
Komischerweise
interessierte ich mich vorallem für den Wattwurm weil ich mit einem
meiner Kollegen beim Kaffee schon mehrere Gespräche über den Sinn
des Bestehens der Wattwürmer geführt habe (es bleibt unser
Geheimnis, wie wir zu solchen Themen kommen….) und ich konnte ihm
inzwischen Rede und Antwort stehen. Außerdem erfuhren wir hier nicht
nur den Namen der bereits erwähnten Lahnungen sondern auch den Sinn
und Zweck dieser Einrichtungen.

Den
unspektakulärsten Übernachtungsplatz fanden wir dann in Cuxhaven in
Gestalt eines einfachen Wohnmobil Parkplatzes, wo wir einige Nachbarn
antreffen würden. Für den Abend hatten wir noch Glück, konnten wir
doch ungestört unser Abendessen zu uns nehmen und einen ausgedehnten
Verdauungsspaziergang nehmen aber nach dem Schlafengehen setzte der
Dauerregen ein und blieb die ganze Nacht bei uns. Das Aufstehen ging
daher auch viel schneller von statten als normalerweise und das
übliche Frühstück fiel auch buchstäblich ins Wasser. Kurz bevor
um 9 Uhr die
Kurtaxe eingesammelt wurde, machten wir uns vom Acker,
um nur wenige Meter später vor einem Bäcker zu parken und dort
(zusammen mit einigen anderen Campern) ausgiebig zu frühstücken.
Das Sightseeing durch Cuxhaven verlief auch eher sporadisch weil wir
immer wieder von Regenschauern überrascht wurden. Was wir beide sehr
bedauerten, denn wir hätten gern mehr Bilder am Strand gemacht, von
den verlassenen Strandkörben und natürlich auch vom Wahrzeichen
Cuxhavens, der Kugelbake.

Dieser Freitag
sollte ein Tag der Leuchttürme werden. Erst besuchten wir die „dickeBerta“ etwas außerhalb von Cuxhaven und danach den Leuchtturm Obereversand,
beides Denkmähler da die Seezeichen heutzutage ferngesteuert werden.
Tommy war bereits Teil einer Leuchtturmführung und hätte mir das
Innere von Obereversand auch gern mal gezeigt aber das war aufgrund
des Wetters mehr als fraglich. Obereversand befindet sich übrigens
an der Wurster Nordseeküste und wir sind nun schon in Niedersachsen,
nicht mehr in Schleswig Holstein. Schon beim Eintreffen stellen wir
fest, daß heute tote Hose herrscht und wir uns nicht mit anderen
Gästen um Parkplätze streiten müssen. Der naheliegende
Campingplatz ist ziemlich leer und ausschließlich von Wohnwagen
besetzt, in die man sich bei schlechtem Wetter mal zurückziehen
kann. Bis zum Beginn der Führung (15 Uhr) ist noch ein wenig Zeit,
zum Herumlaufen und Fotografieren ist es eindeutig zu windig und naß
und so gönnen wir uns mal wieder ein Fischbrötchen (das entwickelt
sich langsam zur Sucht). Es schüttet w
ie aus Eimern doch Tommy ist
noch immer zuversichtlich wegen der Turmführung. Ich beginne zu
zweifeln. Spätestens als sich die Dame von der Fischbude aus dem
Staub macht ohne auf die Rückgabe von dem von uns genutzten Geschirr
zu warten wissen wir, daß wir es mit Schietwetter zu tun haben. Und so findet dann eben auch keine Turmführung statt. Dies erfahren wir allerdings erst
von dem Schild an der Eingangstür des Leuchtturmes nach Erklimmen
der nassen und rutschigen Stufen. Auf dem Weg nach unten stürmt es
so stark, daß ich mich teilweise am Geländer festhalten muß. So
sehen Abenteuer aus!

Am Sonntag,
pünktlich zur Abreise, scheint dann auch wieder die Sonne so als
wenn die letzten Tage nichts anderes gewesen wäre. Irgendwie treibt
wohl das schöne Wetter auch viele andere Autofahrer auf die Straße,
denn wir stehen einige Male im Stau, weil sich verengende Fahrspuren
eben eine große Herausforderung für viele darstellt. Das
frustrierendste am ganzen Urlaub ist zum Schluß das Auspacken, macht
es einem doch endgültig klar, daß man angekommen und somit alles
vorbei ist.
Unser Fazit: Wir
lieben den Norden! Wir lieben das Klima, die Architektur, den Spirit,
das Meer, den Strand, die ostfriesischen Pulloverschweine (in
Fachkreisen auch Schaf genannt), die Fischbrötchen (in allen
Varianten!), die Weite, die frische Luft, die Freiheit, die Deiche,
die Sonnenuntergänge, die Strandkörbe, ab und zu ein Fischbrötchen,
den Dialekt und so vieles mehr. Wir kommen definitiv wieder!