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Mittwoch, 19. Oktober 2022

Unsere Großbritannien Reise: die Highlights in Schottland, speziell auf der Isle of Skye

 

Skye ist die größte und nördlichste der zur Inselgruppe der Inneren Hebriden zählenden Inseln. Zu den Inneren Hebriden zählen 35 bewohnte Inseln und nochmal 44 unbewohnte Inseln mit einer Gesamtgröße von 30 Hektar. Der Vollständigkeit halber hier auch noch ein paar Fakten zu den Äußeren Hebriden. Neben 15 bewohnten Inseln gibt es mehr als 50 unbewohnte und von der einen Spitze zur anderen sind es knapp 210 km.

Bevölkert wurde die Insel von den Kelten, den Wikingern und später von den Nordischen Clans der MacLeods und MacDonalds. 1266 wurde die Insel Schottland übereignet. Im 18. Jahrhundert wurden einige Dörfer platt gemacht und für die Schafzucht geräumt, was nicht immer mit dem Einverständnis der dortigen Bewohner von statten ging. Erst seit 1995 ist Skye durch eine Brücke mit dem Festland Schottlands verbunden, vorher musste man die Dienste verschiedener Fähranbieter in Anspruch nehmen, um auf die Insel zu gelangen. Die Brücke hat den Weg für den Tourismus geebnet und spielt eine sehr wichtige Rolle für Skye.

Skye ist ein Wanderparadies und wir haben lange überlegt, ob wir unter diesen Umständen überhaupt auf die Insel fahren sollen. Schließlich können wir mit Jamie keine allzu langen und anstrengenden Touren unternehmen und was sieht man dann schon von der Insel? Rückblickend können wir sagen, dass wir eine gute Mischung gefunden haben und das beste aus der Situation gemacht haben, auch im Hinblick aufs Wetter. Denn am Tag unserer Anreise regnete es heftig und den ganzen Tag.

Hier also unsere Highlights:


The Old Man of Storr

Die Bilder haben es uns angetan, wir wollten unbedingt da hoch. Wir lasen mehrere Berichte und folgten dem Ratschlag, früh vor Ort zu sein, um nicht mit den Touristenmassen auf den Berg zu kraxeln. So standen wir laufbereit 9 Uhr auf dem Parkplatz, was ein Rekord für uns ist! Der erste Abschnitt ist der einfachste, aber natürlich geht es auch hier bergauf. Es begann alles ganz gut und Jamie war motiviert, bis er irgendwann keine Lust mehr hatte. Blöd, wenn man Dreiviertel der Wanderung noch vor sich hat. Mit gut zureden schafften wir es bis zum Beginn der Stufen, die den Anstieg zwar verkürzen, weil man keinen Weg durch Schlammlöcher suchen muss, aber dafür ist der Anstieg steil und anstrengend, weil die Steinblöcke sehr ungleichmäßig in Größe und Abstand zueinander sind. Es erfordert also viel Konzentration. Dieses Stück nutze Tommy für sein tägliches Workout und schleppte Jamie hinauf. Zu Fuß hätte er das niemals geschafft bzw. hätte nach 10 Metern aufgegeben. Zu Recht, denn auch die Mama hatte ganz schön zu kämpfen. 

Fast oben angekommen wurden wir vom ersten Regenschauer überrascht. Wir standen direkt unter der ikonischen Felsformation, die als Old Man bekannt ist. Jamie und Katja suchten sich eine etwas windgeschützte Stelle und verweilten dort, während Tommy den letzten Anstieg allein bewältigte. Hier gab es keine Stufen mehr, es galt, sich selbst einen Weg nach oben zu suchen. Der vorgegebene Weg war nämlich aufgrund des Schlamms kaum begehbar. Dort am Hang arbeiteten auch 2 Ranger daran, den Weg für die Kletterer zu verbessern aber in dem Tempo und mit nur 2 Personen könnte das noch Jahre dauern. Oben angekommen durfte Tommy dann die Reiseführer Bilder machen, bevor er sich wieder auf den Weg nach unten begab und Jamie die Stufen wieder runter trug. Das letzte Stück ohne Stufen lief Jamie dann wieder ohne viel Beschwerden, aber es ging ja meistens auch bergab. Allerdings regnete es schon wieder.

Fazit: Die Wanderung ist schwer. Aber wer über halbwegs gute Fitness verfügt, sollte sich definitiv mit gutem Schuhwerk und wasserfesten Klamotten auf den Weg machen. Wer nicht bis hoch will oder kann, läuft einfach bis zum Plateau und kann dort schon einen herrlichen Ausblick aufs Umland und natürlich auf den Old Man genießen. Und wer noch Kraft und Motivation übrig hat, versucht sich eben am letzten Stück um das berühmte Bild zu knipsen. Oder läuft ein wenig in der Schlucht umher, was wohl nicht ganz so schwierig aber auch sehr schlammig ist. Und vom Wetter sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn auch wolkenverhangen ist der Old Man of Storr atemberaubend schön. 

 

Neist Point und Neist Point Lighthouse

Für die Wiederholung tut es uns leid, aber die Anfahrt auf diesen westlichen Zipfel von Skye war sehr abenteuerlich. Nach dem man die A863 verlässt, befindet man sich für mindestens eine halbe Stunde auf einer einspurigen Straße mit Ausweichbuchten, die in großzügiger Anzahl vorhanden sind. Diese werden allerdings auch benötigt, denn der Leuchtturm ist beliebt und der Strom an Autos nimmt, gerade zum Sonnenuntergang hin, selten ab. Nach der Durchfahrt durch Glendale wird die Straße nochmal schmaler, steiler und kurviger und an der ein oder anderen Stelle betete ich schon mal dafür, dass wir den Rückweg ohne Gegenverkehr zurücklegen können, da das Anhalten und wieder Wegkommen auf solch steilen Straßen für unseren Ludwig nicht immer einfach ist. Bei landschaftlich spektakulären Straßenabschnitten filme ich als Beifahrer gerne mit der GoPro mit. Glaubt mir, es sind einige Videos geworden!

