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Montag, 9. Januar 2023

Unsere Großbritannien Reise: Die Highlights in Nordirland Teil 2

 Zu diesem Beitrag gibt es einen Teil 1, nachzulesen hier.     

    3) Kinbane Castle   

      Über Kinbane Castle weiß man erstaunlich wenig, da nicht viel Schriftliches überliefert wurde. Man glaubt zu wissen, dass es 1547 von Colla MacDonnell erbaut wurde. Die MacDonnells waren Teil des großen schottischen Clans der MacDonalds, Herren der westlichen Inseln Schottlands, die man an einem klaren Tag von hier aus sehen kann (Islay, Jura und Kintyre).
Die Ruine liegt strategisch günstig auf einem Felsvorsprung, der weit ins Wasser ragt und vom Land nur über eine Seite erreichbar ist. Und diese hätte man früher sicherlich gut absichern können.

 

 

      Heutzutage gibt es eine lange Treppe, die Besucher vom Parkplatz runter zum Felsvorsprung bringt. Bereits nach ein paar Stufen öffnet sich der herrliche Ausblick auf die Schlossruine und man kommt nicht umhin, seine Interessen abzuwägen: Reicht mir der Ausblick und das Foto von hier oben oder steige ich die Stufen komplett herab, mit dem Wissen, diese auf dem Rückweg erneut erklimmen zu müssen? Die Frage ist nicht unberechtigt, denn die Treppe ist lang und lässt sich nicht gerade bequem laufen. Der Abstand zwischen den Stufen ist unpraktisch; entweder man macht zwei Dippelschritte oder einen Riesenschritt, was spätestens nach 2 Tagen einen mächtigen Muskelkater verursacht (zumindest bei mir). 

Da wir auf dem Parkplatz übernachteten, hatten wir die Ruine am Morgen fast für uns allein. Den Sonnenaufgang schafften wir zwar nicht, das Licht war aber trotzdem ganz hervorrageng.  

 

          4) Giant´s Causeway

„Das Highlight der Causeway Küste ist zweifelsohne der Giants Causeway oder der Damm der Riesen. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Phänomen und nicht wenige Besucher werden sich fragen, wie es zur Entstehung der knapp 40.000 recht gleichmäßig geformten Basaltsäulen gekommen ist. Die meisten der Säulen sind sechseckig und die größten der Säulen sind sage und schreibe zwölf Meter hoch. Geologen zufolge sind die Basaltsäulen das Resultat abkühlender Lava, was sehr langsam und gleichmäßig geschehen muß. Wikipedia sagt hierzu: „Die Säulenstruktur bildet sich dabei aus langsam in das Material hineinlaufenden Spannungsrissen. Diese entstehen durch die Abkühlung und Schrumpfung des Materials und breiten sich senkrecht zur Abkühlungsfläche aus Der Vulkan, dessen Lava zur Formation des Giant’s Causeway führte, ist mittlerweile durch Erosion abgetragen.“

"Eine Legende zur Entstehung gibt es natürlich auch und wer sich mit geologischen Erklärungen schwertut, findet hier eine unterhaltsame Alternative. Grund für die Entstehung dieser Legende ist wahrscheinlich die Tatsache, daß ähnliche Formationen an der Küste Schottlands (Fingal´s Cave auf der Insel Staffa) gefunden wurden. 

 

Der Damm wurde demnach vom Riesen Fionn mac Cumhaill (Finn MacCool) gebaut, um mit seinem schottischen Widersacher Benandonner zu duellieren, der ihn zuvor stark beleidigt hatte. Er riss riesige Felsen aus den Klippen der Küste heraus und stemmte sie in das Meer, um einen sicheren Weg nach Schottland zu bauen (beide konnten nämlich nicht schwimmen).Als sich Benandonner für den Kampf auf den Weg gemacht hatte, bekam Fionn Zweifel und suchte nach einem Ausweg, nicht kämpfen zu müssen. 

 Er verkleidete sich als Baby und als sein Rivale eintraf, waren nur seine Frau und das angebliche Baby zu Hause. Als er dieses erblickte, erschrak Benandonner fürchterlich wegen seiner Größe und schlußfolgerte daß der Vater selbst unter Riesen ein Gigant sein müsse. Er ergriff die Flucht zurück nach Schottland und zerstörte bei seinem Rückzug den zuvor gebauten Damm.“

 (gemopst aus unserem früherenBlogbeitrag über unseren Irlandurlaub 2019, warum sich die Arbeit zweimal machen?)

