Montag, 7. Oktober 2024

Unsere Skandinavien Reise Teil 16 - 3 Tage Stockholm

 

Anreise nach Stockholm

Heute Morgen stehen wir vorbildlich früh auf und beeilen uns fertigzuwerden, um nicht zu spät wegzukommen. Eine Runde Frühsport ist dennoch drin und sie findet vor dem Frühstück im Wasser statt, Wasserballgymnastik oder so ähnlich könnte man es nennen. Dann brechen wir auf und kaufen noch eine Kleinigkeit ein. Früheste Zeit zum check-in auf dem Stellplatz in Långholmen ist 12 Uhr und wir wollen nicht zu spät erscheinen, schließlich wollen wir ja noch zu einer kurzen Entdeckertour aufbrechen. Man ist ja nicht aller Tage in Stockholm. Die Ankunftszeit verschiebt sich leider aufgrund massiver Bautätigkeit in der Hauptstadt und einigen Umleitungen. Auch scheint es einige Straßen mal wieder nicht zu geben, in die uns das Navi lotsen möchte und das hat mit der Baustellenstätigkeit wenig zu tun. Sie scheint mal wieder einen schlechten Tag zu haben. Tommy lenkt den Ludwig souverän durch alles, wo sie uns lang schickt und zum Glück sind die Tunnel alle hoch genug weil dort überall auch Busse durchfahren. Als wir fast da sind, kommt noch eine enge Fußgängerbrücke und dies scheint die einzige Auffahrt auf die Insel Långholmen zu sein. Wir zögern kurz, sehen aber das Verkehrsschild, was die Überfahrt für Fahrzeuge über 14 Tonnen verbietet und sind beruhigt. Einmal müssen wir aufgrund von Gegenverkehr zurücksetzen, beim zweiten Auto fährt Tommy stur weiter und die Fahrerin merkt auch irgendwann, dass wir unser Schiff auf der Brücke nicht für sie rückwärts wieder runterbewegen und setzt missmutig zurück. 

An der Einfahrt zum Stellplatz ist einiges los, hier befindet sich eine Rezeption und ein Schild, welches dazu auffordert, erst einzuchecken und danach zu seinem Platz zu fahren. Leider ist aber nicht viel Platz für parkende Wohnmobile und da naturgemäß die meisten Menschen das Gefühl haben, etwas zu verpassen oder zu kurz zu kommen, bricht leicht Unbehagen bei Wartenden in einer Schlange aus. Während Katja drinnen ist, um alles Notwendige zu klären, wird Tommy (der erste in der Schlange) von einem Deutschen hinter ihm blöd beäugt, weil wir die Zufahrt rechts blockieren. Er möchte da gern rein. Blöd nur, dass er noch gar nicht eingescheckt hat, er kam ja nach uns, kann also gar nicht wissen, ob er da wirklich rein möchte oder ob sein Platz woanders ist. Tommy kann da wunderbar emotionslos sein und meint nur, ja ich vielleicht auch. Und wir müssen tatsächlich da rein und bugsierten unseren Ludwig auf engem Raum in die uns zugewiesene Lücke. Die Stellplätze an sich sind großzügig genug angelegt, man hat genug Platz für Tisch und Stühle aber der gegenüberliegende Nachbar ist nicht allzu weit entfernt und deshalb geht es schon recht eng zu. Aber ein üppiges Platzangebot kann man in einer Groß- und Hauptstadt nicht erwarten, schließlich kostet jeder Meter viel Geld (oder in diesem Fall macht jeder Meter viel Geld, schließlich zahlen wir pro Nacht 390 SEK + 40 SEK für Strom). Tommy hat gerade den Motor ausgemacht, da beginnt es vom Himmel zu schütten, so dass es nichts wird mit dem sofortigen Aufbruch zur Stadtbesichtigung. Also erstmal ein kleiner Snack und währenddessen ein Blick in die Wettervorschau, die nichts Gutes verheißt. Erst ab 16 Uhr ist Besserung in Sicht. Na super, da werden wir heute nicht mehr viel sehen. Sollen wir vielleicht noch eine Nacht verlängern, um das Verpasste nachzuholen? Eine Frage an der Rezeption vernichtet diese Überlegung, denn der Platz ist komplett ausgebucht. Katja bucht also eine Nacht auf einem etwas entfernteren Platz in Stockholm Älvsjö und als der Regen nachgelassen hat, machen wir uns mit Regenschirm auf den Weg. 

Leider gibt’s keine Bushaltestelle gleich in der Nähe und so laufen wir zur nächsten U-Bahnstation (hier mit T markiert, da es sich um die tunnelbanan handelt) und Google mag es heute auch kompliziert, denn wir laufen einen mega Umweg. Wir fahren nach Gamla Stan, dem alten historischen Stadtteil mit seinen engen kopfsteingepflasterten Gassen und farbenprächtigen Häusern aus dem 17. und 18. Jahrhundert. Haben wir gewusst, dass Stockholm voller Menschen ist und man in Gamla Stan kaum stehen bleiben kann, ohne von der Masse mitgetragen zu werden? Natürlich. Aber sie hätten ja trotzdem alle gerade irgendwo anders sein können, nicht wahr?! Nun gut, wir landen auf dem bekannten Marktplatz unweit des Stockholmer Schlosses (Royal Palace), beim Nobel Museum und bei den vielen Leuten macht das Fotografieren einfach keinen Spaß! Also schlendern wir mal rüber zum Palast, wo Jamie fasziniert ist von der Palastwache. Dann geht’s zurück zum Marktplatz und Jamie braucht jetzt unbedingt ein Eis. Gut, wenn wir noch was anschauen wollen, müssen wir ihn bei Laune halten, also gibt’s ein Eis. Aber leider klappt das halt so nicht, Jamie ist durch und wir haben natürlich noch im Hinterkopf, dass wir ja auch noch zum Stellplatz zurücklaufen müssen. Da es für kochen zu spät sein wird, machen wir mal eine Ausnahme und holen was aus einem fast food Restaurant und dann machen wir uns langsam auf den Weg zurück.




Vaxholm und der ganz normale Wahnsinn im Hembygdsgårds Café

Ein neuer Tag bricht an und laut Wetterbericht soll er gut werden. Wir stellen den Wecker, da wir mit der Fähre des öffentlichen Nahverkehrs nach Vaxholm fahren möchten, der heimlichen Hauptstadt des Schärengebietes um Stockholm. Eigentlich wollte Jamie gestern schon unbedingt mit dem Bus fahren, aber wir haben ihn auf heute vertröstet. Der Weg vom Stellplatz zur Bushaltestelle ist wesentlich kürzer als zur Metro und von dort fahren wir 13 Stationen zum Nybrokajen. Dort liegen allerhand Schiffe vor Anker aber das sind alles private Touranbieter. Wir fragen jemanden, der hier arbeitet und er beantwortet diese Frage wahrscheinlich zehnmal am Tag, ist aber sehr höflich und erklärt, dass unsere Ablegestelle (Strömkajen) auf der anderen Seite des Radisson Hotels liegt. Wir stapfen also um das Gebäude herum und das kommt Katja dann wieder alles bekannt vor, die ja 2016 schon mal für ein paar Tage in Stockholm war. Auch hier viele Boote und für die Orientierung brauchts eine Weile, aber wir finden ein Boot nach Vaxholm und gehen auch gleich an Board. Das Laufrad parken wir bei den Kinderwägen und suchen uns einen schönen Platz.