Am Ziel angekommen waren wir uns nicht sicher, wie groß der Parkplatz eigentlich sein würde und so nutzen wir die Parkplätze am Straßenrand. Was eine gute Entscheidung war, denn der eigentliche Parkplatz ist für Wohnmobile eher ungeeignet. Das Wetter war fantastisch, die Sonne zeigte sich und wir machten uns auf den Weg zum Leuchtturm. Für kaputte Knie ist die Wanderung nicht zu empfehlen denn gleich zu Beginn läuft man einen extrem steilen Berg hinunter. Der Weg ist zweigeteilt: links Stufen und rechts eine Rampe. Diese konnte ich nicht lange laufen, da ich das Gefühl hatte, vorne aus meinen Wanderschuhen zu rutschen. Sehr unangenehm! Etwas später gibt es einen ähnlich steilen Abstieg und in solchen Momenten denke ich immer schon an den Rückweg und den beschwerlichen Anstieg zweimal hintereinander! Aber egal, erstmal den Augenblick genießen und den Leuchtturm fotografieren. Dieser kommt wie eine lost place location daher, denn der Leuchtturm ist seit 1990 nicht mehr bemannt und voll automatisch. Fertiggestellt wurde er 1909, ist 19 Meter hoch und sein Signal hat eine Reichweite von 16 Seemeilen.

Die Außenanlagen laden zum Entdecken ein und hinter dem Leuchtturm findet man ein Feld von Steintürmen, die alle von Besuchern errichtet wurden. Weiter unten am Wasser befindet sich ein alter Kran, der früher zum Entladen der Boote genutzt wurde, die Vorräte und Nachschub lieferten. Und über das gesamte Gelände verteilt blöken die Schafe und man tut gut daran, nicht in ihre Hinterlassenschaften zu treten, was allerdings aufgrund der strategisch guten Positionierung auch auf dem Gehweg nicht immer einfach ist.

Hat man beide steilen Anstiege geschafft und steht oben auf dem Parkplatz, hat man die Möglichkeit, einen kurzen Abstecher die Klippen hinauf zu klettern, von wo man einen herrlichen Ausblick auf den Leuchtturm und die Felsformation erhält, die ihn trägt. Dieser Punkt ist sehr beliebt bei Touristen, die die 2,2km lange Wanderung scheuen und / oder für den Sonnenuntergang gekommen sind. Aber es ist Vorsicht geboten, denn die Klippenwanderung ist sehr matschig!

Wir hatten das Privileg, diesen Ort auch über Nacht erleben zu dürfen, denn wir übernachteten am Straßenrand, wo wir auch geparkt hatten. Wir erwachten mit dem Blöken der Schafe, die dicht an unserem Ludwig vorbeizogen (auf ihrem Weg zur Arbeit, wie wir Jamie immer erzählen) und machten uns rechtzeitig wieder auf den Weg, um nicht aufgrund des permanenten Besucherstroms ständig nur in Ausweichbuchen zu stehen.

Fazit: Neist Point ist ein herrliches Fleckchen Erde und wir würden jederzeit wiederkommen!

  

Talisker Bay

Wir fanden diese Wanderung bei unserer Internetrecherche für kindertaugliche Walks und fanden ihn sehr ansprechend. Talisker Farm, von wo die Wanderung startet, erreicht man ebenfalls nur durch eine einspurige Straße mit Ausweichbuchten, die in noch schlechterem Zustand ist als die zu Neist Point. Teilweise ist die Straße sehr schmal und holprig und es kamen Zweifel auf, ob wir bis zum Ende durchfahren sollten. Da wir aber sowieso nicht hätten wenden können, fuhren wir einfach weiter und erreichten irgendwann das Ende der Straße, wo es (wie zu befürchten war) nicht besonders viele Parkmöglichkeiten gibt. Dazu bricht die Straße zum Rand hin abrupt ab und man muss aufpassen, sein Auto nicht zu beschädigen. Glücklicherweise gibt es eine Wendestelle und damit wir noch eine Möglichkeit hatten, bei all den am Rande parkenden Fahrzeugen überhaupt wieder weg zu kommen, fuhren wir die Straße wieder ein Stück zurück und parkten in sicherer Entfernung. Hat man die Talisker Farm durchquert und schreitet durch das Tor, steht man auf dem einfach zu laufenden Weg neben einer großen Wiese, die von Kühen und Schafen bewohnt wird. Der Weg läuft parallel zu einer Gebirgskette, die einen direkt zur Bucht führt, wo man am anderen Ende des weitläufigen Strandes den Talisker Wasserfall entdeckt. Leider entdeckt man auch eine Menge Müll, der am Tor in die Bucht liegt, und dort vermutlich bereits zusammengetragen wurde. Die gleiche Menge liegt nochmal am Strand verteilt und man fragt sich unweigerlich, wo das Zeug alles herkommt. Es kann nicht alles von den Wanderern hierher gebracht worden sein, denn es ist sehr viel Fischereizeugs dabei (Netze, Bojen, Ölkanister usw.). Es ist erschreckend, was da alles zusammenkommt.

Das faszinierende an dem Strand ist der schwarz-weiße Sand, der tolle Muster erzeugt und beim richtigen Lichteinfall zu glänzen scheint. Macht sich richtig toll auf Fotos! Nur Vorsicht, am Strand gibt es einige der lästigen Midgets, von denen wir im September größtenteils verschont geblieben sind. Im Juli / August könnte dies anders aussehen.