 

Eigentlich wollten wir Sehenswürdigkeiten nicht doppelt besuchen, aber die Basaltsäulen wollten wir Jamie nicht vorenthalten, schon allein wegen der damit verbunden Legende. Mit dieser hatten wir Gesprächsstoff für viele Tage, aber leider noch immer ungeklärte Fragen, die wir gern an die Leserschaft weiterleiten möchten: Wo ist der Riese wenn er nicht zu Hause ist? Was essen Riesen? Und wo bekommen sie ihre Nahrung her, gehen sie einkaufen?

 

      5) Downhill Demesne & Mussenden Temple

      Den Mussenden Tempel wollten wir 2019 schonmal besuchen, aber damals wurde uns der Zutritt wegen einer Hochzeit verwehrt. 3 Jahre später waren wir also wieder da. Der Spaziergang durch den liebevoll gestalteten und gepflegten Park ist gerade beim Anblick der Herbstfarben eine Freude. Wenn man mit älteren Kindern unterwegs ist, finden sich zahlreiche kleine Anregungen und Informationen in den Bäumen (auf kleinen Schildern, Baumscheiben etc) die zum Handeln, Nachdenken und Mitmachen anregen. Unser Jamie war dafür allerdings nicht zu begeistern da er die meiste Zeit enttäuscht diskutierte, warum er denn sein Laufrad nicht mitnehmen durfte. 

 

      Bei der Ruine von Downhill Demesne angelangt, waren wir hin und weg, schließlich sind wir beide große Fans von lost places und sind, damals noch kinderlos, in so einigen Ruinen und verlassenen Häusern rumspaziert. In den meisten Fällen wussten wir nicht so genau, was sich in den von uns besuchten Lokalitäten befunden hat, aber bei Downhill Demesne ist das anders. Dessen Vergangenheit ist wohl bekannt und auf einigen Schautafeln dargestellt, teilweise sogar mit Bildern der Räumlichkeiten.

Erbaut wurde das Anwesen 1775 vom Earl Bischoff Frederick Hervey, einer auffälligen Persönlichkeit des 18. Jahrhunderts. Er errichtete weiterhin ein Mausoleum zur Erinnerung an seinen Bruder und an den Klippen ließ er den Mussenden Tempel erbauen, der als seine Bibliothek diente. Den Tempel konnten wir uns gar nicht mehr so genau anschauen, weil unser Kind den Hungeraufstand probte, aber für ein Bild hat es gerade noch gereicht.

 

 

         6) Binevenagh

Binevenagh -area of outstanding natural beauty (=AONB) befindet sich auf den Ausläufern des Antrim Plateaus im Verwaltungsbezirk Londonderry, in der Nähe von Portstewart und dem ebenfalls hier erwähnten Downhill Demesne & Mussenden Temple. Die Anfahrt zum Aussichtspunkt erfolgt über die Bishops Road, die nach dem Bischoff von Derry benannt wurde. Dies ist der gleiche Bischoff, der Downhill Demesne und den Mussenden Temple erbauen ließ. 

 

Die steilen Klippen erstrecken sich über sechs Meilen und bieten einen atemberaubenden Ausblick auf die Magilligan Halbinsel, Lough Foyle und den irischen Verwaltungsbezirk Donegal. Im Sommer verkehrt eine Fähre von der Spitze der Halbinsel nach Greencastle in Irland, was den langen Umweg über Londonderry erspart.

Wir genossen den Ausblick vom Gortmore Aussichtspunkt und verbrachten dort eine ruhige Nacht. Dem nur ein paar Kilometer entfernten See Binevenagh statteten wir ebenfalls einen Besuch ab und hätten uns fast dazu entschlossen, auch dort eine Nacht zu verbringen, wenn es nicht so verdammt windig gewesen wäre. Beim Spaziergang entlang der Klippen war aufgrund des starken Windes höchste Vorsicht geboten und wir waren nicht böse darüber, dass Jamie wieder zum Wohnmobil zurück wollte. Wir hätten ihn sonst festhalten müssen, um sein Fortwehen zu verhindern. 

Hier ein kurzes Video, welches einen Eindruck über Binevenagh vermittelt.


