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Sonntag, 20. November 2022

Unsere Großbritannien Reise: die Highlights in Wales

 

Wales haben wir auf unserer Reise eher stiefmütterlich behandelt. Wir haben uns vorher nicht mit dem Land beschäftigt und hatten während der Reise nicht viel Zeit und Nerven, dies abends noch zu tun, schließlich waren wir mit der täglichen Stellplatzsuche mehr als ausgelastet. Wales ist bekannt für seine unzähligen Schlösser und Burgen (mehr als 600!), was für uns Hobbyfotografen sicherlich ein paar schöne Motive hergegeben hätte, aber mit der Zeit wird das eintönig. Außerdem hatten wir immer im Hinterkopf, dass wir nach Schottland möchten und es dort schneller mal kalt wird als im Süden (alles unterhalb Schottland ist Süden) und deswegen nutzten wir Wales nur als Zwischenstopp auf unserer Reise in den Norden. Insgesamt verbrachten wir weniger als eine Woche in Wales. Die Anzahl an Highlights ist daher naturgemäß limitiert aber nichtsdestotrotz haben wir eine schöne Zeit in Wales verlebt und herrliche Landschaften erleben dürfen.

Westwood Forest Picnic Area, Llanfaches

Ein Highlight der besonderen Art stellt unser erster Stellplatz in Wales dar. Erstaunt sind wir darüber, dass unser Navi den Standort überhaupt findet, denn solche locations findet es in zwei aus drei Fällen nicht. Dummerweise führt es uns, nicht zum ersten Mal, mit der Kirche ums Dorf und letzten Endes legen wir den Rest der Strecke mit google zurück. Das Problem mit dem Navi werden wir mal in einem separaten Beitrag erörtert. Nur kurz: Wir haben extra das Garmin Camper Navi gekauft, weil man dort auch die Maße seines Wohnmobils eingeben kann und werden dann trotzdem auf Straßen geleitet, die gänzlich ungeeignet für unseren Ludwig sind. Aber wie gesagt, später mal dazu mehr.

Wir befinden uns also auf dem Weg zur Forest Picnic Area (Picknickstelle im Wald) und die sowieso schon engen Straßen werden immer enger. Irgendwann sind wir geringfügig breiter als die Straße und Büsche und Äste kratzen links, rechts und oben auf unserem Ludwig herum. Teilweise klingt das Kratzen wirklich böse und wir befürchten bereits das Schlimmste, schließlich haben wir ja auch Solarpanelen auf dem Dach. Zurück können wir aber nicht deswegen bleibt uns nur der Weg nach vorne. Irgendwann kommt uns auch noch das Postauto entgegen. Der Postbote staunt nicht schlecht, grüßt aber freundlich und fährt eine etwas längere Strecke zu einem Gartenzaun zurück. Möchte nicht wissen, was in seinem Kopf vor sich ging. Als sich der Weg gabelt, wird es mir zu viel. Ich steige aus und laufe ein Stück, um den Weg vor uns auszukundschaften. Ich finde keine Picnic Area, beschließe aber, dass Ludwig diesen Weg auf keinen Fall zurücklegen kann, da es extrem eng, steil und die Straße komplett kaputt ist. Also muss Tommy den Ludwig in 50 Zügen wenden und schweren Herzens geht’s zurück durch kratzende Hecken. Wir befragen Google und dort wird uns ein komplett anderer Weg angezeigt, der zwar vielversprechend beginnt (ein klein wenig breiter) aber letzten Endes auch wieder Dauerkontakt mit den Hecken verspricht. Aber nach ein paar Mal Luftanhalten kommen wir tatsächlich an der Picknickstelle an und gönnen uns nach dem Schreck erstmal was Süßes.

Es stellt sich heraus, dass es weitaus mehr Kratzer auf unserem Womo hätten sein können, wir sind glimpflich davongekommen. Allerdings haben leider die Kunststofffenster was abgekommen, die haben nun einige Kratzer mehr. Ansonsten sieht man nur Schleifspuren von den Brombeerbüschen. Wir verbringen eine schöne Zeit auf dem Parkplatz und nehmen das Angebot der Feuerstellen in Anspruch und grillen ein paar Würstchen, die wir kurz vorher gekauft hatten. Holz finden wir ein wenig im Wald, aber leider nicht ganz trocken. Ausgeholfen hat uns ein netter junger Mann, der ebenfalls auf dem Parkplatz übernachtet und uns kurzerhand ein paar Holzscheite anbietet.