Fazit: Mit den bekannten Wanderungen auf Skye kann Talisker Bay sicherlich nicht mithalten, schon gar nicht wenn man Bergpanoramen oder spektakuläre Ausblicke hinunter in Täler oder über Schottlands Lochs sucht. Aber gerade deswegen stellt dieser kleine Ausflug eine willkommene Abwechslung dar, vor allem wenn man mit Kind unterwegs ist oder vielleicht von Muskelkater geplagt ist, da man bereits tagelang auf irgendwelche imposanten Berge hochgeklettert ist. Aber Vorsicht, durch die beschriebene Parkplatzsituation kann die Farm einem Ansturm von Wanderlustigen nicht standhalten, irgendwann ist dort einfach kein Platz mehr für Autos. Und obwohl wir mit unserem Wohnmobil hingefahren sind, gilt auch hier ein Wort der Warnung, denn allzu viele Womos passen dort einfach nicht hin.

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Und dann zwei Attraktionen, von denen wir ziemlich enttäuscht waren und die hier nicht als Highlights aufgezählt werden. Grund dafür ist, dass man mit aufwendig bearbeiteten Bildern Werbung macht, die teilweise auch noch mit der Drone (oder Hubschrauber) aufgenommen wurden, so dass man diese Sicht als Normalsterblicher niemals genießen kann. Zumal an vielen Attraktionen tatsächlich auch Schilder stehen, die den Einsatz von Dronen untersagen. 

Die erste Enttäuschung ereilte uns beim Kilt Rock und den dazugehörigen Mealt Falls. Man schaut seitlich aus gleicher Höhe auf den Wasserfall drauf und bekommt dadurch überhaupt kein Gefühl für seine Höhe. Auch sieht man überhaupt nicht, was man auf den Dronenfotos sieht, und zwar die spektakulären Klippen, von denen das Wasser herunterfällt. Unserer Meinung nach kann man sich die Anfahrt sparen.

Die Fairy Pools waren eine weitere Enttäuschung. Tommy hat die Strecke allein zurückgelegt, weil der Anstieg zu steil und anstrengend für Jamie gewesen wäre. Auch hier stimmen Realität und Reiseführer nicht überein und das liegt sicherlich nicht daran, dass Tommy nicht wüsste, wie man einen Wasserfall richtig mit Langzeitbelichtung fotografiert. Die Fotos waren ernüchternd und so entschied sich Katja gegen eine Wanderung (wir hätten sie jeweils einzeln gemacht, weil wir Jamie nicht mitnehmen konnten).

Und so hat das alte Motto aus der Schule „Mut zur Lücke“ auch hier Bestand; man muss nicht alles auf der Liste abfahren und ablaufen nur um dort gewesen zu sein. Wir hatten mit unserer ganz speziellen Auswahl an Wanderungen ein glückliches Händchen und haben die Isle of Skye auf unsere ganz persönliche Weise genießen können. Zumal wir bereits die Rundfahrt über einen Großteil der Insel als Highlight an sich empfunden haben. Die Berge, entweder schroff und zerklüftet oder ganz sanft und mit Wäldern bedeckt, das Grün der Wiesen, die spektakulären Buchten und die verträumten kleinen Ortschaften, in denen man sich teilweise mehrere Jahrzehnte zurückversetzt fühlt. Auch das Regenwetter trägt zum Gesamtbild der Isle of Skye bei da unserer Meinung nach nebelverhangene Berge die Fantasie deutlich mehr anregen als blauer Himmel. Wir können die Insel definitiv empfehlen aber nehmt Euch bitte mehr Zeit als nur 5 Stunden.

Und noch ein letzter Tipp für alle Besucher im Wohnmobil: Es gibt nicht sehr viele Möglichkeiten auf Skye, Frischwasser aufzunehmen oder sein Grau- und Schwarzwasser loszuwerden. Dankenswerterweise kann man auf dem Parkplatz vom Old Man of Storr entsorgen; auch den Inhalt der Toilettenkassette. Ansonsten bleiben nur die Campingplätze auf der Insel, die teilweise ein Entsorgen gegen Gebühr für Nicht-Übernachtungsgäste anbieten. Müllbehälter gibt es genug, Eure Müllsäcke müsst Ihr also nicht tagelang spazieren fahren. Einkaufsmöglichkeiten gibt es auch nicht sonderlich viele, eigentlich nur in den 2 oder 3 größeren Orten. Man tut also gut daran, seine Vorräte vor der Anreise nach Skye aufzufüllen.





Freitag, 16. September 2022

Unsere Großbritannien Reise: Das Finden eines Stellplatzes in UK

Wir hatten es bereits angekündigt, dass wir dem Thema Stellplätze, overnight parking oder wild camping, wie es einige nennen, einen separaten Beitrag widmen. Also was sagt das Gesetz, was ist erlaubt und was ist nicht erlaubt? 

Auf oder neben öffentlichen Straßen darf über Nacht nicht geparkt werden. Grund hierfür ist, dass der Straßenverkehr in keiner Weise blockiert, behindert oder gefährdet werden darf. Und in der Realität? Steht man auf einem Parkplatz etwas abseits der Straße, wo man nichts blockiert und wo es kein Schild gibt, das overnight parking verbietet, wird man höchstwahrscheinlich nicht gebeten, sich etwas anderes zu suchen. Das kommt aber auch auf den jeweiligen Bezirk an, die zuständigen Behörden etc.