Einige Partien Dinosaurier Memory und Erkundungstouren über das Boot später, landen wir in Vaxholm, steigen aus und Jamie verkündet, Hunger zu haben. Na super, da kommen wir ja wieder nicht zum Herumschauen. Wenigstens haben wir heute das Laufrad dabei, so dass wir uns nicht auch noch um müde Beine sorgen müssen. Wir laufen schonmal in Richtung unseres Ziels, dem Hembygdsgårds Café und finden auf dem Weg dorthin ein Schachspiel, welches Jamie unbedingt spielen möchte. Wir haben natürlich noch immer keine Ahnung, welche Figur wie rücken darf und als Katja es gegoogelt hat und vorliest, interessiert es Jamie sowieso nicht und so rückt Tommy wie er lustig ist, damit das Spiel irgendwann ein Ende findet. Wir landen im Café, welches Katja 2016 schon besucht hat. Es ist Mittagszeit und dementsprechend viel los, aber das ist hier zu jeder Tageszeit so, denn das Café ist eine Attraktion Vaxholms. Fast jeder Besucher landet zwangsläufig auch hier und viele kommen nur für das Café. Das Kuchenbuffet ist sensationell (und mit einer der Gründe, warum Katja den Ort so gut in Erinnerung behalten hat) und draußen sitzt man herrlich am Wasser und kann die Seele baumeln lassen. Gut, das war 2016 etwas einfacher als heute, erstens war es noch nicht so überlaufen, irgendwie auch noch etwas weniger mit Tischen und Stühlen zugestellt und zweitens war da noch kein Kind mit Hummeln im Hintern, welches nicht mal zum Essen stillsitzen kann und nach jedem Bissen aufstehen und herumrennen muss. So kann man seinen Kuchen einfach nicht genießen. Tommy schmiedet derweil Pläne, wie er die Leckereien, die von den Angestellten auf der Suche nach dem dazugehörigen Gast nach draußen gebracht werden, zu sich umleiten kann, aber er bleibt erfolglos. 

Irgendwann räumen wir unseren Tisch für nachrückende Gäste und landen bei der gegenüberliegenden felsigen Badestelle Norrhamnsbadet im Bereich des Batteriparken. Hier befinden sich die Überreste einer alten Kannonanbatterie, von der aus man die Bucht überblicken konnte. Seit dem 18. Jahrhundert diente die Batterie der Verteidigung der Fahrrinne, zum Beispiel während der russischen Angriffe im Jahr 1719. Bis 1904 wurden die Batterie und die Kanonen instand gehalten und mehrmals ausgestauscht, bis sie 1916 endgültig entfernt wurden. Aber Wälle, Geländer und der Beobachtungsposten mit Munitionsbunker sind noch intakt. Tommy befindet sich recht bald im kalten Wasser, bei Jamie benötigen wir etwas Überredungskunst, aber dann ist auch er drin und später will er natürlich nicht wieder raus. Wir wollen aber unbedingt die Fähre nach Stockholm um 16 Uhr schaffen, denn dann fährt sie nur noch stündlich und die Fahrt dauert bereits eine Stunde und zum Stellplatz müssen wir auch noch zurück. Unter Protest geht’s aus dem Wasser und zurück zum Schachspiel, wo wir eine Ewigkeit warten, bis Jamie unbedingt nochmal jedem Zuschauer zeigen muss, wie man es nicht spielt. Am Hafen angekommen, erwartet uns eine Schlange Wartender und das kann nur für die Fahrt nach Stockholm sein. 

Ist es auch. Das Boot legt an, wir steigen ein und es ist viel kleiner als bei der Hinfahrt und ein ganz anderer (älterer) Typ mit weniger Sitzgelegenheiten. Einen Tisch, um das Dinospiel auszupacken, finden wir leider nicht und so sitzen wir wie die Passagiere der Holzklasse auf eben diesen harten Bänken, haben zumindest ein offenes Fenster zum Rausschauen direkt neben dem Maschinenraum. Das Wummern des Motors erinnert an ein Techno Event mit Boom Boom Musik und es fällt schwer, unser Energiebündel bei Laune zu halten. Der dreht jetzt gerade nochmal richtig auf, weil ihn die Müdigkeit langsam einholt. Am Stromkajen angekommen, kann man mit Jamie schon nichts mehr anfangen aber wir müssen noch zum Stellplatz. Als wir den Bus verlassen, finden wir eine noch kürzere Strecke zum Ludwig als heute Morgen, langsam haben wir den Dreh raus! Aber jetzt wird Tommys Geduld nochmal auf die Probe gestellt, denn während sich Katja um das Abendessen kümmert, geht er mit Jamie duschen. Leider erwischen sie nur kaltes Duschwasser, die Gesichter der beiden kann sich Katja richtig vorstellen. Da man für die Duschen extra zahlen muss (zwar nur 5 SEK für 4 min, aber immerhin), geht Tommy mal fragen, was man denn dafür anstellen muss, um warm duschen zu können und bekommt zwei weitere Duschen geschenkt. Supi, da kann es Katja später krachen lassen. Das tut sie dann auch, als Jamie ins Bett gebracht wird, aber leider hat sie auch nur kaltes Wasser. Sie reserviert dann noch den Waschmaschinenraum für morgen früh 8 Uhr, denn dass es hier eine Waschmaschine gibt, hatten wir gar nicht gewusst….




Stellplatzwechsel und ein weiterer Tag in Stockholm  

Der Wecker klingelt kurz vor 8 Uhr, Katja muss den Schlüssel holen. Man bucht hier eine Zeitspanne fürs Waschen, in unserem Fall 8 bis 11 Uhr. Das kostet 70 SEK und man kann so oft waschen/trocknen, wie man es eben hinbekommt in 3 Stunden. Wir haben einiges zu waschen, vorallem sind mal wieder Handtücher dran und wenn wir es noch schaffen sollten, die Bettwäsche. Das Waschen ist ja meistens nicht das Problem, aber das Trocknen. Wir haben aber Superwetter heute Morgen, so dass wir auf dem Wäschetrockner einiges trocken bekommen sollten. Leider ist wieder nur 40 Grad Wäsche drin, weil 60 Grad einfach zu lange dauert und dann schaffen wir keine mehrere Ladungen. Insgesamt waschen wir viermal und der Trockner läuft dreimal und die Sonne steht uns wunderbar zur Seite. Bis 12 Uhr sollte man den Platz geräumt haben bis dahin haben wir alles trocken! Tommy hat in der Zwischenzeit den Ludwig auf Vordermann gebracht und wir fahren vom Platz, um den anderen Platz in Älvsjö anzusteuern. 

Es handelt sich um das Messegelände von Stockholm welches in messefreien Zeiten zu einem großen Wohnmobilstellplatz umfunktioniert wird, also um einen großen Parkplatz umrahmt von hohen Messegebäuden. Nicht besonders schick und recht nahe an der Straße, aber hier hat man Platz. Der Weg in die Stadt ist nicht kompliziert, 10 Minuten zu Fuß zur Zugstation um das ganze Messegelände herum, dann drei Stationen nach Stockholm City und dort wird’s dann etwas kompliziert, weil wir eine Weile brauchen, bis wir verstanden haben, dass wir als nächstes keine Metro suchen (die Nummer finden wir nämlich nicht), sondern eine Straßenbahn. Das wird dann die „ABBA“ Straßenbahn, die Tommy bereits am 1. Tag fotografiert hatte und sie fährt natürlich auch am ABBA Museum vorbei. Wir fahren nach Skansen, wollen aber nicht in den dazugehörigen Park, sondern laufen noch 15 Minuten weiter zum Rosendals Trädgård Café. Die Empfehlung haben wir im Internet gefunden und der Ort lohnt sich wirklich. An heißen Tagen wie heute findet man hier eine willkommene Abkühlung nicht nur dank das Cafés sondern vorallem im weitläufigen Park und der angrenzenden Streuobstwiese, wo Tische und Stühle unter mit Äpfeln beladenen Obstbäumen stehen und sich ein ganz besonderes Ambiente offenbart. Hier sitzt oder liegt man, entweder mit seinem eigenen Picknick oder mit einer Leckerei aus dem Café, Kinder jagen sich unter den Obstbäumen, werfen heruntergefallene Äpfel in den kleinen Teich oder spielen auf dem benachbarten (zurzeit wegen Reparatur leider umzäunten) Spielplatz. Leider ist das Café nur bis 16 Uhr geöffnet, aber es gibt eine kleine Bar, die auch darüber hinaus für das leibliche Wohl seiner Gäste zu sorgen weiß. 