Das Beste kommt wie immer zum Schluss. Wir bemerken, dass es oberhalb des Parkplatzes eine Straße gibt (wir sind von unterhalb gekommen) und beschließen, diese am Morgen für den Rückweg zu nutzen, egal was das Navi sagt. Das Navi hat überhaupt nichts einzuwenden gegen diese Straße, die sich als machbare Alternative entpuppt. Eng zwar, aber tatsächlich mit Gegenverkehr befahrbar (mit Ausweichbucht). Warum wir diese nicht für die Anfahrt angezeigt bekommen haben, weiß wahrscheinlich nicht mal der Herr Garmin.

Fairbourne Strand / Estuary Halt

Im oberen Drittel von Wales befindet sich an der Westküste der Ort Fairbourne, ganz am Rand des Snowdonia National Parks. Der Fluss Mawddach schneidet durch das Land und trennt die Orte Fairbourne und Barmouth voneinander, die aber durch eine kleine Fähre miteinander verbunden sind. Diese landet am Penrhyn Point und von dort kann man in eine Schmalspureisenbahn umsteigen, die einen vom Fährlandeplatz über Estuary Halt in den Ort Fairbourne bringt. Die Eisenbahn wurde von Anfang an nur für touristische Zwecke gebaut, um den Tourismus in dem Gebiet auszubauen und attraktiver zu machen. In Betrieb ist die Bahn seit 1895.

Wir haben unsere kurze Zeit am Mawddach sehr genossen. Unser Stellplatz befindet sich am Ende der Straße, wenn man Fairbourne verlässt. Genannt wird das Gebiet Estuary Halt und die Schmalspureisenbahn fährt hier durch einen winzig kleinen Dünentunnel auf ihrem Weg zum Penrhyn Point, wo sich in strategisch hervorragender Lage ein kleines Café befindet. Man kann hier wunderbar viel Zeit beim Spazieren verbringen, zuerst am Fluss entlang, der durch seine Anbindung ans Meer bereits den Gezeiten unterliegt. Hier sind Schiffe angebunden, die beim Start unseres Spaziergangs noch an Land und ein paar Stunden später komplett im Wasser stehen. Durch die Dünen hindurch gelangt man an den Strand und dort sind wir gewohnheitsgemäß mit Steineschmeißen beschäftigt. Außerdem haben wir kurz vorher unsere Woche in Gweek bei Clean Ocean Sailing verbracht und das Thema Verschmutzung der Strände und Meere ist bei uns noch sehr präsent. Deswegen ist Jamie auch nicht zu bremsen, wenn es ums Aufsammeln des Plastikmülls geht.

Letzten Endes sind es auch hier wieder die kleinen Dinge, die einen Ort erinnerungswürdig machen. Zum einen ist es der unerwartete heftige Regenschauer, der uns komplett durchnässt wie Olympiasieger zum Womo flitzen lässt. Natürlich all die nassen Klamotten, die wir im Ludwig zum Trocknen verteilen (bei drei Personen kommt da einiges zusammen), der herrliche Sonnenuntergang und der nächste Morgen. Es gibt fast nichts Schöneres, als beim Frühstück aufs Wasser zu schauen und dem Plätschern des Wassers lauschen zu können.

Snowdonia National Park, Lyn Ogwen

Auf unserer Reise durch das Land durchqueren wir Snowdonia, Wales´ größten Nationalpark. Genießen kann man diesen am besten bei ausgiebigen Wanderungen, aber dies wird durch das launische Wetter erschwert, was für Hochgebirge nicht untypisch ist. Und mit Kleinkind sind solche Wanderungen einfach nicht machbar, zumindest nicht wenn das Tragen im Kinderrucksack ausgeschlossen ist. Dennoch haben wir es gewagt und eine Wanderung zu einem Wasserfall bei Lyn Ogwen (Lyn= Lake) unternommen. Gewohnheitsgemäß läuft Regenwasser den Berg herunter und sammelt sich an einigen Stellen zu kleinen Wasserfällen.