Was nicht in öffentlicher Hand verwaltet wird, gehört jemandem privat und da wird es schon schwieriger. Auf privatem Grundbesitz darf man mit Genehmigung des Eigentümers parken, campen und auch über Nacht stehen aber das Finden des Eigentümers ist nicht immer leicht. Oder woher weiß ich, wem das Feld gehört, an dessen Rand ich gerne stehen möchte? Viele Kommunen haben das overnight parking auf ihren städtischen Parkplätzen komplett untersagt und machen es Wohnmobilen generell sehr schwer, überhaupt einen Parkplatz auch tagsüber zu finden, weil Höhenbeschränkungen vor den Einfahrten angebracht sind. Bei Parkplätzen ist es relativ einfach, herauszufinden was man darf und was nicht, denn es ist klar und deutlich ausgeschrieben. Und wenn da steht, no overnight parking oder „no motorhomes from 11pm to 6am“ (also keine Womos von 23:00 – 06:00 Uhr) dann sollte man sich daran halten weil für den Fall eines Verstoßes bereits Art und Höhe der Strafe mit angeschrieben ist.

Leider haben solche Restriktionen meist eine Vorgeschichte. Erst neulich haben wir einen Zeitungsartikel über Wildcamper gelesen (hier waren Leute im Zelt gemeint), die es nicht für nötig hielten, ihren Müll mitzunehmen und ihre Notdurft einfach in der Natur verrichteten. Die Stadt denkt nun darüber nach, diese Stelle generell als Parkplatz zu sperren, worunter natürlich all die anständigen Leute leiden, für die solch ein Verhalten überhaupt nicht in Frage kommt. Darunter zu leiden haben dann auch die zahlreichen Reisenden in ihren Wohnmobilen. Was nicht heißen soll, dass diese Leute mit Heiligenschein unterwegs sind, denn leider gibt es auch unter den Wohnmobilisten Idioten, die Müll und andere Hinterlassenschaften zurücklassen. 

Problematisch dabei sind sicherlich auch einige, nicht alle(!) Reisenden in den umgebauten Lieferwagen, Handwerkerbussen, Sprintern etc die oftmals keine Toilette an Board haben und sich aber auch gern auf solchen Plätzen aufhalten. Ich frage mich sowieso immer, wie die das machen, schließlich ist nicht immer ein öffentliches Klo in der Nähe. Durch das Lesen in Foren kennen wir allerdings die Einstellung einiger Vertreter der Vanlife Szene, wo man nicht verstehen kann, warum sich jemand daran stört, dass man mit Spaten in den Wald geht und seine Notdurft vergräbt. Wenn das eine Person macht, stört das Mutter Natur sicherlich nicht sonderlich, wenn aber mehrere Dutzend am Tag an solch einem Parkplatz mit ihrem Spaten unterwegs sind (und viele oft gar nicht erst buddeln sondern alles recht oberflächlich geschieht, Toilettenpapier durch die Gegend fliegt und es meilenweit nach Klo stinkt) dann ist das einfach nicht mehr okay.

Fakt ist, dass viele Campingplätze in England sehr teuer sind und wir nicht bereit sind, soviel Geld auszugeben. Wir haben uns mit einem Betreiber eines solchen Campingplatzes unterhalten (wo wir 48,60 Pfund für die Nacht bezahlt haben!) und er meinte, es kostet alles Geld und da macht der Platz angeblich nicht mal Gewinn (bzw. wird alles reinvestiert). England ist eine Campingnation, das Zelten stellt einen typischen Sommerurlaub für Familien dar. Und da die Campingplätze auch viel Platz für Zelte bieten, müssen sie natürlich auch die Ausstattung für dieses Klientel zur Verfügung stellen. Duschen und Toiletten 24 Stunden am Tag, Spülküchen fürs Reinigen des Geschirrs, Waschmaschinen und Trockner (die zahlt man allerdings extra). Die Stromkosten solch eines Campingplatzes sind sicherlich enorm. Die Plätze sind wegen der Sicherheit alle beleuchtet, Wohnmobile brauchen Strom und beim Zelten geht’s heutzutage auch nicht mehr ohne. Der letzte Stellplatz hatte sogar TV Anschlüsse für die Zeltplätze, damit man sich auch im Urlaub mit dem ganzen Müll berieseln lassen kann. 

Wir haben aber inzwischen das Gefühl, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Campingplatz erwischt, der mehr von den Einheimischen frequentiert wird oder ob es sich um Plätze handelt, die in Touristhochburgen mehr von den Ausländern gebucht werden. Auf dem letzten Campingplatz waren wir die einzigen Ausländer und dort zahlten wir wesentlich weniger Stellplatzgebühr als zum Beispiel in Folkestone. Dort übernachtet fast jeder, der von der Fähre kommt oder zur Fähre will und da sind die Preise dementsprechend höher.

Allerdings sind wir auf Campingplätze angewiesen, ab und zu müssen wir dort übernachten, weil Wäsche gewaschen werden möchte, wir Frischwasser benötigen und die Entsorgung eine Katastrophe in UK ist. Im Rest von Europa gibt es ein gutes Netz an Entsorgungsstellen wo man sein Schmutzwasser ablassen, die Toilette entsorgen und Frischwasser auftanken kann. Oftmals gegen Gebühr aber das ist ja okay. In England sind solche Stellen Mangelware. Wir haben eine Liste mit Entsorgungsstellen in Europa gefunden, die auch einige Plätze in England aufweist, aber diese haben bisher nicht in unsere Route gepasst. Oder wir hatten gerade anderweitig entleert und benötigten diese gerade nicht. Als wir in Tintagel auf einem Campingplatz nachfragten, ob wir unsere Toilette entleeren dürfen, verneinte der Mitarbeiter und meinte, vor Covid war das alles möglich aber jetzt möchte es der Manager nicht mehr. Muss man nicht verstehen aber eben akzeptieren.

Nach ein bisschen Online Recherche fanden wir das Pendent zum deutschen „Landvergnügen“: Britstops. Das Konzept ist leicht erklärt. Lokale Anbieter bieten kostenfreie Stellplätze auf ihren Grundstücken und im Gegenzug gibt man dort ein wenig Geld aus; im Hofladen, im Pub, in der Eismanufaktur etc. Somit soll den Reisenden die lokale Vielfalt nähergebracht und Verständnis und Wertschätzung der regionalen Produkte und Traditionen geweckt werden. Das Einkaufen dort ist keine Pflicht aber es wird als Gegenzug zum freien Stellplatz natürlich erwartet.

