Zu diesem Beitrag gibt es einen Teil 1, nachzulesen hier.
3) Kinbane Castle
Über Kinbane Castle weiß man erstaunlich wenig, da nicht viel Schriftliches
überliefert wurde. Man glaubt zu wissen, dass es 1547 von Colla MacDonnell
erbaut wurde. Die MacDonnells waren Teil des großen schottischen Clans der MacDonalds,
Herren der westlichen Inseln Schottlands, die man an einem klaren Tag von hier
aus sehen kann (Islay, Jura und Kintyre).
Die Ruine liegt strategisch günstig auf einem Felsvorsprung, der weit ins
Wasser ragt und vom Land nur über eine Seite erreichbar ist. Und diese hätte
man früher sicherlich gut absichern können.
Heutzutage gibt es eine lange
Treppe, die Besucher vom Parkplatz runter zum Felsvorsprung bringt. Bereits
nach ein paar Stufen öffnet sich der herrliche Ausblick auf die Schlossruine
und man kommt nicht umhin, seine Interessen abzuwägen: Reicht mir der Ausblick
und das Foto von hier oben oder steige ich die Stufen komplett herab, mit dem
Wissen, diese auf dem Rückweg erneut erklimmen zu müssen? Die Frage ist nicht
unberechtigt, denn die Treppe ist lang und lässt sich nicht gerade bequem
laufen. Der Abstand zwischen den Stufen ist unpraktisch; entweder man macht
zwei Dippelschritte oder einen Riesenschritt, was spätestens nach 2 Tagen einen
mächtigen Muskelkater verursacht (zumindest bei mir).
Da wir auf dem Parkplatz übernachteten, hatten wir die Ruine am Morgen fast für uns allein. Den Sonnenaufgang schafften wir zwar nicht, das Licht war aber trotzdem ganz hervorrageng.
4) Giant´s Causeway
„Das Highlight der Causeway Küste ist zweifelsohne der Giants Causeway oder der Damm der Riesen. Hierbei handelt es sich um ein natürliches Phänomen und nicht wenige Besucher werden sich fragen, wie es zur Entstehung der knapp 40.000 recht gleichmäßig geformten Basaltsäulen gekommen ist. Die.jpg)
"Eine Legende zur Entstehung gibt es natürlich auch und wer sich mit geologischen Erklärungen schwertut, findet hier eine unterhaltsame Alternative. Grund für die Entstehung dieser Legende ist wahrscheinlich die Tatsache, daß ähnliche Formationen an der Küste Schottlands (Fingal´s Cave auf der Insel Staffa) gefunden wurden.
Der Damm
wurde demnach vom Riesen Fionn mac Cumhaill (Finn MacCool) gebaut, um mit
seinem schottischen Widersacher Benandonner zu duellieren, der ihn zuvor stark
beleidigt hatte. Er riss riesige Felsen aus den Klippen der Küste heraus und
stemmte sie in das Meer, um einen sicheren Weg nach Schottland zu bauen (beide
konnten nämlich nicht schwimmen).Als sich Benandonner für den
Kampf auf den Weg gemacht hatte, bekam Fionn Zweifel und suchte nach einem
Ausweg, nicht kämpfen zu müssen.
Er verkleidete sich als Baby und als sein Rivale eintraf, waren nur seine Frau und das angebliche Baby zu Hause. Als er dieses erblickte, erschrak Benandonner fürchterlich wegen seiner Größe und schlußfolgerte daß der Vater selbst unter Riesen ein Gigant sein müsse. Er ergriff die Flucht zurück nach Schottland und zerstörte bei seinem Rückzug den zuvor gebauten Damm.“
(gemopst aus unserem früherenBlogbeitrag über unseren Irlandurlaub 2019, warum sich die Arbeit zweimal machen?)
