Sicherheitsgründen verboten sei. Diese 11 km sind eben auch extrem den Wetterlaunen der Natur ausgesetzt.

Am Tag unserer Ankunft zeigte sich das Wetter übrigens von seiner bescheidenen Seite, es regnete und war sehr windig. Wir liefen ein wenig durch Westerland und inspizierten die Geschäfte, kauften die obligatorischen Kühlschrankmagneten für Katja und ein paar Lebensmittel für die nächsten Tage. Die nächsten beiden Tage inspizierten wir den Hafen in Hörnum, weiterhin Westerland und fuhren bis zum anderen Ende der Insel, nach List um dort die Leuchtfeuer zu besuchen. Die ausgeprägten Dünenlandschaften der Insel haben uns sehr gefallen und wir wären dort auch gern spazieren gegangen aber das Wetter machte uns leider öfter mal einen Strich durch die Rechnung.

Abschließend kann gesagt werden, daß wir nun wieder einen Teil Deutschlands gesehen haben, den wir bisher nur vom Namen her kannten. Die Insel ist überschaubar, hat aber alles was es zum Leben braucht. Wenn man den Promigeschäften fern bleibt, zahlt man dort auch ganz normale Preise für Lebensmittel und Sprit. Wie es mit den Grundstückspreisen aussieht, wissen wir nicht, allerdings lassen die Anzeigen im Sylter Tagesblatt erahnen, daß Ottonormalbürger sich dort kein Haus leisten können. In Schleswig Holstein und Nordriesland gefällt es uns generell sehr gut, deswegen werden wir sicherlich auch wieder im Norden Urlaub machen, aber Sylt wird es wohl nicht unbedingt nochmal werden. Es gibt viele andere schöne Gegenden im „echten Norden“, die weniger überlaufen und daher für uns wesentlich attraktiver sind. 

Freitag, 14. Dezember 2018

Wir wünschen ein besinnliches und friedliches Weihnachtsfest


Hallo Ihr Lieben,

da wir schon eine Weile nichts mehr von uns haben hören lassen, soll es heute mal ein Lebenszeichen geben. Keine Bange, uns geht es gut. Aber wie wahrscheinlich bei den meisten von Euch auch steht momentan ziemlich viel an. Auf Arbeit versucht man alle liegengebliebenen Aufgaben und Projekte zu beenden, Pläne für Weihnachten wollen geschmiedet werden und was will man den Lieben eigentlich unter den Weihnachtsbaum legen? 

Bei Katja ist das relativ einfach da sie schon seit Jahren ein selbstgestaltetes Fotobuch mit den schönsten Familienerlebnissen verschenkt. Dieses Geschenk kommt immer sehr gut an, bringt es doch die ganze Familie zum Betrachten der Fotobücher zusammen und hilft dabei, in Erinnerungen zu schwelgen. Nicht selten werden dabei auch die Bücher der letzten Jahre mit herangezogen. Das Erstellen eines Fotobuchs dauert seine Zeit und so taucht Katja für diese Tätigkeit regelmäßig unter, um ungestört arbeiten zu können.

Der Hauptgrund für unsere Funkstille ist aber, daß Katja und Tommy damit beschäftigt waren, eine gemeinsame Wohnung zu finden und ihre Freizeit mit Wohnungsbesichtigungen gefüllt haben. Angebot und Nachfrage stehen im Raum Main-Spessart in keinem wirklich guten Verhältnis und Vermieter können sich nach Onlinestellen ihrer Wohnung vor Nachfrage kaum retten. Desto erfreuter sind wir darüber, endlich eine Wohnung gefunden zu haben, in die wir im Frühjahr nächsten Jahres einziehen werden. Auch dies wird nochmal eine geschäftige und somit für den Blog ruhigere Zeit. Die ewige Wochenend-Pendelei hat damit bald ein Ende und darauf freuen wir uns am meisten.

In diesem Zusammenhang möchten wir natürlich auch die Möglichkeit nutzen, all unseren Lesern eine besinnliche und vor allem stressfreie Weihnachtszeit zu wünschen. Genießt die Zeit mit Euren Liebsten. Hier noch ein kleines Gedicht aus unbekanntem Munde:

Advent das ist die stille Zeit
Advent das ist die stille Zeit,
Die Tage schnell verrinnen.
Das Fest der Liebe ist nicht weit,
Fangt an euch zu besinnen!

Es gab wohl manchmal Zank und Streit
Ihr habt euch nicht vertragen.
Vergesst das Jetzt und seid bereit,
Euch wieder zu vertragen.

Denn denk nicht nur ans eigene Glück,
Du solltest danach streben.
Und anderen Menschen auch ein Stück
Von deiner Liebe geben.