Wir haben die Mitgliedschaft bei Britstops erworben und bekamen ein Buch (später auch eine App) in dem die teilnehmenden Anbieter verzeichnet sind. Leider sind dies zu 90% Pubs. Die Pubkultur in England ist bemerkenswert, es scheint wirklich ganz normal zu sein, nach der Arbeit noch für ein Bier im Pub vorbeizuschauen. In den letzten Jahrzehnten sind die Pubs auch immer familienfreundlicher geworden so dass man inzwischen in den meisten Pubs auch mit Kindern gern gesehen ist. Nun sind die Pubs aber auch recht teuer, so dass wir bisher nur 2x dort gegessen haben. Das letzte Abendessen schlug mit 55 Pfund zu Buche, was immerhin 65 Euro ausmacht. Schon ne Menge Geld für 2,5 Personen. Meistens trinken wir nur ein Bier und Radler, wenn wir uns nicht damit rausreden können, dass unser quengeliges Kind ins Bett gebracht werden muss aber auch da kommt man unter 10 Pfund (12 Euro) nicht weg.

Und so nutzen wir Britstops, wo es nicht anders geht, bemühen aber auch andere Quellen zum Finden eines Stellplatzes. Wir nutzen inzwischen 5 verschiedene Apps, um overnight Stellplätze zu finden. Meist handelt es sich um kleine Parkplätze an wenig frequentierten Straßen oder Orte wo das Übernachten explizit erlaub ist (Raststätten, Parkplätze gegen Gebühr, Wanderparkplätze). Diese zu finden ist nicht immer leicht und in einigen Gegenden gibt es weniger davon als in anderen. Oberste Devise für uns ist immer, dass der Platz einen sicheren Eindruck macht. Wenn wir kein gutes Gefühl dabei haben, fahren wir weiter. Und so gab es bisher auch keine Zwischenfälle oder unschöne Situationen. Oft hat man Straßenlärm aber manchmal auch das Rauschen des Meeres.

Folgende Seite fanden wir zur Beurteilung der rechtlichen Situation in England bezüglich overnight parking, wild camping ganz hilfreich: https://www.startrescue.co.uk/breakdown-cover/motoring-advice/safety-and-security/can-i-park-overnight-what-the-law-says

In Wales ist die Situation nicht anders als in England. Jetzt sind wir in Schottland und dort ist vieles einfacher. Man findet kaum Verbotsschilder für das Übernachten und deswegen ist das Land auch so beliebt bei den Urlaubern. Gleich am ersten Tag sahen wir daher auch vermehrt Deutsche, die wir bisher auf unserer Reise selten gesehen haben. Auch bei den Engländern ist Schottland aufgrund der entspannteren Stellplatzsituation sehr beliebt und in Gesprächen mit einheimischen Reisenden bekamen wir öfter die Frage gestellt, warum wir denn gerade nach England gekommen sind, wo doch alles so kompliziert sei. Wir antworten dann immer wahrheitsgemäß, dass England auch sehr schöne Ecken zu bieten hat und das lässt den Gegenüber dann doch auch wieder strahlen. Man hört eben doch gern positives über sein Heimatland.  

.... Und eines gibt es über die Stellplätze abschließend zu sagen: Egal wie abgeschieden man glaubt zu stehen, am morgen steht immer mindestens ein anderes Auto auf dem Parkplatz und es steigt jemand mit seinen Hunden für die morgendliche Gassirunde aus….
















Samstag, 13. Mai 2017

Schottland und wie viel Geld man für einen Urlaub benötigt

Vor sehr langer Zeit versprochen, kommt nun endlich auch eine grobe Zusammenstellung der Ausgaben, damit der interessierte Schottlandurlauber ein Gefühl dafür bekommt, wie viel Geld er auf der Insel ausgeben kann. Dies ist natürlich sehr individuell und hängt von vielen Faktoren ab und so kann man für wesentlich mehr Geld Urlaub in Schottland machen aber sicher auch bei der einen oder anderen Position Geld einsparen. 

Gerade bei der Aufstellung der Unterkünfte hatte ich bereits erwähnt, daß es hier vor allem darauf ankommt, ob man lieber in Hotels oder in Jugendherbergen schlafen möchte oder sich irgendwo dazwischen bewegt. Auch bei den Eintrittsgeldern kann man wesentlich mehr Geld ausgeben als wir, haben wir uns doch gerade mal drei der unendlich vielen Schlösser und Burgen in Schottland aus der Nähe betrachtet. Allein auf dem Castle Trail kann man sich tage- oder sogar wochenlang Schlösser anschauen und diese natürlich auch von innen besichtigen und dabei ein kleines Vermögen hinlegen. Wir fanden dies allerdings nicht so amusing und so konnten wir hier einiges an Geld einsparen.

Tommy und ich sind beide keine Kostverächter und lieben unseren Kaffee und ein gutes Stück Kuchen, deswegen fallen die Kosten für Lebensmittel relativ hoch aus. Aber jeder reist so wie er es mag und tut die Dinge die ihm Spaß machen und ihm wichtig sind und so sind wir eben extrem um unser leibliches Wohl besorgt. Man lebt schließlich nur einmal (Augenzwinkern).

Hier also die Aufstellung mit den Kosten pro Tag, wobei ich den Flug und den Mietwagen außen vor gelassen habe:

Unterkünfte: 71 Euro
Benzin / Parkgebühren: 10 Euro
Eintrittsgelder: 10 Euro
Essen / Trinken / Restaurants: 42 Euro

Dies entspricht ungefähr 133 Euro pro Tag. 