Eigentlich wollten wir Sehenswürdigkeiten nicht doppelt besuchen, aber die Basaltsäulen wollten wir Jamie nicht vorenthalten, schon allein wegen der damit verbunden Legende. Mit dieser hatten wir Gesprächsstoff für viele Tage, aber leider noch immer ungeklärte Fragen, die wir gern an die Leserschaft weiterleiten möchten: Wo ist der Riese wenn er nicht zu Hause ist? Was essen Riesen? Und wo bekommen sie ihre Nahrung her, gehen sie einkaufen?
5) Downhill Demesne & Mussenden Temple
Den Mussenden Tempel wollten wir 2019 schonmal besuchen, aber damals wurde uns
der Zutritt wegen einer Hochzeit verwehrt. 3 Jahre später waren wir also wieder
da. Der Spaziergang durch den liebevoll gestalteten und gepflegten Park ist
gerade beim Anblick der Herbstfarben eine Freude. Wenn man mit älteren Kindern
unterwegs ist, finden sich zahlreiche kleine Anregungen und Informationen in
den Bäumen (auf kleinen Schildern, Baumscheiben etc) die zum Handeln,
Nachdenken und Mitmachen anregen. Unser Jamie war dafür allerdings nicht zu
begeistern da er die meiste Zeit enttäuscht diskutierte, warum er denn sein
Laufrad nicht mitnehmen durfte.
Bei der Ruine von Downhill Demesne angelangt, waren wir hin und weg, schließlich sind wir beide große Fans von lost places und sind, damals noch kinderlos, in so einigen Ruinen und verlassenen Häusern rumspaziert. In den meisten Fällen wussten wir nicht so genau, was sich in den von uns besuchten Lokalitäten befunden hat, aber bei Downhill Demesne ist das anders. Dessen Vergangenheit ist wohl bekannt und auf einigen Schautafeln dargestellt, teilweise sogar mit Bildern der Räumlichkeiten.
Erbaut wurde das Anwesen 1775 vom Earl
Bischoff Frederick Hervey, einer auffälligen Persönlichkeit des 18.
Jahrhunderts. Er errichtete weiterhin ein Mausoleum zur Erinnerung an seinen
Bruder und an den Klippen ließ er den Mussenden Tempel erbauen, der als seine
Bibliothek diente. Den Tempel konnten wir uns gar nicht mehr so genau
anschauen, weil unser Kind den Hungeraufstand probte, aber für ein Bild hat es
gerade noch gereicht.
6) Binevenagh
Binevenagh -area of outstanding natural
beauty (=AONB) befindet sich auf den Ausläufern des Antrim Plateaus im
Verwaltungsbezirk Londonderry, in der Nähe von Portstewart und dem ebenfalls
hier erwähnten Downhill Demesne & Mussenden Temple. Die Anfahrt zum
Aussichtspunkt erfolgt über die Bishops Road, die nach dem Bischoff von Derry
benannt wurde. Dies ist der gleiche Bischoff, der Downhill Demesne und den
Mussenden Temple erbauen ließ.
Die steilen Klippen erstrecken sich über sechs Meilen und bieten einen atemberaubenden Ausblick auf die Magilligan Halbinsel, Lough Foyle und den irischen Verwaltungsbezirk Donegal. Im Sommer verkehrt eine Fähre von der Spitze der Halbinsel nach Greencastle in Irland, was den langen Umweg über Londonderry erspart.
Wir genossen den Ausblick vom Gortmore Aussichtspunkt und verbrachten dort eine ruhige Nacht. Dem nur ein paar Kilometer entfernten See Binevenagh statteten wir ebenfalls einen Besuch ab und hätten uns fast dazu entschlossen, auch dort eine Nacht zu verbringen, wenn es nicht so verdammt windig gewesen wäre. Beim Spaziergang entlang der Klippen war aufgrund des starken Windes höchste Vorsicht geboten und wir waren nicht böse darüber, dass Jamie wieder zum Wohnmobil zurück wollte. Wir hätten ihn sonst festhalten müssen, um sein Fortwehen zu verhindern.
Hier ein kurzes Video, welches einen Eindruck über Binevenagh vermittelt.