Der eine wünscht sich Ruhm und Geld,
Die Wünsche sind verschieden.
Ich wünsche für die ganze Welt
Nur Einigkeit und Frieden.

  
Ganz liebe Grüße,
Tommy und Katja

Montag, 12. November 2018

Unser Urlaub in Holland - der Bericht Teil 3

Tag 5: endlich mal gescheite Windmühlen
Nach 3 Nächten in unserer komfortablen Ferienwohnung hieß es heute Abschied nehmen. Fahrtechnisch gab es heute nicht viel zu bewältigen, weil wir eine Unterkunft in Zaanse Schans gebucht hatten, welches sich nur knappe 40km von Zandvoort entfernt, nördlich von Amsterdam befindet. Somit hatten wir keinen Zeitdruck und nahmen die Gelegenheit wahr, noch ein wenig in dem Nationalpark „Zuid- Kennemerland“ am Rande von Zandvoort herumzustreifen, in dem sich auch die bekannte Rennstrecke des Ortes befindet. Hierbei handelt es sich eigentlich nur um eine riesige Dünenlandschaft, in der es sich angenehm durch das hügelige Gelände spazieren läßt.
Generell läßt sich sagen, daß wir über die Anzahl der Nationalparks und die damit einhergehenden unterschiedlichen Landschaftstypen in den Niederlanden positiv überrascht waren, weil wir soviel Natur irgendwie nicht mit diesem Land in Verbindung gebracht hatten. 

Wie nicht unüblich waren wir irgendwie vom Weg abgekommen, weil wir durchs Fotografieren abgelenkt waren und versuchten den Weg zurück zum Parkplatz zu finden, als plötzlich ein großer Rottweiler vor uns stand und interessiert beäugte und beschnupperte. Er folgte uns eine Weile bzw. lief er vor uns her als wollte er uns den Weg zeigen, war dann aber wieder verschwunden. Wir vermuten, daß er den Weg zurück zu seinem Herrchen gefunden hatte.


Zurück im Auto gings dann also nach Zaanse Schans, was vielerorts als Freilichtmuseum bezeichnet wird, was wohl nicht ganz stimmt. Schließlich handelt es sich um noch im Betrieb befindliche Windmühlen, die in verschiedenen Bereichen tätig sind und nicht nur zur Schau laufen sondern tatsächlich noch Waren produzieren. Hier leben und arbeiten ganz normale Menschen in einem Wohn- und Handwerkerviertel von 1850. Sie leben und arbeiten in hübsch hergerichteten historischen Gebäuden und als Bewohner hat man sich wahrscheinlich irgendwann daran gewöhnt, daß tagein, tagaus fremde Menschen im Vorgarten stehen und Bilder von Haus und Hof machen.
Es gibt Mühlen zur Verarbeitung von Holz, Farben, Gewürzen, Ölen, Mehl u.v.m. was nur ein Bruchteil von dem darstellt, was hier im 17. und 18. Jahrhundert vorzufinden war; damals waren in diesem Gebiet bis zu 600 Mühlen angesiedelt und man kann durchaus von einem Industriegebiet sprechen. Neben den Mühlen und dem Zaans Museum gibt es eine Käserei, Zinngießerei, Holzschuhmacher, Bäckermuseum, Schokoladerie, Souvenirläden, verschiedene Gastronomie und einiges mehr.

Man kann gut und gerne den ganzen Tag im Viertel verbringen und da der Eintritt frei ist, kann man diesen Ausflug auch wunderbar für Familien empfehlen, auch wenn es dort natürlich extrem voll und zur Mittagszeit durch die vielen Tourbusse überlaufen ist. Zaanse Schans ist nur ein paar Kilometer von Amsterdam entfernt und somit für jeden durchreisenden Touristen einfach auf einer Tagestour zu erreichen und bezeichnet sich deshalb auf der eigenen website als die beste Tagestour in den Niederlanden. Wie bereits erwähnt, ist der Eintritt für das Dorf umsonst, nur für einige Mühlen zahlt man ein paar Euro Eintritt, wenn man sich das Innere genauer anschauen will. Der Parkplatz kostet übrigens 10 Euro, was wir für übertrieben halten aber dafür zahlt man ja keinen Eintritt. Wir haben trotzdem woanders geparkt und sind die paar Meter gelaufen. Mit gesunden Beinen durchaus machbar.

Wir checkten dann irgendwann am Nachmittag in unsere enge aber trotzdem schöne Unterkunft ein (siehe Bewertung der Unterkünfte) und nach einem kleinen Einkauf gleich um die Ecke gab es eine Kleinigkeit zum Abendessen. Wir hatten viel Käse und Wein gekauft, konnten den Großteil des Käses allerdings doch heil nach Hause bringen da er teilweise auch als Geschenk gedacht war. Untergebracht waren wir mitten in der Stadt und so machten wir uns abends nochmal zu Fuß auf den Weg ins Mühlendorf zum Fotografieren mit weniger Licht und weniger Menschen.