Nicht berücksichtigt sind Kosten für den Flughafenbus in Edinburgh (18 Euro), sowie Geschenke / Souvenire und dergleichen.

Donnerstag, 11. Mai 2017

Schottland_ Die Unterkünfte

Nachfolgend, wie bereits angekündigt, eine Aufstellung mit Kurzbewertung über alle Unterkünfte, in denen wir während unseres Urlaubs genächtigt haben.

Edinburgh: Balmore Guest House: 34, Gilmore Place, Merchiston, Edinburgh, EH3 9NQ für 58,50 Pfund (70 €), zweite Übernachtung 85,20 Pfund (102 €)

Balmore Guest House Edinburgh 1. Nacht
Mit dem Airlink vom Flughafen recht einfach über den Stop Haymarket und einem 16 minütigem Spaziergang zu erreichen, befinden sich im Gilmore Place noch zahlreiche andere Hotels und Guest Houses. Die Umgebung ist sicher, aber mit Parklplätzen sieht es mau aus, haben doch die Hotels alle höchstens 1 oder 2 Parkplätze auf dem Grundstück vorm Haus und alle anderen müssen am Straßenrand parken – sicher ein Problem in ganz Edinburgh. Die Belegschaft war höflich, aber etwas distanziert – man merkte dass es sich um ein etwas größeres Haus handelte und sie sicher pro Tag einige Gäste zu
sehen bekommen. Das Dreibettzimmer war recht eng und eigentlich hätte man sich das Einzelbett sparen können um dem Gast mehr Platz zu bieten, aber hier geht es wohl um Belegungszahlen. Uns hats nicht gestört und das zweite Bett wurde kurzerhand zur Ablage umfunktioniert. Das Bad war überraschend groß und wie im Land üblich gab es auf dem Zimmer Tee, Kaffee, Wasserkocher und ein paar Kekse für die Teetime zwischendurch.
Balmore Guest House Edinburgh 2. Nacht
Wir verbrachten auch die letzte Nacht hier und hatten diesmal ein Vierbettzimmer (2x Doppelbett) welches ein wenig größer und moderner war. Dies gilt auch für das Badezimmer. Wir nehmen an, dass im Haus nach und nach renoviert wird. Für das Frühstück wählt man am Vortag aus einer Liste von 4 verschiedenen Optionen und bekommt am Morgen sein gekochtes Frühstück an den Tisch gebracht. Hierbei kann man unter verschiedenen landestypischen Varianten auswählen: Frühstücksspeck, Spiegelei, Hashbrowns, gekochte Tomaten oder Pilze, dazu gibts jede Menge Toast und vom Selbstbedienungsbuffet noch Müsli, Saft und Obst. Tee und Kaffee, wobei es nur schwarzen Tee gibt. Die vegetarische Variante bestand etwas notdürftig aus einer Banane und einem zusammengefallenen Schokocroissent, beim zweiten Besuch bekam man richtige Waffeln serviert.

Unsere Bewertung für das Balmore Guest House ist eine 2 (Schulnoten von 1 bis 6).

Aberdeen: Youth Hostel (YHA), 8 Queen's Road, Aberdeen AB15 4ZT für 39 Pfund (46€)

YHA Aberdeen 1. Nacht
Aufgrund unserer bestehenden Mitgliedschaft im Jugendherbergsverband wollten wir uns auch die Möglichkeit nicht entgehen lassen, etwas preiswerter in Schottland zu übernachten und so wählten wir für zwei Nächte das Youth Hostel in Aberdeen. Da wir uns erst nach der ersten Nacht zum Bleiben entschieden hatten, mußten wir das Zimmer für ein anderes räumen, was sich aber als gute Sache herausstellte, denn das neue Zimmer war von der Ausstattung viel schicker und frisch renoviert. Leider handelte es sich bei beiden Zimmern um Zweibettzimmer, da die Doppelzimmer nicht mehr verfügbar waren. Während wir uns im ersten Zimmer noch als Möbelrücker betätigen konnten, war dies im zweiten Zimmer nicht mehr möglich. Übernachtet man in einer Jugendherberge muß man sich im Klaren darüber sein, dass man sich nicht in einem Hotel befindet und somit auch auf einige Annehmlichkeiten verzichten muß. Es ist grundsätzlich etwas lauter, die Gäste nehmen gewöhnlich weniger Rücksicht auf das Schlafverhalten anderer Gäste und auch die Einrichtung ist meist etwas in Mitleidenschaft geraten. Aber bei dem Preis konnte man nicht meckern. Gut, das Wifi funktionierte nur im Gemeinschaftsraum in der ersten Etage, aber das ist zu verkraften. Dass das Haus gerade renoviert wurde und man auf einer Baustelle
YHA Aberdeen 2. Nacht
lebte, bekam man nur dann zu spüren, wenn man das Badezimmer aufzusuchen gedachte (es handelt sich natürlich um Gemeinschaftsdusche und Toilette auf dem Gang). Übernachtete man in der ersten Etage, wurde man per Schilder darum gebeten, Toilette und Dusche im zweiten Stock zu nutzen. Dort fand man dann ein Schild mit der Bitte, in den dritten Stock zu gehen. Und dort wurde man in den vierten Stock gebeten. Dort befanden sich für die Damen eine Dusche und Toilette, für die Herren immerhin zwei. Da wir in der ersten Nacht sowieso im vierten Stock und in der zweiten Nacht im dritten Stock übernachteten, bekamen wir von der Völkerwanderung nichts mit und komischerweise bildeten sich auch im Badezimmer der Damen keine Schlange, was wohl an der etwas spärlichen Belegung des Hauses gelegen haben könnte. Frühstück ist in der Jugendherberge grundsätzlich nicht inbegriffen und kann in der großen Gemeinschaftsküche selbst zubereitet werden, was wir nach der zweiten Nacht auch taten.