Wir brechen irgendwann wieder auf und laufen zurück zum Vergnügungspark Gröna Lund, von wo wir die Fähre nehmen wollen, die die einzelnen Inseln oder Halbinseln miteinander verbindet. Da sie kurz vor der Abfahrt steht, haben wir leider keine Zeit zum Schauen und Lesen und deswegen steigen wir bei der nächsten Anlegestelle bereits wieder aus, obwohl eine Weiterfahrt sinnvoller gewesen wäre. Aber gut, so sind wir auf Skeppsholmen gelandet, fotografieren hier ein wenig und laufen dann rüber zum Stromkajen, vorbei am Grand Hotel und rauf zur Metrostation Kungsträdgården, von wo wir unsere Heimfahrt zum Stellplatz antreten. Jamie ist mal wieder komplett hinüber und wir sind froh, als wir endlich am Ludwig ankommen. Das waren anstrengende Tage in Stockholm, jetzt dürfen wir es wieder ruhiger angehen lassen. Und wir haben mal wieder festgestellt, dass wir uns Großstädte mit Jamie sparen können, das macht keinem von uns so richtig Spaß.


Farväl Stockholm 

Bevor wir am nächsten Morgen den Platz verlassen, kümmern wir uns selbstverständlich noch um die Ver- und Entsorgung und da es keinen Gulli für das Grauwasser gibt, müssen wir das umständlich mit dem Eimer machen, was 6 bis 7 Ladungen ergibt. Während wir also beim Auffüllen und Ablassen sind und wir ständig an den Duschen vorbeilaufen, bemerkt Katja, dass es hier gar keine verschlossenen Türen gibt. Da fällt ihr auch ein, dass sie beim Einchecken überhaupt nicht gefragt wurde, ob sie Duschmarken kaufen möchte. Das Duschen kostet hier also nicht extra, na toll, wieso haben wir das nicht früher realisiert? Ist wurscht, dann duschen wir eben jetzt noch schnell. Erst Tommy, dann Katja und danach fällt Jamie ein, dass er doch auch gerne möchte (hä? Sonst gibt’s immer ein mega Theater wenn das Thema zur Sprache kommt!), also geht Tommy nochmal mit ihm. Die ganze Duscherei dauert keine 10 Minuten und wir können ausschecken und weiterfahren. 

Ziel ist Örebro und es dauert knappe 2,5 Stunden und zwischendurch einkaufen und tanken müssen wir auch noch. Also wir dort in dem Naherholungsgebiet ankommen, ist der Parkplatz bereits gut gefüllt, zahlreiche Wohnmobile parken bereits an den Rändern und die meisten von ihnen sehr großzügig zum Nachbarn. Den Vogel schießen zwei deutsche Wohnmobile in Morello Größe ab, die eindeutig zusammen unterwegs sind aber so weit auseinander parken, dass ein anderes Wohnmobil gerade so nicht reinpasst, wenn es höflich ist und die Privatsphäre des anderes respektiert. Der Abstand ist Campingplatz Standard aber das kann man auf einem regulären Parkplatz nicht bringen, das ist schlichtweg unverschämt! Blöderweise haben alle anderen, die später einen Parkplatz suchen aber nicht mehr finden, mehr Anstand als diese Landsleute und zwängen sich nicht dazwischen und so kommt man mit soviel Dreistheit eben durch. Nur sehr viel später am Abend stellt sich ein PKW mit Dachzelt zwischen die beiden und stellt noch ein weiteres Zelt neben das Auto und wir hätten ja gern mal die Gesichter der Insassen in den Wohnmobilen gesehen… Wir gehen dort ein wenig spazieren, erkunden die Wasserstraße mit den vielen geparkten Booten und testen den Fitnesspark. Wobei der Fitnesspark unnötig ist, denn die anwesenden Mücken halten uns auf Trapp und sorgen dafür, dass man nicht lange unbeweglich irgendwo herumsteht. Anbei gibt es auch ein Beachvolleyball Areal wo Jamie ganz entzückt über den vielen Sand sein Sandspielzeug ausbreitet. Irgendwann muss er aber einsehen, dass es sich eben nicht um eine riesige Sandkiste handelt und dass die Leute für andere Dinge hier sind.



Sonntag, 22. September 2024

Unsere Skandinavien Reise Teil 15 - wir nähern uns Stockholm

Bönan - Parken an der Fischräucherei 

Beim Aufwachen zeigt sich das Wetter nicht von seiner besten Seite, wir entdecken einen grauen Himmel und nach dem Frühstück setzt der Regen ein. Heute fahren wir mal wieder in Richtung bottnischen Meerbusens nach Gävle, wo wir uns oberhalb der Stadt einen Stellplatz ausgesucht haben. Zwischendurch gibt’s nen kleinen Abstecher in den Lidl, weil Katja noch ein paar Zutaten für Jamies Geburtstagsmuffins für den nächsten Tag braucht. In Bönan angekommen sind wir etwas unsicher wegen dem Wetter. Es regnet nicht mehr und die Sonne lässt sich auch blicken aber die Temperaturen sind so la la. Für unsere kleine Erkundungstour ziehen wir alle lieber was langärmliges drüber, ziehen uns aber bald wieder aus, da sich die Sonne nochmal richtig Mühe gibt.



Nach der Lotsenstation, dem Bootsanleger und der örtlichen Kirche mit Dreiecksturm im Garten (leider verschlossen) kommen wir auf der Suche nach einem Spielplatz am Böna Café vorbei. Jamie vergisst, dass er eigentlich ganz dringend einen Spielplatz sucht und möchte jetzt lieber ein Eis. Das resoniert ganz stark mit uns und so muss Tommy nochmal zurück zum Ludwig, um Geld zu holen. Nach dem Eis spielt Jamie noch ein wenig im Garten des Cafés im begehbaren Holzboot herum, bis es irgendwann zurück zum Stellplatz geht. Zum Abend hin wird es nochmal richtig warm und die Sonne scheint genau zu unserer Wohnmobiltür hinein. Wer hätte das gedacht, nach dem grauen Start heute Morgen?! Jamie braucht wieder sehr lange zum Einschlafen während Katja schon fleißig ist und Muffins für morgen bäckt.



Jamie hat Geburtstag! 

Denn Jamie wird heute 5 Jahre alt! Tommy hat gestern den Ludwig noch schön mit Luftballons und bunten 5en dekoriert. Jamie entdeckt die Geschenke natürlich sofort nach dem Aufstehen und erkundet sie gemeinsam mit uns im Bett. Den Vormittag über ist Jamie ein vielbeschäftigter Fünfjähriger, der Telefonate mit seinen Großeltern führt, im Laufe des Tages kommen noch weitere Telefonate hinzu. Danach entscheiden wir uns, nach Gävle zu fahren und den Rest des Tages im Park zu verbringen, wo Jamie unbedingt mal wieder Minigolf spielen möchte. Also gut, es sind nur 14km, auf geht’s. Der ausgesuchte Parkplatz entpuppt sich zum Glück als Reinfall, da er voll belegt ist. Wir müssen auf einen anderen Parkplatz ausweichen und finden den, der sich in direkter Nachbarschaft zum Park befindet. Wir laufen los und zwar direkt in einen Regenschauer hinein, den wir glücklicherweise unter einer großen Brücke „aussitzen“ können. Anschließend geht’s zum Minigolf und Jamie ist wieder voll in seinem Element. Die meisten der Bahnen sind ganz offensichtlich aus Motivationsgründen einfach gestaltet, die Löcher sind dergestalt, dass der Ball schon fast von selbst dort landet. Aber es gibt auch Bahnen, wo wir uns alle etwas umständlich anstellen. Nach 24 Bahnen entscheiden wir uns, dem angrenzenden Café einen Besuch abzustatten, zum Minigolf kehren wir später zurück. Keine Ahnung, ob das so beabsichtigt ist, aber bei einer Gebühr von 100 SEK für Erwachsene und 65 SEK für Kinder erlauben wir uns das einfach. 