Dienstag, 27. Dezember 2022

Unsere Großbritannien Reise: Die Highlights in Nordirland Teil 1

 

Nordirland, und hier speziell die Causeway Coastal Route, sind ein ganz spezielles Stück Erde gespickt mit zerklüfteten Küsten, sanften Höhenzügen, tiefblauer See und sattgrünen Wiesen sowie Meeresküste, Berggipfeln, geschäftigen Städten, malerischen Dörfchen und ehemals verkehrsreichen Häfen. Die Coastal Route beginnt kurz nach Belfast und endet nach 190 km in Derry (Londonderry). Dies ist allerdings nur die Hauptroute, von der sich zusätzliche Scenic Routes (was in Deutsch etwas umständlich mit malerischer Fahrstrecke umschrieben wird) abzweigen und weitere 410 km zum Fahrvergnügen beisteuern. Es gibt zahlreiche Touranbieter, die Touristen im Bus (von Klein- bis Reisebus) von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten fahren und besonders beliebt sind seit ein paar Jahren die Touren, die die Drehorte der Fernsehserie Game of Thrones abfahren und die zahlende Kundschaft fürs Erinnerungsfoto in angebliche Originalkostüme steckt und aus dem Nähkästchen plaudert (falls der Guide in irgendeiner Weise in die Dreharbeiten der Kultserie involviert gewesen ist).

Da wir 2019 bereits in Nordirland und Irland herumgetingelt sind, haben wir einige Sehenswürdigkeiten bewusst ausgelassen. Die Gründe hierfür sind vielfältig: 1) einmal anschauen hat gereicht 2) mit Kind vielleicht etwas gefährlich oder aus anderen Gründen nicht machbar 3) die Strecke wollen wir unserem Wohnmobil nicht zumuten.

Seit unserem Urlaub sind etwas mehr als 3 Jahre vergangen und damals waren wir mit dem Mietwagen unterwegs. Wenn man mit dem Womo, und hier speziell mit einer größeren Ausführung, unterwegs ist, nimmt man die Dinge ganz anders wahr und schaut auch ganz anders auf Straßen, Parkplätze oder die lokalen Gegebenheiten im Allgemeinen. Wir haben Nordirland als sehr unfreundlich gegenüber Wohnmobilreisenden empfunden. Am Besuch vieler Attraktionen wird man von vorneherein ausgeschlossen, weil der Parkplatz mit einer Höhenbarriere versehen ist. Wir können verstehen, dass die Vanlife Bewegung in den letzten Jahren Überhand genommen hat und man versucht, der wachsenden Zahl von Übernachtungen auf solchen Parkplätzen zu begegnen. Aber kann man die Höhenbarriere nicht tagsüber öffnen und abends schließen, so wie es viele Shoppingcenter in den Städten machen? Fakt ist, wenn ein Wohnmobil nicht auf den Parkplatz raufkommt und in der Nähe nicht parken kann, dann fährt man eben weiter. Dann geben diese Touristen dort eben kein Geld aus; kein Eintrittsgeld, keine Souvenirs, kein Kaffee und Kuchen im Café. Gerade dies wirft man den Touristen im Wohnmobil oft vor, dass sie nur in ihrer „Bude“ hocken und dort Kaffee trinken, anstatt ihr Geld irgendwo im Ort auszugeben. Aber wie es in den Wald hineinschallt….

Seit Covid hat sich das System des Vorbuchens weitestgehend etabliert. Was damals durchaus Sinn machte, um die Besucherströme zu organisieren und Massenansammlungen zu vermeiden, wird inzwischen unserer Meinung nach ad absurdum geführt. Beim Giants Causeway zahlt man keinen Eintritt für den Besuch des Causeways. Man verdient an den Parkgebühren. Hier zahlt man inzwischen nicht mehr per Auto, sondern per Insassen (pro Erwachsender 13,50 Pfund, pro Kind 6,50 Pfund). Da wir dieses System bereits aus 2019 von den Cliffs of Moher kennen, stellte sich nur Tommy mit unserem Womo in der Schlange für den Parkplatz an, nur um wieder davongeschickt zu werden. Wir hatten keine Buchung. Für den Parkplatz! Und das an einem Montag im Oktober, also in der Nebensaison. Ein paar Meter weiter gibt es einen Ausweichparkplatz für all diejenigen, die ohne Buchung anreisen und der war natürlich gerammelte voll. Wir quetschten uns trotzdem noch mit unserem Womo dazwischen und zahlten sogar nur 10 Pfund für das Fahrzeug, unabhängig von der Anzahl der Insassen.