Unsere Bewertung für das YHA in Aberdeen (aufgrund der Einschränkungen wegen der Bautätigkeiten) ist eine 3,5

Dingwall: The National Hotel Dingwall, High street, Dingwall, IV15 9HA für 65 Pfund (77 €)

Für einen recht kleinen Ort wie Dingwall hatten wir solch ein großes Hotel gar nicht erwartet, welches recht verwinkelt daherkommt und wären die Flure nicht beschriftet, hätten wir unser Zimmer wohl nicht gefunden oder Brotkrumen streuen müssen. Die Ausstattung ist zwar schon etwas älter, das Hotel aber trotzdem tadellos sauber, die Zimmergröße angemessen und das Wifi funktioniert sogar tadellos auf dem Zimmer.
Einziger Kritikpunkt ist der unbefestigte Parkplatz hinterm Haus, der sich bei Regen aufgrund all der Pfützen in einen kleinen Hindernisparcour verwandelte und aufgrund von herumliegendem Material nicht genügend Platz für alle Autos bot.

Unsere Bewertung für das National Hotel in Dingwall aufgrund der Parkplatzsituation ist eine 2,5


Kinlochleven: Tigh Na Cheo, Garbhein Road, Kinlochleven, PH50 4SE für 75 Pfund (90 €)

Tigh Na Cheo Kinlochleven
Dieses Hotel war zweifelsohne unser Highlight. Zwar leider auch nur zwei unbewegliche Einzelbetten aber das Zimmer an sich war sehr angenehm hergerichtet. Das Bad war sehr aufmerksam mit gewissen Annehmlichkeiten für müde Wanderer ausgestattet. Nicht nur gab es eine Badewanne sondern auch Kräuterbadesalz zum Lösen verkrampfter Muskeln. Auf dem Tisch befand sich eine neumodische Ladestation mit allerhand USB Anschlüssen, um mehrere Geräte gleichzeitig laden zu können. Hier hatte man an alles gedacht. Wir erreichten die Unterkunft recht spät kurz vor 21 Uhr, aber der Empfang war trotzdem warm und zuvorkommend. Besonders toll fanden wir die „honesty bar“, einen Kühlschrank mit allerhand Getränken aus dem man sich als Gast bedienen konnte und seinen Verbrauch auf einer Strichliste vermerkte um am Morgen dafür zu bezahlen. Gerade für Wanderer auf dem West Highland Trail, die nach einem langen Tag des Laufens keine Muse und Kraft mehr haben zum nächsten Pub zu laufen, sich aber trotzdem ein Bier oder einen Wein gönnen möchten, ist dies ein super Service. Auch das Frühstück lies keine Wünsche offen und so verabschiedeten wir uns wohl gestärkt vom jungen „Herbergsvater“.

Unsere Note für das Tigh Na Cheo ist eine 1.

Fort William: Alltonside Guest House, Achintore Road, Fort William, PH33 6RW für 75 Pfund (89 €)

Alltonside Guest House Fort William
Mit dem Finden des Alltonside hatten wir unsere Probleme, weil unser Navi die Strasse nicht finden konnte, obwohl es sich, wie sich später herausstellte, um die Hauptverkehrsstraße durch den Ort handelte. Die Straße nach Fort William ist gespickt mit Gästhäusern und Hotels und so ist es nicht so einfach, seine Unterkunft zu finden zumal keine Hausnummer angegeben ist. Gefunden haben wir den Flachbau letzten Endes doch und trafen auf die sehr freundliche Gastgeberin, die uns auch gleich das Zimmer zeigte und offenbarte, wo man Nachschub finden könne, sollte der Tee auf dem Zimmer ausgehen. Über Zimmer und Badezimmer gibt es keine Beschwerden, nur war es für unseren Geschmack etwas zu warm und im Badezimmer stand ein auffällig riechender Raumduft, der schon etwas penetrant durchs ganze Zimmer zog. Aber dies ist Geschmackssache. Das Bett war extrem weich und der ein oder andere könnte hier Probleme mit dem Schlafen haben. Das Frühstück mußte auch hier am Vorabend ausgewählt werden. Als Vegetarier muß man wissen, dass es keine Alternative beim gekochten Frühstück gibt und man nur Müsli auswählen kann, was aber sowieso für jedermann in Form eines Buffets verfügbar ist. Das einzig vegetarische (aber nicht vegane) was man noch zusätzlich wählen kann, ist ein Käseteller. Man muß also mit Toast und Marmelade Vorlieb nehmen, was für große Frühstücker eventuell zu wenig sein könnte.

Unsere Note für das Alltonside Guest House ist eine 2.

Glasgow YHA, 7-8 Park Terrace, Glasgow G3 6BY für 39 Pfund (46 €)

YHA Glasgow
Das Doppelzimmer in der Jugendherberge überraschte uns aufgrund seiner Größe und dem neuen Badezimmer (Toilette und Dusche waren getrennt). Man konnte den Inhalt des Koffers problemlos auf dem Boden verstreuen, ohne in einen Hindernislauf zu verfallen. Und seien wir mal ehrlich, wer ist nach einem Tag on the road schon so diszipliniert und verräumt die Dinge in den vorhandenen Schrank? Frühstück gabs auch hier wieder keins oder hätte wohl vorbestellt werden können, wäre aber nur in Form eines gepackten Fresspakets ausgefallen. Die Rezeption ist 24 Stunden besetzt und nebenan befindet sich eine kleine Bar, so daß man auch hier ein Bier bekommen kann. Das Internet funktionierte nur in der ersten Etage und so traf man sehr viele der Bewohner im Gemeinschaftsraum an, der aber gespenstisch ruhig war, da sich Reisende heutzutage nicht mehr zu unterhalten scheinen weil jeder mit Smartphone und / oder Laptop beschäftigt ist. Eigentlich schade, ich kenne das noch ganz anders. Wie in Jugendherbergen üblich, gibt es auch hier eine gut ausgestattete Gemeinschaftsküche in der man sich seine Mahlzeiten selbst zubereiten kann.