Im Café merken wir dann, dass die bezahlte Parkgebühr nicht ausreichen wird und wir entscheiden uns zähneknirschend dafür, die blöde App herunterzuladen, weil man dann eben auch von unterwegs aus verlängern kann. Das ist ja nun schon die 4. Park App, die Katja herunterlädt, sie funktionieren alle ähnlich. Nur leider hat man diese besonders sicher gestalten wollen. Erstmal kann man die Sprache hundertmal auf Englisch einstellen und es erscheint doch alles nur auf Schwedisch. Warum man bei einer Emailadresse einen Postcode (Postleitzahl) benötigt, erschließt sich uns nicht. Als dann nach der Schwedischen Personennummer gefragt wird, ist Katja so genervt, dass sie die App kurzerhand wieder runterschmeisst. Dass man die Personennummer für so gut wie alles in Schweden benötigt, hatten wir bereits gelesen aber fürs Bezahlen seiner Parkgebühren erscheint es uns doch etwas übertrieben. Tommy muss also leider den knappen Kilometer zurücklaufen und am Parkautomaten verlängern. Zum Glück gibt es noch einen (funktionierenden!) Parkautomaten, das ist ja auch nicht überall der Fall (darüber haben wir schon berichtet). Irgendwann können wir Jamie dann vom Schachspiel loseisen (wir haben natürlich keine Ahnung, was wir da eigentlich tun) und fahren wieder zum bekannten Stellplatz in Bönan, der heute auch nicht von so vielen Wohnmobilen genutzt wird wie gestern. Mit dem Einschlafen geht es heute sehr viel schneller, so ein Geburtstag kann halt doch anstrengend sein. 



nach so viel Stadt brauchen wir wieder einen See 

Als wir heute Morgen aufbrechen, machen wir nochmal einen kurzen Abstecher in Gävle an der Ent- und Versorgungsstation der Stadt, wo wir seit langem mal wieder richtig Grauwasser ablassen können: einfach Abfluss auf und fertig. Unser timing ist mehr als perfekt, denn wären wir nur zwei Minuten später hier erschienen, hätten wir die fünf Wohnmobile, die sich plötzlich wie eine Wand hinter uns auftun, vor uns gehabt und hätten eine ganze Weile auf unsere Weiterfahrt warten müssen. Die Herrschaften sind nicht sehr entspannt, der Motor läuft, sie fahren immer dichter ran, einer kommt sogar rumgelaufen und schaut, was wir da machen (ja was wohl ?!?!). Also bei so viel Penetranz fühlt man sich regelrecht dazu angestiftet, alles etwas ruhiger angehen zu lassen…. 



Danach sind wir nach einer halbstündigen Fahrt bereits an unserem heutigen Stellplatz angelangt. Schön ruhig gelegen, handelt es sich primär um eine Bootsanlegestelle, wo bereits 5 Fahrzeuge mit ihren leeren Bootsanhängern parken. Ein Wohnmobil verlässt gerade seinen geraden Stellplatz, den wir natürlich dankend übernehmen. Die zwei Männer gehen heute nicht ins Wasser, aber wir verbringen trotzdem viel Zeit draußen. Wie die meisten Schweden in ihren Wohnmobilen lassen wir es heute auch mal krachen, fahren die Markise aus, holen Tisch und Stühle raus und noch Jamies Spielsachen. Wir sind da irgendwie immer viel zu rücksichtsvoll und wollen nicht auffallen, aber die Schweden lassen immer noch extra viel Platz zum Nachbarn, damit sie auch genügend Platz fürs Draußen Sitzen haben. Nach und Nach kommen die Ausflügler mit ihren Booten zurück, der Parkplatz leert sich, es kommen noch zwei Übernachtungsgäste hinzu und wir schmeißen seit längerem mal wieder die Feuerstelle an und braten die nicht ganz originalen Thüringer Rostbratwürste aus dem Lidl.



viel Party in Öregrund

Tommy hat bei seiner Recherche unweit unseres Stellplatzes ein schickes Holzboot im Hafen entdeckt, welches wir Jamie wunderbar als Piratenschiff verkaufen können und so fahren wir heute nach Öregrund. Der Ort entpuppt sich erstens als lebendiges Urlauberstädtchen und zweitens fährt hier die kostenlose gelbe Fähre auf die kleine Nachbarinsel Gräsö ab. Auf diesen Ausflug verzichten wir allerdings angesichts der Tatsache dass heute Samstag in der Urlaubszeit ist und wir vom Reiseführer wissen, dass die Insel mit nicht besonders vielen Parkmöglichkeiten ausgestattet ist. Auf der Suche nach einem Parkplatz landen wir fast in der Schlange zur Fähre und wenden mal lieber schnell bevor wir dann doch mit rüber geschippert werden. Die Kommune bietet einen tristen aber kostenlosen „Tourist Parkering“ Stellplatz an, wo man sogar entsorgen kann. Der Platz ist beliebt und voll aber wir finden etwas zum reinquetschen und laufen sofort Richtung Hafen. Öregrund ist ganz hübsch mit seinen Schären, auf denen verschiedene Bootsanleger etabliert wurden. Im Hafen ist viel los, überall sitzen Menschen in den gastronomischen Einrichtungen und genießen das Wetter. Uns fällt auf, dass im Hafen wahnsinnig viele junge Leute in ihren in Stockholm zugelassenen Booten Party feiern, ihren schlechten Musikgeschmack zur Schau stellen und Boots-Rennen veranstalten. Hier folgen sie entweder einer Anweisung oder sie haben noch genug Grips, dies selbst ausgetüffelt zu haben, aber sie warten für ihre Rennen immer den Moment ab, wo beide gelben Fähren, die von und nach Gräsö fahren, jeweils an einem Ende angelegt haben, damit es nicht zur Kollision kommt. Jugendlicher Leichtsinn, gepaart mit Langeweile und genügend finanziellen Mitteln: eine denkbar schlechte Kombination. 



Der Himmel zieht sich zu und wir werden von einem heftigen Regenschauer überrascht, den wir unter dem Balkon eines Restaurant aussitzen. Zum Glück hatte Katja beim Verlassen des Ludwigs einen Geistesblitz und packte die restlichen Geburtstagsmuffins ein, die wir beim Warten verspeisten (zum Glück waren noch genau drei Stück da!), sonst hätte es einen Hungertod gegeben! Nach dem Regenschauer laufen wir rüber zum „Piratenschiff“ und schauen uns dort noch ein wenig um und dann bekommen wir Hunger. Wir landen in einem der zahlreichen Restaurants für ein spätes Mittag/frühes Abendbrot. Danach beeilen wir uns, zum Ludwig zurückzukehren, weil sich der Himmel schon wieder zuzieht und wir nicht ein zweites Mal nass werden möchten. Eigentlich hätten wir auf dem Parkplatz über Nacht stehen bleiben wollen, aber als wir dort ankommen, ändern wir schlagartig unsere Meinung. Dort ist ebenfalls Party ausgebrochen und zwar großflächig über den gesamten Parkplatz verteilt. Überall Jugendliche in ihren Autos, in Wohnmobilen und Caravans, teilweise in Zelten, alle mit ordentlich Alkohol und überall dröhnt die Musik aus den Lautsprechern. Der Caravan neben uns platzt auch aus allen Nähten, soviele Leute haben sich reingequetscht. Das hätten wir bitter bereut, wenn wir hier stehen geblieben wären! Wir fragen uns noch, wo die alle das Geld herhaben, für ihre fahrbaren Unterkünfte und verlassen schnellstmöglich die Stadt. 