Die Wanderung beginnt unterhalb einer Farm, deren Besitzer es Fremden netterweise erlauben, ihr Privatgrundstück für die Wanderung zu betreten. Auch die Schafe haben nichts gegen den menschlichen Besuch einzuwenden. Die meiste Zeit schauen sie einem nur hinterher, die einen mit mehr und die anderen mit weniger Interesse und hin und wieder hört man ein Blöken. Der Aufstieg ist nicht schwierig, aber mit zunehmender Höhe muss man aufpassen, wo man hintritt. Nicht nur nimmt die Dichte an Schafhinterlassenschaften zu, sondern es wird nass um die Füße. Es wird immer schwieriger, einen Weg zu finden, der trockenes Schuhwerk verspricht. Irgendwann hat man nur noch die Wahl zwischen a) geht noch, es werden nur die Sohlen nass, b) da versinkt nicht nur die Sohle und c) total ungeeignet, weil Matschloch. Und dazwischen steht dann immer noch Jamie und tut nicht immer das, was man ihm sagt. Oben angekommen, war Jamie mega stolz auf seine erste große Wanderung und Wasserfallentdeckung und wir versprachen ihm, bei der nächstbesten Gelegenheit ordentliche Wanderschuhe für ihn zu kaufen.

Die Landschaft hat es uns angetan, was man auch an der Fülle der Fotos erkennen kann, die wir bei dieser Wanderung geschossen haben. Der See Ogwen, umgeben von den hohen Bergen, die schroffen Gebirgshänge mit den riesigen Steinbrocken, die einen verlorenen Eindruck machen und die Schafe, die auf den unbequemsten Felsformationen sitzen und gemütlich vor sich hin kauen. Dazu kommt das wechselnde Wetter und die sich daraus resultierenden ändernden Lichtverhältnisse, die die Szenerie immer unterschiedlich beleuchten und plötzlich ganz anders aussehen lassen.

Andere betätigen sich in Snowdonia als Gipfelsteiger und genießen majestätische Bergpanoramen; für uns haben Lake Ogwen und der kleine Wasserfall vollkommen ausgereicht. 



Freitag, 16. September 2022

Unsere Großbritannien Reise: Das Finden eines Stellplatzes in UK

Wir hatten es bereits angekündigt, dass wir dem Thema Stellplätze, overnight parking oder wild camping, wie es einige nennen, einen separaten Beitrag widmen. Also was sagt das Gesetz, was ist erlaubt und was ist nicht erlaubt? 

Auf oder neben öffentlichen Straßen darf über Nacht nicht geparkt werden. Grund hierfür ist, dass der Straßenverkehr in keiner Weise blockiert, behindert oder gefährdet werden darf. Und in der Realität? Steht man auf einem Parkplatz etwas abseits der Straße, wo man nichts blockiert und wo es kein Schild gibt, das overnight parking verbietet, wird man höchstwahrscheinlich nicht gebeten, sich etwas anderes zu suchen. Das kommt aber auch auf den jeweiligen Bezirk an, die zuständigen Behörden etc.

Was nicht in öffentlicher Hand verwaltet wird, gehört jemandem privat und da wird es schon schwieriger. Auf privatem Grundbesitz darf man mit Genehmigung des Eigentümers parken, campen und auch über Nacht stehen aber das Finden des Eigentümers ist nicht immer leicht. Oder woher weiß ich, wem das Feld gehört, an dessen Rand ich gerne stehen möchte? Viele Kommunen haben das overnight parking auf ihren städtischen Parkplätzen komplett untersagt und machen es Wohnmobilen generell sehr schwer, überhaupt einen Parkplatz auch tagsüber zu finden, weil Höhenbeschränkungen vor den Einfahrten angebracht sind. Bei Parkplätzen ist es relativ einfach, herauszufinden was man darf und was nicht, denn es ist klar und deutlich ausgeschrieben. Und wenn da steht, no overnight parking oder „no motorhomes from 11pm to 6am“ (also keine Womos von 23:00 – 06:00 Uhr) dann sollte man sich daran halten weil für den Fall eines Verstoßes bereits Art und Höhe der Strafe mit angeschrieben ist.