Unsere Note für das YHA in Glasgow ist eine 2,0.

Als durchschnittlichen Preis pro Übernachtung haben wir 70 € gezahlt und damit nicht in Saus und Braus gelebt aber auch nicht die schlechtesten Unterkünfte erwischt. Wie Ihr anhand der Bewertungen lesen könnt, haben wir mit keiner Unterkunft wirklich schlechte Erfahrungen gemacht und können sie alle guten Gewissens weiterempfehlen. Mit welcher Unterkunftskategorie man letzten Endes seinen Urlaub bestreiten möchte, bleibt jedem selbst überlassen, aber wir haben mit Jugendherberge, Guest House und Hotel gleichermaßen gute Erfahrungen gemacht und möchten die Empfehlung aussprechen, selbst vielleicht auch mehrere unterschiedliche Typen von Unterkunft auszuprobieren. Und wenn es nur der Abwechslung dient.

Wir haben uns darum bemüht, die Unterkünfte anhand von Fotos zu dokumentieren, allerdings ist uns dabei nicht immer gelungen, die Fotos vor dem Ausbreiten aller Habseligkeiten, dem Öffnen des Koffers etc zu machen so daß wir oft auch das Chaos dokumentiert haben. Dafür möchten wir uns entschuldigen und geloben Besserung.

Samstag, 29. April 2017

Rundreise durch Schottland (12. - 20. April 2017)

Beschäftigt man sich mit Schottland, schaut Dokumentationen, stöbert in Reisekatalogen und sucht mithilfe der Bildsuche im Internet nach schönen Reisezielen, so stößt man unumgänglich auf beeindruckende Berglandschaften, tiefe Täler, in bunte Röcke gekleidete Dudelsack spielende Männer, Whisky, Schlösser und eine drollige Fauna. All diese Funde lassen Fotografenherzen höher schlagen und so ist es kein Wunder, dass auch wir einen Abstecher nach Schottland auf unserer Reise-Wunschliste stehen hatten.

Nach dem Entschluß war die Reise sehr schnell gebucht und zwar mithilfe einer der zahlreichen Suchmaschinen, die sich auf Reisen spezialisiert haben und täglich Angebote für Flüge, Hotels und dergleichen veröffentlichen. Verlockend sind diese Angebote immer, allerdings habe ich bereits Erfahrungen mit ihnen gesammelt und muss, ohne von ihnen abraten zu wollen, doch zumindest eine Warnung aussprechen. Den verlockend günstigen Preis kann man in den seltensten Fällen erzielen und auch nur dann, wenn man sehr flexibel und am besten noch zeitlich ungebunden ist. Die günstigsten Flüge gehen meist von weniger frequentierten Flughäfen und sind für uns eher uninteressant, weil zum Beispiel Düsseldorf nicht gerade um die Ecke liegt. Auch beim Mietwagen ist Vorsicht geboten, handelt es sich doch hierbei meist um gerade mal die Mindestabsicherung bei den Versicherungen, beinhalten oft Kilometerbegrenzungen und nur einen versicherten Fahrer. Alles weitere kostet zusätzlich und treibt den Preis nach oben. Man sollte ebenfalls wissen, dass Direktflüge nicht immer günstiger sind als Flüge mit Zwischenstopps. So waren unsere Flüge von Stuttgart, über Frankfurt nach Edinburgh günstiger als Frankfurt nach Edinburgh direkt. Das muss man nicht verstehen, das ist halt einfach so. Meine Vermutung ist, dass man dadurch weniger frequentierten Flughäfen einen größeren Teil vom Reisekuchen zugestehen möchte. Über die Umweltbelastung brauchen wir nicht zu reden.

Über die angefallenen Kosten möchten wir später noch etwas genauer berichten um ein besseres Bild darüber geben zu können, wie tief man für einen Schottlandurlaub in die Tasche greifen muss. Dies sind natürlich nur persönliche Werte und abhängig vom eigenen Reiseverhalten (gefahrene Kilometer, in welchen Unterkünften übernachtet man, wie oft geht man wo essen usw) aber als Anhaltspunkt für den einen oder anderen Interessierten sicher ganz hilfreich.

Besonders vorbereitet haben wir uns für die Reise nicht. Wir haben zwar einen Reiseführer gekauft mit dem Vorsatz, diesen vor Antritt der Reise gründlich zu studieren und besonders interessante Orte oder Sehenswürdigkeiten bereits im Vorfeld auszusuchen aber daraus wurde nichts. Besonders schlimm war das nicht, schließlich bin ich das spontane Reisen gewöhnt und jeden Abend haben wir damit zugebracht, die eingesammelten Broschüren zu studieren, mit dem Reiseführer abzugleichen und den Plan für die nächsten Tage abzustecken. Unterkünfte hatte ich, mit Ausnahme der ersten Nacht in Edinburgh, nicht von Deutschland aus gebucht, um flexibel reisen zu können. Allerdings hatten wir nicht bedacht, dass wir während der Osterzeit reisen werden und natürlich auch die Schotten selbst im Land unterwegs sein werden. So waren auf den einschlägigen Buchungsseiten oftmals viele Unterkünfte bereits ausgebucht (zumindest die in unserem Budget) und somit begannen wir, Unterkünfte für mindestens eine Nacht voraus zu buchen. Im Nachhinein betrachtet wäre dies nicht nötig gewesen, da wir überall (neben den „no vacancies“ Schildern) auch die „vacancies“ Schilder vorgefunden haben aber ehrlich gesagt ist es bequemer, Abends nicht von Haus zu Haus fahren zu müssen um dort vorstellig zu werden, Preise abzufragen etc. 

Weiter gehts mit der Route......