Ein paar Kilometer weiter bei Kallerö finden wir eine Stelle, die auch sehr beliebt ist, die Anzahl der Wohnmobile spricht eine deutliche Sprache. Aber hier steht nur älteres Kaliber, wir drücken den Altersdurchschnitt gewaltig nach unten. Auf der Fahrt hierher begleitet uns ein Wolkenbruch und findet bei unserer Ankunft ein Ende. Die Wiesenparkplätze sind alle belegt, sind unter den nassen Bedingungen aber sowieso nicht unsere erste Wahl und so parken wir lieber etwas am Rand, damit wir festen Grund unter den Füssen haben. Unsere Nachbarn kommen gerade wieder aus ihren Wohnmobilen heraus, stellen sofort wieder Tische und Stühle auf (da kennen die Schweden echt nichts, draußen sitzen um jeden Preis!) und betreiben Pfützenspringen. Eine schabt erstmal mit einem Tablet das Wasser vor der Tür unters Wohnmobil, damit sie nicht knöcheltief im Wasser versinken. Wir spielen noch ein wenig drinnen und dann beginnt schon wieder unser Abendprogramm.



 2 Tage am Kvarnsandsbad, eine Schären - Badestelle

Nach dem Aufstehen schnappt sich Tommy den Jamie für eine Runde Frühsport, während Katja draußen das Japsen des vorbeijoggenden Jamie und das Zählen des Personal Trainers vernimmt, bereitet sie das eiweißhaltige Frühstück vor. Wir wollen heute eigentlich nicht so spät aufbrechen aber irgendwie bummelt da wieder jemand extrem. Dann kommen wir los, fahren erstmal tanken und füllen auch gleich den Wassertank. Später halten wir noch einem Supermarkt, denn unsere heutige Badestelle hat eine Feuerstelle und wir wollen wieder was grillen. Dann noch eine halbe Stunde und wir sind am beliebten Kvarnsandsbad. Zum Glück ist für einen sonnigen Sonntag nicht so viel los, das wechselhafte Wetter hat wohl viele abgeschreckt. Zwischenzeitlich erwischt es uns auch mal kurz und wir kehren wieder zum Ludwig zurück, aber es ist nur ein kleiner unbedeutender Schauer. Danach geht’s wieder zum Wasser, Wasserburgen bauen und Steine sammeln. Zum Baden ist das Wasser selbst Tommy zu kalt. Katja beginnt dann schonmal, ein wenig Holz im Wald zu sammeln, denn hier wird leider kein Holz zur Verfügung gestellt. Zum Glück haben wir ja auch was in der Garage. Gegessen wird dann allerdings im Ludwig, ganz einfach weil der Strand ein paar Meter durch den Wald vom Parkplatz entfernt ist und wir nicht alles runter und dann wieder hoch tragen wollen. Als Tommy den müden Jamie ins Bett bringt, geht Katja nochmal los und macht sich über die zahlreichen Blaubeerbüsche im Wald her, sie hat da für morgen früh eine Idee….


 

Während draußen wieder das Gejapse der beiden Sportler zu hören ist, bereitet Katja diesmal ein ganz besonderes Frühstück vor: Pancakes mit frischen Blaubeeren. Das Backen dauert dann allerdings länger als erwartet und so sind wir dann irgendwann zur Mittagszeit mit unserem Frühstück fertig. Es ist bedeckt heute, deswegen gibt es wenig Verkehr auf dem Parkplatz, unten am Strand sind nur ganz wenige Besucher und die wohnen in den anliegenden Ferienhäusern. Zum späten Nachmittag kommt sogar nochmal die Sonne raus und es kommen sogar noch ein oder zwei Badegäste mit dem Auto vorbei aber zum Baden ist es eigentlich schon zu spät.

 


Ein Abstecher nach Uppsala

Der nächste Morgen beginnt ganz anders, die Sonne lässt sich schon sehr früh blicken und die Badegäste tun es ihr gleich. Der Parkplatz fühlt sich schnell und als schon die zweite Parkreihe etabliert wird, machen wir uns fix vom Acker, um nicht komplett zugeparkt zu werden. Eine Blitzbirne hat es bereits geschafft, so eng neben uns zu parken, dass Katja lieber aussteigt und ein Auge auf das Nachbarauto wirft, weil Tommy nicht in einem Zug herausfahren kann und zurücksetzen muss. Wir fahren ins nahe gelegene Uppsala, Schwedens viertgrößte Stadt, 70km nördlich von Stockholm und parken auf einem großen Platz mit extra ausgewiesenen Wohnmobil Parkplätzen. Bezahlt wird mit Easy Park App. Wir laufen ins Stadtzentrum, Jamie ist auf seinem Laufrad unterwegs. Ein Ziel haben wir nicht, dafür war der Besuch zu spontan, aber da der Dom (auch Eriksdom genannt) die meiste Zeit gut sichtbar ist, laufen wir dorthin. 



Es gibt ein Katedralkaféet, wo wir für Kaffee und Kuchen stoppen, ein Eis gabs vorher auch schon. Wir sind ja eher die Cappuccino Trinker aber sowas findet man in Schweden eher selten. Das typische schwedische Kaffee ist folgendermassen aufgebaut: an der Theke bezahlt man für Gebäck und Getränk, welches man sich an einer separaten Getränke Theke dann selbst zubereitet. Kaffee gibt’s aus der Thermoskanne, Heißwasser für den Tee auch. Alles weitere steht dort auch: verschiedene Zucker, Süßstoffe, Milch und eine Karaffe mit eisgekühltem Wasser ebenfalls. Eine professionelle Barista Kaffeemaschine wird man in einem schwedischen Café eher nicht antreffen. Wir lassen uns viel Zeit und genießen die viel zu kleinen Kuchenstücke im Schatten und verlängern die Parkzeit um eine Stunde, weil abzusehen ist, dass wir es nicht rechtzeitig zurück schaffen. Da wir schon mal direkt davor sitzen, machen wir dann noch einen Abstecher in den Eriksdom, mit 118,7m Schwedens höchstes Kirchengebäude, in dem zahlreiche schwedische Könige gekrönt wurden und ihre letzte Ruhestätte fanden. Aufgrund der zahlreichen Krönungen galt Uppsala lange als die heimliche Hauptstadt Schwedens

Der ganze Aufenthalt dauert länger als geplant, weil Jamie die kirchliche Spielecke entdeckt und erstmal mit den Bauklötzen nicht ganz so hohe Gebäude errichten muss. Danach haben wir keine Zeit mehr für weitere Entdeckungen, weil wir nicht auf dem hässlichen Parkplatz stehen bleiben wollen und eine kurze Fahrtstrecke vor uns haben. Es geht raus aus Uppsala in südlicher Richtung an eine beliebte Badestelle, die gleich mehrere Parkebenen hat. Komischerweise sehen wir kein einziges Wohnmobil, das ist schon sehr merkwürdig, aber wir stellen uns in die Ecke eines großen Parkplatzes und beobachten das Kommen und Gehen der vielen Autos. Die meisten treten ja nun auch die Heimreise an, es ist Abendbrotzeit. Jamie hat genug für heute, deswegen ist er nicht mehr nach draußen zu bekommen außer nochmal kurz, um mit Katja einen Mülleimer zu finden. Bald darauf stecken wir die müde Maus ins Bett.


 wir haben noch ein paar Tage bis Stockholm rumzubringen.....

Auch heute beginnt der Morgen eher grau, Tommy und Jamie beginnen den Tag trotzdem wieder mit Frühsport und nach dem Frühstück gehen wir alle nochmal runter zur Badestelle, um sie wenigstens einmal gesehen zu haben (Tommy hat sie sich gestern Abend noch angeschaut). Den kleinen Bootsanleger schauen wir uns auch noch an, dann geht’s zurück zum Parkplatz und wir fahren weiter. Stopp 1: Wasser auffüllen und Grauwasser ablassen an der Tankstelle. Stopp 2: Katja möchte Radler für ihren morgigen Geburtstag, aber das gibt’s weder im Lidl noch im Coop. Sehr komisch. Dafür rennt Jamie durch den herunterprasselnden Starkregen und da er sich beim Thema Duschen immer so pikiert anstellt, lässt ihn Katja einfach machen. Eigentlich müsste sie ihm noch ein Stück Seife reichen….. Stopp 3: Das Womo Klo muss mal wieder geleert werden. Mit etwas Hilfe einer Angestellten des Trafikplats, wo man nicht entsorgen kann, finden wir den richtigen Rastplatz und Tommy schafft es gerade noch rechtzeitig mit der Entsorgung, bevor der nächste Starkregen herunterkommt. Wir sitzen derweilen im Ludwig bei Heißgetränk und Keksen…. Stopp 4: Unser heutiger Stellplatz in Hammarskog, eine beliebte Gegend zum Wandern und Baden. 