Leider haben solche Restriktionen meist eine Vorgeschichte. Erst neulich haben wir einen Zeitungsartikel über Wildcamper gelesen (hier waren Leute im Zelt gemeint), die es nicht für nötig hielten, ihren Müll mitzunehmen und ihre Notdurft einfach in der Natur verrichteten. Die Stadt denkt nun darüber nach, diese Stelle generell als Parkplatz zu sperren, worunter natürlich all die anständigen Leute leiden, für die solch ein Verhalten überhaupt nicht in Frage kommt. Darunter zu leiden haben dann auch die zahlreichen Reisenden in ihren Wohnmobilen. Was nicht heißen soll, dass diese Leute mit Heiligenschein unterwegs sind, denn leider gibt es auch unter den Wohnmobilisten Idioten, die Müll und andere Hinterlassenschaften zurücklassen. 

Problematisch dabei sind sicherlich auch einige, nicht alle(!) Reisenden in den umgebauten Lieferwagen, Handwerkerbussen, Sprintern etc die oftmals keine Toilette an Board haben und sich aber auch gern auf solchen Plätzen aufhalten. Ich frage mich sowieso immer, wie die das machen, schließlich ist nicht immer ein öffentliches Klo in der Nähe. Durch das Lesen in Foren kennen wir allerdings die Einstellung einiger Vertreter der Vanlife Szene, wo man nicht verstehen kann, warum sich jemand daran stört, dass man mit Spaten in den Wald geht und seine Notdurft vergräbt. Wenn das eine Person macht, stört das Mutter Natur sicherlich nicht sonderlich, wenn aber mehrere Dutzend am Tag an solch einem Parkplatz mit ihrem Spaten unterwegs sind (und viele oft gar nicht erst buddeln sondern alles recht oberflächlich geschieht, Toilettenpapier durch die Gegend fliegt und es meilenweit nach Klo stinkt) dann ist das einfach nicht mehr okay.

Fakt ist, dass viele Campingplätze in England sehr teuer sind und wir nicht bereit sind, soviel Geld auszugeben. Wir haben uns mit einem Betreiber eines solchen Campingplatzes unterhalten (wo wir 48,60 Pfund für die Nacht bezahlt haben!) und er meinte, es kostet alles Geld und da macht der Platz angeblich nicht mal Gewinn (bzw. wird alles reinvestiert). England ist eine Campingnation, das Zelten stellt einen typischen Sommerurlaub für Familien dar. Und da die Campingplätze auch viel Platz für Zelte bieten, müssen sie natürlich auch die Ausstattung für dieses Klientel zur Verfügung stellen. Duschen und Toiletten 24 Stunden am Tag, Spülküchen fürs Reinigen des Geschirrs, Waschmaschinen und Trockner (die zahlt man allerdings extra). Die Stromkosten solch eines Campingplatzes sind sicherlich enorm. Die Plätze sind wegen der Sicherheit alle beleuchtet, Wohnmobile brauchen Strom und beim Zelten geht’s heutzutage auch nicht mehr ohne. Der letzte Stellplatz hatte sogar TV Anschlüsse für die Zeltplätze, damit man sich auch im Urlaub mit dem ganzen Müll berieseln lassen kann. 

Wir haben aber inzwischen das Gefühl, dass es einen Unterschied macht, ob man einen Campingplatz erwischt, der mehr von den Einheimischen frequentiert wird oder ob es sich um Plätze handelt, die in Touristhochburgen mehr von den Ausländern gebucht werden. Auf dem letzten Campingplatz waren wir die einzigen Ausländer und dort zahlten wir wesentlich weniger Stellplatzgebühr als zum Beispiel in Folkestone. Dort übernachtet fast jeder, der von der Fähre kommt oder zur Fähre will und da sind die Preise dementsprechend höher.

Allerdings sind wir auf Campingplätze angewiesen, ab und zu müssen wir dort übernachten, weil Wäsche gewaschen werden möchte, wir Frischwasser benötigen und die Entsorgung eine Katastrophe in UK ist. Im Rest von Europa gibt es ein gutes Netz an Entsorgungsstellen wo man sein Schmutzwasser ablassen, die Toilette entsorgen und Frischwasser auftanken kann. Oftmals gegen Gebühr aber das ist ja okay. In England sind solche Stellen Mangelware. Wir haben eine Liste mit Entsorgungsstellen in Europa gefunden, die auch einige Plätze in England aufweist, aber diese haben bisher nicht in unsere Route gepasst. Oder wir hatten gerade anderweitig entleert und benötigten diese gerade nicht. Als wir in Tintagel auf einem Campingplatz nachfragten, ob wir unsere Toilette entleeren dürfen, verneinte der Mitarbeiter und meinte, vor Covid war das alles möglich aber jetzt möchte es der Manager nicht mehr. Muss man nicht verstehen aber eben akzeptieren.