In den Städten sieht es genauso schlecht mit dem Parken aus, aber das ist nicht auf Nordirland beschränkt. Es gibt gefühlt hunderte Parkplätze für Rollstuhlfahrer, ausgewiesene größere Parkbuchten für Reisebusse aber nichts für Wohnmobile. Schafft man es, zwei hintereinander liegende Parkplätze zu finden, zahlt man auch für beide. Manchmal ist man allerdings nur durch die Dummheit der Mitmenschen gestraft. Die parken nämlich auch ganz gern auf den wenigen vorhandenen Womo Stellplätzen, weil die halt so schön groß sind.

Hier also unsere Highlights für Nordirland, wobei die Reihenfolge keine Wertigkeit darstellen soll. Wer die Punkte auf der Karte mitverfolgt, wird erkennen, dass sie, von Belfast beginnend, aufgezählt sind.

1)     Blackhead Lighthouse in Whitehead

     Whitehead hat uns so gut gefallen, dass wir dort sogar zwei Nächte verbracht haben. Der Parkplatz ist weiträumig, wir hatten unsere Ruhe und blickten direkt aufs Meer und auf den Blackhead Leuchtturm. Die kleine Wanderung zum Leuchtturm ist ebenerdig und Jamie konnte sogar mit seinem Laufrad fahren. Unterhalb des Leuchtturms gibt es einige Höhlen und eine dieser Höhlen war Anfang der 1800 Jahre sogar bewohnt.  Thomas McCartney kam damals in die Gegend und begann als Lehrer zu arbeiten. Das war damals nicht unüblich, denn ein etabliertes Schulsystem gab es noch nicht und die Kinder wurden von erfahrenden Erwachsenen in Grundfächern wie Lesen, Schreiben und Mathematik unterrichtet, ohne dass diese als Lehrer ausgebildet waren. Er lebte einige Jahre in der später nach ihm benannten „McCartney´s Cave“ bevor er in ein kleines Geschäftshaus in Fairview umziehen konnte. Die Wanderung führt an mehreren Höhlen vorbei, um das Festland herum, auf dem der Leuchtturm steht und an einer Stelle sogar durch den Berg hindurch. Auf der anderen Seite angelangt, winden sich einige Stufen den Berg zum Leuchtturm hinauf. Dort kann man seinen Spaziergang mit herrlichem Ausblick auf den Blackhead Path und Whitehead fortsetzen, bevor man von den Stufen wieder nach unten zum Küstenweg geleitet wird.

 

Der Blackhead Leuchtturm wude am 1. April 1902 in Betrieb genommen, ist 16 Meter hoch und wurde damals mit einem Nebelschallsignal betrieben. Bis 1965 ertönte in der Dunkelheit eine Explosion, die von einem hellen Blitz begleitet wurde, der bis zu 18 Seemeilen wahrgenommen werden konnte. Ab September 1965 konnte dieser Blitz elektrisch erzeugt werden, was die Sichtbarkeit auf 27 Meilen erhöhte. 1972 wurde der Betrieb der Nebelschallsignale eingestellt. Dort, wo früher der Sprengstoff für die Signale aufbewahrt wurde, findet sich heute die Elektronik für das ferngesteuerte Radarsystem, mit welchem die Mitarbeiter des Hafens in Belfast alle Schiffsbewegungen beobachten und kontrollieren können. Die früheren Unterkünfte der Leuchtturmwärter werden heute als Feriendomizile vermietet.

 


      2)  9 Glens of Antrim

Die Glens of Antrim befinden sich im gleichnamigen Verwaltungsbezirk Antrim im Nordosten und bestehen aus neun von der Küste landeinwärts reichenden Tälern (=glens). Diese sind von Süden zum Norden folgende Täler: Glenarm, Glencoy, Glenariff, Glenballyeamon, Glenaan, Glencorp, Glendun, Glenshesk, Glentaisie. Wie unschwer zu erkennen ist, steckt das Wort glen (Tal) in jedem der Namen. Glendun zum Beispiel bedeutet Tal des (Flusses) Dun.