Es gibt mehrere Parkplätze hier, wir parken etwas abseits von den anderen Autos und hier ist es schön ruhig. Beim Rumlaufen stolpern wir wieder über einen Spielplatz und kommen dort nicht mehr weg, es gibt auch diverse Feuerstellen und eine Aufenthaltshütte, die täglich für jedermann geöffnet hat. Sicherlich eine schöne Sache nach einer langen Wanderung oder Radtour, wenn man nicht ins anliegende Café einkehren möchte. Katja findet Brennesseln und seit Jamie eine Kindersendung über vegane Ernährung gesehen hat und vegane Burger aus Linsen zubereitet wurden, spricht er immer wieder davon, dies auch mal probieren zu wollen. Alle anderen Zutaten haben wir schon aber bisher hat es immer an den Brennesseln gefehlt. Okay, dann gibt es heute Abend also vegane Burger. Etwas unvorbereitet, da wir keine Burgerbrötchen oder Salat haben aber es hat trotzdem geschmeckt, das werden wir bestimmt nochmal machen.



Katja hat Geburtstag!

Heute morgen darf Katja ausdrücklich länger liegen bleiben während ihre zwei Männer ihre Geburtstagsüberraschung vorbereiten. Als die Luftballons aufgepustet und die Kerzen in den Kuchen gesteckt sind, darf sie sich erheben und den kleinen aber feinen Streuselkuchen bewundern, der es leider nicht bis zum Nachmittag überlebt. Aber wäre ja auch Käse, ihn am Morgen mit Kerzen zu schmücken und dann stehen zu lassen, oder? Wir haben es nicht eilig und werden heute nicht abreisen, schließlich haben wir noch 4 Tage bis Stockholm (früher konnten wir keinen Stellplatz buchen) und so bummeln wir. Nach dem Frühstück gehen Jamie und Katja nochmal auf den Spielplatz während Tommy den Eco und das Solar überwacht (die Sonne knallt gerade so schön drauf). Danach beschließen wir den Besuch der Badestelle. Da Tommy gern das SUP mitnehmen möchte und die Laufstrecke mit dem sperrigen Ding doch etwas zu lang ist, fahren wir den knappen Kilometer mit dem Ludwig und parken am „Hammarskog badplats“, wo schon mächtig viel los ist. Die Sonne knallt so unnachgiebig, dass wir uns ziemlich schnell in den Schatten verziehen. Das Wasser ist hier zwar wärmer als anderswo (wir befinden uns übrigens am Ekoln, der irgendwann und irgendwo in den großen Mälaren mündet) aber auch dreckiger, Jamie geht gar nicht ins Wasser und Tommy ist auch nur mit dem SUP Board auf dem Wasser unterwegs. 



Irgendwann ist es Jamie an der Badestelle zu langweilig und wir gehen zurück zum Ludwig, Sachen trocknen, Solar nochmal aufstellen. Eigentlich hätten wir auch nichts dagegen, heute Nacht hier stehen zu bleiben, aber die Lust darauf vergeht uns ziemlich bald, als immer mehr Wohnmobile hier erscheinen und ohne Rücksicht alles zuparken. Den Vogel schießt ein Morello mit deutschem Nummernschild ab, der sich samt seinem Anhänger (der ist ja nicht ohne Anhänger schon lang genug!) auf den kleinen Parkplatz drängt und eigentlich überhaupt keinen Platz findet. Aber natürlich trotzdem stehen bleibt, denn wieder wegfahren scheint für ihn nicht in Frage zu kommen. Ein paar Minuten später kommt ein weiterer Morello (diesmal aus Belgien) und anstatt zu der Einsicht zu gelangen, dass dieser Parkplatz voll ist, quetscht er sich mit seiner Reisebegleitung (ein weiteres Wohnmobil) einfach mal zwischen die Parkreihen, wo er die Abreise der Einheimischen abwartet. Wenigstens winkt er die PKW Fahrer aus ihrer Lücke raus, weil er sie ja eigentlich komplett zugeparkt hat. Ein Wunder, dass die Schweden da immer so ruhig bleiben. Wir jedenfalls schämen uns gerade wieder fremd und packen schnell die Sachen zusammen (Tommy ist eigentlich gerade dabei, unsere Garage etwas aufzuräumen) und machen uns aus dem Staub, zurück auf den nur 1km entfernten Parkplatz von letzter Nacht, der übrigens komplett leer ist. Von dort kann man problemlos ein paar Minuten bis zur Badestelle laufen, aber das kommt für die zahlreichen Wohnmobile und Vans nicht in Frage, die den ganzen Nachmittag und Abend noch in die Richtung der Badestelle strömen. Wir vermuten, dass der Platz inzwischen komplett von Wohnmobilen übernommen wurde. Und genau das ist der Grund, warum auf vielen Plätzen aus gutem Grund Verbotsschilder erscheinen, weil jeder nur an sich denkt und Rücksicht ein Fremdwort geworden ist. Tommy beginnt mit der Zubereitung des Abendessens und Jamie und Katja spielen Fußball.

 


unsere 3. und letzte Nacht in Hammarskog

Nach dem Frühstück und erneutem Spielplatzbesuch machen wir uns auf den Weg nach Uppsala. Irgendwie ist das Datenvolumen unserer schwedischen SIM Karte bereits aufgebraucht und wir können es online nicht aufladen. Auf der Telia Homepage ist es nicht möglich, weil man eine BankID benötigt (sicher nur mit schwedischer Adresse und Personennummer zu bekommen) und auch für die vielgepriesene Telia App benötigt man eine BankID. So langsam sind wir genervt von dem ganzen Sch…! Während Tommy und Jamie die Einkaufspassage mit dem Laufrad unsicher machen, wartet Katja im Telia Laden. Erstmal wartet sie 10 Minuten bis die Senioren vor ihr genug Smartphone Beratung genossen haben, dass sie mit rauchenden Köpfen den Laden verlassen. Dann kümmert man sich um ihr Anliegen und der junge Mann ist sehr zuvorkommend. Ja, die Sache mit der BankID ist echt blöd für Nicht-Schweden, das Problem hat er öfter, kann man aber leider nichts machen. Die Karte wird also im Laden aufgeladen und weil es dort am einfachsten ist, werden wir das eben zukünftig immer so handeln (insofern es überhaupt noch „viele weitere Male“ geben sollte). Dann bummeln wir ein wenig umher und müssen uns um eine weitere Erledigung kümmern. Es gibt nämlich noch weitere Dinge, die in Schweden absolut unpraktisch oder fast ummöglich sind, und das betrifft das Thema Wäschewaschen. Dazu gibt es vielleicht demnächst mal einen separaten Blogeintrag. Nur soviel dazu, Katja braucht mehr Unterwäsche, weil ihre bald wieder komplett in der Dreckwäsche verschwunden ist und es so schwierig ist, eine Waschmaschine zu finden. Also ab in den H&M und ein paar Schlüppis kaufen. 