Tag 6 smells like chocoalate
Im Reiseführer hatten wir in Zaandam (so heißt der Ort eigentlich, Zaanse Schans ist ja nur das historische Handwerkerviertel) ein Gebäude mit sehr interessanter Architektur entdeckt und wollten diesem einen Besuch abstatten. Bekannt ist das Gebäude durch seine zahlreichen Giebel und man weiß überhaupt nicht, wo man zuerst hinschauen soll. Für Fotografen ist das Inntel Hotel eine frustrierende Herausforderung da es sich einer kompletten Rundum-Bebauung erfreut. Irgendwas störendes befindet sich immer im Hintergrund.

Hinwärts fuhren wir mit dem Zug, rückwärts liefen wir dann die 4km zurück zum Auto (das stand noch vor der Unterkunft), was an der Straße nicht immer angenehm ist. Der Weg zurück zum Auto führte uns an der ortsansässigen Kakao Fabrik vorbei und dort duftete es ganz wunderbar. Da war es nur verständlich, daß wir am Café „smells like chocolate“ nicht einfach vorbeigehen konnten und so stärkten wir uns dort erstmal mit heißer Schokolade und einem rekordverdächtigen Brownie bevor wir uns wieder auf den Weg machten.

Ziel war Rheden, de Steeg in der Nähe von Giesbeek und dort hatte Tommy beim Stöbern bei booking.com das Landgut Landgoed Rhederoord gefunden. Zugegeben, das Bild hatte uns ein größeres Gebäude vorgetäuscht (Vorteil der Weitwinkelfotografie!) aber das schmälert nicht den Eindruck, den wir von dem Gebäude bekamen. Stilvoll aber nicht zu übertrieben eingerichtet und man fühlt sich irgenwie an Downton Abbey erinnert und würde sich nicht wundern, wenn plötzlich die gesamte Familie und die komplette Dienerschaft im Foyer zur Aufstellung erscheinen würde. Das Drama blieb uns allerdings erspart. Nach dem Abendessen machten wir uns äußerst verdächtig indem wir ums Gebäude herumschlichen und Bilder machten aber man schien im Allgemeinen zu sehr mit den Vorbereitungen für eine am nächsten Tag stattfindende Hochzeit beschäftigt zu sein, als daß man Anstoß daran hätte nehmen können.



Tag 7: Wir fahren wieder heim
Es ist erst Freitag und eigentlich könnten wir noch bis Sonntag unterwegs sein aber wir befinden uns in einem kleinen organisatorischen Dilemma. Am Samstag wollen wir zu Hause sein weil ein Freund von Tommy Geburtstag feiert. Wir studieren Karten und informieren uns parallel dazu im Internet, was wir auf der langen Strecke von Holland nach Thüringen noch unternehmen könnten und wo wir eine letzte Übernachtung einschieben können. Aber es will uns einfach nichts einfallen, keine der sich bietenden Möglichkeiten findet bei uns Gefallen. Auch der deutschen Ruhrpott sieht nicht besonders vielversprechend aus, obwohl es sicherlich auch dort sehenswerte Ziele gibt. Auf die Schnelle finden wir diese aber nicht und so entscheiden wir uns dafür, heute schon nach Hause zu fahren.

Noch in De Steeg befindet sich ganz in der Nähe zum Landgut das Kasteel Middachten, dem wir am morgen noch schnell einen kurzen Fotobesuch abstatten. Da sich das Wetter von seiner besten Seite zeigt, wollten wir den naheliegenden See aufsuchen um auch dort noch ein wenig spazieren zu gehen aber es ist wie verhext. Egal wie wir fahren, es scheint keinen direkten Zugang zum See zu geben. Dort wo man mal eine Möglichkeit findet, sein Auto abzustellen, wird man gleich zum Zahlen von Parkgebühren aufgefordert oder der Zugang zum See ist nur über einen Campingplatz möglich. Das ärgert uns und so fahren wir eben heim. Wie Ihr Euch erinnert, sind wir sowieso parkgebührengeschädigt und so trifft man uns hier eben an einem besonders wunden Punkt (diesen Satz bitte mit mehr als nur einem Augenzwinkern lesen).

An einem Freitag nach Hause zu fahren ist natürlich nie eine besonders gute Idee und so stehen wir einige Male in kleineren Staus und Verkehrsverzögerungen aber gegen 18:30 Uhr waren wir dann doch endlich zu Hause. Spätestens mit dem Herumdrehen des Schlüssels im Schloss wird einem bewußt, daß der Urlaub schon wieder viel zu schnell vorübergegangen ist und gedanklich ist man bereits beim Planen des nächsten Ausflug.