Nicht grundlos werden die Glens als area of outstanding natural beauty bezeichnet, also als landschaftlich besonders schönes Gebiet. Keines der Täler gleicht dem anderen, sie sind alle einzigartig, haben eine besondere Geschichte und sind durch ihre geographische Nähe zum Meer landschaftlich besonders reizvoll. Wir werden hier nicht alle aufführen, aber näher auf die eingehen, denen wir einen Besuch abgestattet haben.  

 

 Glenarm: bedeutet valley of the army, Tal der Armee. Im dazugehörigen Ort gibt es das bedeutsame Glenarm Castle mit seinem schön angelegten Garten. Wir verbrachten die Nacht am Yachthafen von Glenarm und erkundeten den Ort durch einen kleinen Spaziergang. Hervorzuheben ist der liebevoll angelegte und sehr geräumige Spielplatz, den wir natürlich genauer unter die Lupe nahmen. Die Ortschaft wirkte sehr verschlafen, schon fast verlassen, da wir kaum Einheimische zu Gesicht bekamen. Wir liefen zur Toreinfahrt des Schlosses, die erwartungsgemäß verschlossen war und schafften es später dennoch, einen Blick auf Glenarm Castle zu erhaschen, als wir durch den Wald und am Glenarm River entlang spazierten. Dort fanden wir haufenweise Kastanien, die Jamie dann immer gern in unseren Hosentaschen verstaut, weil da einfach mehr rein passt. 

 

 

 

Glencoy: bekannt als valley of the sword (Tal des Schwertes) oder als valley of the hedges (Tal der Hecken). Glencoy ist eines der größten der Glens, durchdrungen von Geschichte und gesegnet mit reichlich Ressourcen. Als solches war es sehr wahrscheinlich ein wichtiger Standort für die Produktion von Feuersteinen und in der jüngeren Geschichte bildeten die Kalksteinfelsen der Umgebung die Grundlage einer geschäftigen Mineralindustrie. Diese ging vom Dorf Carnlough aus, wo sich noch heute ein stillgelegter Steinbruch befindet. Auf diesen stießen wir eher zufällig nach unserem Besuch der Cranny Falls. In Erinnerung bleiben wird uns Carnlough aber eher aus kulinarischen Gründen, denn bei unserer Wanderung zu den Cranny Falls kamen wir aufgrund der üppig gefüllten Brombeerbüsche kaum vom Fleck. Auf dem Nachhauseweg füllten wir dann die leere Brotbüchse und holten sogar noch eine weitere Schüssel aus dem Womo, weil wir die zahlreichen vernachlässigten Brombeeren nicht sich selbst überlassen wollten. Daraus wurde ein leckerer Brombeerstreuselkuchen, der leider nicht lange unter uns weilte.  
 
Glencorp: bekannt als valley of the body oder glen of the dead (Tal des Körpers / Tal der Toten). Keine Sorge, Tote haben wir dort nicht gesehen. Einen Stopp haben wir dort nicht eingelegt, aber die coastal route führt durch die gesamte Länge dieses Tals und bietet herrliche Ausblicke auf Berge auf der einen und sanfte Hügeln auf der anderen Seite der Straße.  
 
Glendun: bekannt als das Tal des braunen Flusses oder das Tal des Flusses Dun und landschaftlich sehr abwechslungsreich. Steile Berge umgeben das Tal und eine enge Straße schlängelt sich von den tundraartigen Hängen des Berges Slieveanorra durch üppigen Wald bis zum Dorf Cushendun. Game of Thrones Fans kennen diesen Ort natürlich, denn in den Höhlen von Cushendun haben Dreharbeiten zur erfolgreichen Serie stattgefunden. Dementsprechend beliebt ist der Ort bei den Game of Thrones Touren, aber wir hatten Glück und beobachteten nach unserem Besuch, wie 3 Tourbusse ihre Insassen ausspuckten und sich diese über den sehr kleinen Ort ergossen. Wir hatten die Höhlen vorher noch fast für uns allein gehabt.

 
 
Das Erstaunliche an den Cushendun-Höhlen ist, dass sie sich vermutlich vor über 400 Millionen Jahren gebildet haben. Die unglaublichen Felshöhlen in den Klippen wurden im Laufe der Zeit auf natürliche Weise durch Wind und Wasser erodiert. Wir übernachteten in dem kleinen geschäftigen Hafen und genossen das Aufwachen zu Meeresrauschen sowie die Nähe zum Wasser, was Jamie natürlich wieder zum ausgiebigen Steineversenken veranlasste. 
 
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