Danach ist Katja tiefenentspannt weil alle Vorhaben für heute abgehakt sind. Wir schlendern durch die Innenstadt, Jamie springt durch den Brunnen und landet später am Maltisch einer Einkaufspassage, wo man sich tolle Sachen für die Bespaßung der Kinder hat einfallen lassen. Da es schon wieder Zeit für ein Heißgetränk ist, kümmert sich Katja um die Bestellung und dann sitzen wir erstmal gemütlich draußen in der Sonne und genießen das Sommerwetter. Bevor wir gehen können, muss aber Jamies Bild noch fertig ausgemalt werden und er hat noch nicht alle Spiele ausprobiert! Das dauert also noch ein bisschen. Als wir später noch an einem großen und sehr liebevoll gestalteten Spielplatz vorbeikommen, ist unser Sohnemann überhaupt nicht mehr zu bremsen und zum Wohnmobil möchte er auch nicht zurück. Da wir die Parkzeit aber kein drittes Mal verlängern wollen, läuft Katja schon mal zu und macht Ludwig abreisefertig und so kommt Jamie dann später auch „freiwillig“ mit. Weil es schon recht spät ist und sich nicht lohnt, noch einen neuen Stellplatz zu suchen, fahren wir für eine dritte Nacht nach Hammarskog und haben dort sogar zwei Wohnmobilnachbarn, von denen einer aber erst 23:30 Uhr ankommt. Auf der Straße ist mehr los als die letzten beiden Nächte weil der Bauer unbedingt sein Heu vom Acker runterholen will und Mähdrescher und Traktor bis 23 Uhr fleißig am Arbeiten sind.



der letzte Stopp vor unserem Stockholm Besuch

Tommy und Jamie starten wieder mit Frühsport und Katja macht French Toast zum Frühstück. Vor der Abreise müssen wir auch heute nochmal hoch zum Spielplatz, weil es die Holzhütte Jamie wirklich angetan hat. Die ist aber auch toll gemacht, 10x5 Meter und drinnen können sogar Erwachsene stehen. Sie wäre ideal für eine Kinderspielgruppe zum Malen, Essen und einen extra Schlafbereich hätte sie auch. Sie hat zig kleine Ablageflächen, wo Jamie Steine, Stöcke, Gras ablegt und Katja jeden Morgen etwas anderes zum Essen auftischt. Heute müssen wir aber tatsächlich aufbrechen, weil wir eine Stellplatzbuchung für Sonntag (also morgen) in Stockholm haben. Die ganze Strecke fahren wir heute nicht, wir fahren Richtung Osten nach Solö und befinden uns bereits in „Schärengebiet“. Schären sind kleine felsige Inseln, die durch Eiszeiten entstanden sind, als die Gletscher die darunterliegenden Gesteinsmassen abschliffen. Gerade der Schärengarten um Stockholm besteht aus mehreren hunderten kleinen Inseln. Wir parken an einer Badestelle, die aufgrund des bedeckten Himmels nicht so gut besucht ist, aber Tommy holt natürlich trotzdem das SUP Board heraus und paddelt ein wenig auf dem Wasser umher. Später spielt er mit Jamie am kleinen Strand. Katja liegt flach mit Kopfschmerzen und versucht ein wenig Ruhe zu bekommen.   




Sonntag, 15. September 2024

Unsere Skandinavien Reise Teil 14 - Sommer, Sonne und viele Badeseen

 

Bergwandern auf dem Åreskutan

Nach dem Frühstück gehen Katja und Jamie erstmal duschen, weiter kann er es nicht mehr aufschieben, denn eigentlich wollten wir das gestern Abend schon erledigt haben. Dann brechen wir auf und fahren zurück nach Åre, wo wir gestern bereits durchgekommen waren. Tommy hatte die Idee, dass wir doch mal mit der Gondel auf den Åreskutan (1274m) fahren könnten. Zu erst aber müssen wir einen Parkplatz finden und das ist gar nicht so einfach an einem schönen Sommersamstag mitten in den Ferien. Der Parkplatz direkt an der Gondel ist voll, da bekommt man schon mit PKW nichts mehr. Wir versuchen es also im Ort und überall sind die Parkplätze voll, bis auf einen, wo noch sehr viele Plätze frei sind. Das ist verdächtig und Katja fragt bei jemandem nach, der gerade sein Auto aufräumt. Der weiß zwar nicht viel, sagt aber, dass der Platz wahrscheinlich privat sei und alle anderen Parkplätze im Ort Geld kosten. Er wird hier auch nicht stehen bleiben, nutzt den Platz nur mal eben zum Ordnung schaffen. Also fahren wir weiter und finden einen Platz, wo viele Wohnmobile stehen und stellen uns dazu. So richtig geeignet ist er nicht für Wohnmobile, aber glücklicherweise befindet er sich terassenförmig am Hang und so haben alle „unteren“ Parkplätze einer Terassenstufe einen Überhang, den alle Womos nutzen. Katja will am Automaten zahlen und als sie bereits die Kreditkarte reingesteckt hat (mit Bargeld kann man ganz selten noch irgendwo fürs Parken zahlen) und der Automat über die Zahlung nachdenkt, kommt eine Fehlermeldung, der Automat ist plötzlich „out of order“. Ganz toll, keine Ahnung ob bezahlt ist oder nicht. Von Umherstehenden erfährt sie, dass der andere Automat auch nicht funktioniert und so muss man wieder eine App herunterladen und darüber die Zahlung abwickeln. Während sich Katja damit abmüht, packen Tommy und Jamie die Wanderrucksäcke und dann geht’s los in Richtung Kabinbana


Dort müht sich dann Tommy mit einer App herum, denn die Dame an der Kasse möchte ihm keine Tickets verkaufen, weil es online günstiger sei. Mit Kundenfreundlichkeit hat das nichts zu tun, jeder steht rum und guckt blöd auf sein Handy. Mit Barcode kommt man dann in den Wartebereich und dort am Häuschen sitzt tatsächlich noch jemand drin und hilft den überforderten Leuten, bei denen es mit dem Scannen nicht funktioniert. Warum kann man den Leuten nicht einfach ein blödes Papierticket verkaufen? Bei der Fahrt nach oben stehen wir bis vorne und genießen eine tolle Aussicht auf alles unter uns. Wir sehen auch die tollkühnen Mountainbiker, die sich waghalsig die Fahrradwege hinunter stürzen. Oben angekommen, orientieren wir uns erstmal und da Jamie tatsächlich nichts gegen eine Wanderung einzuwenden hat, beschließen wir den Gipfelsturm. 


Jamie ist beschäftigt, der sucht nämlich für die nächsten 2km „unser Wanderzeichen“, drei Striche weiß-orange-weiß und damit haben sie nicht gespart; auf dem Weg nach unten zählen wir 100 davon auf dieser kurzen Strecke. Der Weg ist streckenweise nicht so ganz einfach, es sind recht steile Abschnitte dabei und man klettert über loses Geröll, aber wir kommen gut nach oben. Das Wetter zeigt sich von seiner besten Seite und oben angekommen, erkennen wir sogar den Tännforsen, den wir gestern besucht haben – von hier oben ist er in der Ferne gut zu erkennen. Wir hatten damit spekuliert, dass es hier oben eine kleine Belohnung geben würde und wir werden nicht enttäuscht, die kleine Hütte hat geöffnet und wir genießen heißen Kakao und super leckeren Schokoladenkuchen. Irgendwann nach Ausruhen, Bildermachen und Herumstrommern fragt Katja beiläufig, wann eigentlich die letzte Bahn nach unten fährt und Tommy meint, 16 Uhr. Ist ja super, es ist gerade 15:34 Uhr und eine halbe Stunde ist schon arg knapp bemessen. Also rauschen wir wieder nach unten, denn wir haben keine Lust, den gesamten Berg absteigen zu müssen. Tommy nimmt Jamie auf die Schultern damit es schneller geht und 7 Minuten vor 16 Uhr kommen wir ziemlich verschwitzt unten an. Als wir dann in der Bahn nach unten eine volle Bahn nach oben fahren sehen, denkt Katja noch, dass es im Sommer sicherlich angepasste Öffnungszeiten gibt, aber egal, wir sind auf dem Weg nach unten. 



Bis wir am Wohnmobil sind, einen Stellplatz für den Abend gefunden haben und dann letzten Endes losfahren, vergeht nochmal eine ganze Stunde und heute haben wir mit den Stellplätzen irgendwie kein Glück. Platz eins ist voll, weil in der Nähe eine Hochzeit stattfindet und die Gäste hier parken. Platz zwei ist durch eine Schranke versperrt. Plätze drei und vier sind eigentlich gar keine Plätze, nur Parkbuchten an der Straße (das ist das frustrierende mit der App Park 4 Night, da wird wirklich jeder Mist als Stellplatz aufgeführt). Durch Zufall finden wir einen großen ungenutzten Platz im Niemandsland und dort stellen wir uns abseits, um niemanden zu stören und werden im Gegenzug ebenfalls von niemandem gestört.