Nach ein bisschen Online Recherche fanden wir das Pendent zum deutschen „Landvergnügen“: Britstops. Das Konzept ist leicht erklärt. Lokale Anbieter bieten kostenfreie Stellplätze auf ihren Grundstücken und im Gegenzug gibt man dort ein wenig Geld aus; im Hofladen, im Pub, in der Eismanufaktur etc. Somit soll den Reisenden die lokale Vielfalt nähergebracht und Verständnis und Wertschätzung der regionalen Produkte und Traditionen geweckt werden. Das Einkaufen dort ist keine Pflicht aber es wird als Gegenzug zum freien Stellplatz natürlich erwartet.

Wir haben die Mitgliedschaft bei Britstops erworben und bekamen ein Buch (später auch eine App) in dem die teilnehmenden Anbieter verzeichnet sind. Leider sind dies zu 90% Pubs. Die Pubkultur in England ist bemerkenswert, es scheint wirklich ganz normal zu sein, nach der Arbeit noch für ein Bier im Pub vorbeizuschauen. In den letzten Jahrzehnten sind die Pubs auch immer familienfreundlicher geworden so dass man inzwischen in den meisten Pubs auch mit Kindern gern gesehen ist. Nun sind die Pubs aber auch recht teuer, so dass wir bisher nur 2x dort gegessen haben. Das letzte Abendessen schlug mit 55 Pfund zu Buche, was immerhin 65 Euro ausmacht. Schon ne Menge Geld für 2,5 Personen. Meistens trinken wir nur ein Bier und Radler, wenn wir uns nicht damit rausreden können, dass unser quengeliges Kind ins Bett gebracht werden muss aber auch da kommt man unter 10 Pfund (12 Euro) nicht weg.

Und so nutzen wir Britstops, wo es nicht anders geht, bemühen aber auch andere Quellen zum Finden eines Stellplatzes. Wir nutzen inzwischen 5 verschiedene Apps, um overnight Stellplätze zu finden. Meist handelt es sich um kleine Parkplätze an wenig frequentierten Straßen oder Orte wo das Übernachten explizit erlaub ist (Raststätten, Parkplätze gegen Gebühr, Wanderparkplätze). Diese zu finden ist nicht immer leicht und in einigen Gegenden gibt es weniger davon als in anderen. Oberste Devise für uns ist immer, dass der Platz einen sicheren Eindruck macht. Wenn wir kein gutes Gefühl dabei haben, fahren wir weiter. Und so gab es bisher auch keine Zwischenfälle oder unschöne Situationen. Oft hat man Straßenlärm aber manchmal auch das Rauschen des Meeres.

Folgende Seite fanden wir zur Beurteilung der rechtlichen Situation in England bezüglich overnight parking, wild camping ganz hilfreich: https://www.startrescue.co.uk/breakdown-cover/motoring-advice/safety-and-security/can-i-park-overnight-what-the-law-says

In Wales ist die Situation nicht anders als in England. Jetzt sind wir in Schottland und dort ist vieles einfacher. Man findet kaum Verbotsschilder für das Übernachten und deswegen ist das Land auch so beliebt bei den Urlaubern. Gleich am ersten Tag sahen wir daher auch vermehrt Deutsche, die wir bisher auf unserer Reise selten gesehen haben. Auch bei den Engländern ist Schottland aufgrund der entspannteren Stellplatzsituation sehr beliebt und in Gesprächen mit einheimischen Reisenden bekamen wir öfter die Frage gestellt, warum wir denn gerade nach England gekommen sind, wo doch alles so kompliziert sei. Wir antworten dann immer wahrheitsgemäß, dass England auch sehr schöne Ecken zu bieten hat und das lässt den Gegenüber dann doch auch wieder strahlen. Man hört eben doch gern positives über sein Heimatland.  

.... Und eines gibt es über die Stellplätze abschließend zu sagen: Egal wie abgeschieden man glaubt zu stehen, am morgen steht immer mindestens ein anderes Auto auf dem Parkplatz und es steigt jemand mit seinen Hunden für die morgendliche Gassirunde aus….