Campingplatz am Storsjö: Wäschewaschen bei Mistwetter 

Katja sagt schon seit Tagen, dass wir unbedingt mal wieder Waschen müssen, aber Waschsalons haben wir noch keine gesehen. Also muss ein Campingplatz her, davon gibt es genug und das Wetter ist zum Frühstück auch toll. Deshalb steuern wir heute einen Campingplatz an, aber bereits während der Anfahrt verschwindet die Sonne und es wird richtig grau. Pünktlich zu unserer Ankunft beginnt es zu regnen und das richtig heftig. Aber egal, die Wäsche kann nicht mehr warten, das muss erledigt werden, dann heute eben wieder mithilfe eines Trockners. Katja ist also wieder den Großteil des Nachmittags mit Waschen und Trocknen beschäftigt und Tommy und Jamie kneten (der eine mehr, der andere weniger). Wir stehen direkt am Storsjö (das ist noch immer der See mit dem Ungeheuer Storsjöodjuret) aber bei dem Wetter braucht man kein Paddelboard aufpumpen.



Von einem See zum nächsten .....

Der Morgen überrascht uns mit tollem Wetter und so beschließen wir nach dem Frühstück, uns im anliegenden Minigolf zu versuchen. Tommy und Katja wechseln sich ab, damit immer jemand im Ludwig beschäftigt sein kann und das Womo abreisefertig macht. Jamie ist ganz begeistert, schließlich ist es etwas Unbekanntes und unterhält den ganzen Platz. Bis wir endlich fertig sind und einen neuen Stellplatz rausgesucht haben, ist es bereits 13:40 Uhr. Wir fahren ein paar Kilometer bis zum nächsten Ort und kaufen dort erstmal ein und dann geht’s eine knappe halbe Stunde weiter zum heutigen Ziel. Wieder ein See, aber diesmal nicht der Storsjö sondern der Rätanssjön, wo wir auf dem Picknickplatz stehen und das schöne Wetter geniessen. Nach einem Heißgetränk pumpt Tommy das SUP auf und begibt sich ins Wasser, nur um eine Dreiviertelstunde später vom Regen zurückgerufen zu werden. Den sitzen wir dann im Ludwig aus und kurze Zeit später begeben sich Tommy und Jamie nochmal ins Wasser und erkunden die Umgebung. Dann ist das Abendessen fertig und der Tag schon fast wieder rum.



Hochzeitstag in Sveg in einem ganz besonderen Café  

Wir erwachen spät und starten den Tag mit einer guten Nachricht: Jamie´s Cousine hat sich Zeit gelassen aber in der letzten Nacht war es dann endlich so weit, sie hat das Licht der Welt erblickt. Willkommen kleiner Sonnenschein, wir freuen uns darauf, dich irgendwann live zu sehen, auch wenn das noch ein wenig warten muss. Da wir heute unseren 2. Hochzeitstag feiern, möchten wir irgendwo in einem Café „anstossen“ und machen uns daher auf den Weg nach Sveg. Dort steht der größte Holzbär der Welt. Er ist 13 Meter hoch, wiegt 86 Tonnen und allein die 570.000 verbauten Nägel wiegen bereits 4 Tonnen. Wir parken unseren Ludwig direkt daneben und haben so die Gelegenheit, ihn uns näher zu betrachten. Ehrlich gesagt muss man schon mindestens zweimal hinschauen, um einen Bären zu erkennen, aber er wurde aus Holzbrettern erbaut und diese in Form zu bringen, ist sicherlich nicht ganz einfach. 

Auf der Suche nach einem geeigneten Café laufen wir planlos durch die Stadt und stolpern zufällig über das Café Cineast, welches im Reiseführer erwähnt wurde. Die Aufmachung drinnen und auch das leckere Kuchenangebot sprechen uns sofort an und so beschließen wir zu bleiben. Wir setzen uns in die obere Etage und dort beginnt die Entdeckertour durch die internationale Filmwelt: Filmrequisiten, alte Kameras, nachgestellte Filmsets und zahlreiche Filmposter warten auf den Besucher. Willkommen im Hinterzimmer, wo dunkle Gestalten Poker spielen, Neugierige können einen Blick in die Gefängniszelle von Tim Robbins Charakter "Andy Dufresne" aus „die Verurteilten“ werfen (inkl. Fluchtloch in der Wand) und wer starke Nerven hat, traut sich in den Folterraum mit Jackie der Mörderpuppe und der ziemlichen gruseligen Nachbildung aus dem Film „Texas Chainsaw Massacre“. 



Wir verbringen einen sehr kurzweiligen Nachmittag hier und auch für Jamie gibt es einiges zu entdecken. Zurück am Ludwig suchen wir einen Stellplatz und finden einen knapp 15 Minuten von Sveg entfernt. Da es sich um eine Badestelle handelt und das Wetter heute vorbildlich ist, holt Tommy gleich das SUP heraus und begibt sich ins Wasser, Jamie und Katja sitzen draussen im Sand, bis sich auch Jamie dazu entschließt, auf dem Board auf Entdeckertour gehen zu wollen. Als es später zu tröpfeln beginnt, räumen wir alles nach drinnen, aber irgendwie scheint sich das Wetter nicht so richtig einig zu sein. Vorerst bleibt es bei den Tropfen aber es zieht sich zu.




nerviger Behördenkram - was tun und vor allem wo? 

Momentan wissen wir nicht so recht, wo wir hinfahren sollen, weil wir auf heißen Kohlen sitzen. Zu Hause gibt es ein Nachlassverfahren, auf welches schnellstmöglich reagiert werden muss, weil wir nur 6 Wochen Zeit haben (eigentlich nur noch 5, weil die Post innerhalb Deutschlands dieser Tage schon mehr als eine Woche unterwegs ist). Katja hatte vor ein paar Tagen das Honorarkonsulat in Rättvik angeschrieben, weil es uns am nächsten ist. Da wir keine Antwort erhalten haben, ruft sie heute an. Der Konsul ist eigentlich im Urlaub, möchte aber helfen. Er hat aber dort, wo er ist, keinen Drucker, kann also das Dokument (welches wir noch gar nicht haben) nicht ausdrucken. Er empfiehlt, es mal bei der Botschaft in Stockholm zu versuchen. Wegen der Druckerei Geschichte beschließen wir, gleich nach Stockholm zu fahren (das ist aber noch 5 Stunden entfernt) und während wir uns Richtung Osten begeben, sitzt Katja am ipad und googelt. Sie findet ein Formular, bekommt aber bei der Botschaft keinen Termin (Ferienzeit?!) und ohne geht’s natürlich nicht. Mit Fragenden sprechen wollen sie schon gar nicht, denn bei den Kontaktmöglichkeiten wird keine Telefonnummer angegeben. 


Passend zur Stimmung ist auch das Wetter, es schüttet die gesamte Fahrt wie aus Eimern. In Ljusdal leeren wir in der Latrine des Rastplatzes unser Womo Klo und kommen zu dem Entschluß, dass wir in Rättvik wohl mehr Glück haben. Immerhin wirkte der Konsul sehr bemüht. Also müssen wir wieder ins Landesinnere. Hier in der Gegend sieht es ziemlich mau aus mit Übernachtungsplätzen, der Reiseführer deckt das Gebiet gar nicht ab und die App hat auch nichts Brauchbares. Wir fahren erstmal los, irgendwas wird sich schon finden. Und das tut es dann auch in Form einer Badestelle. Es geht ziemlich steil zum Strand hinunter aber, welch Wunder, hier gibt es bereits Himbeeren! Da werden wir wohl morgen welche pflücken müssen…..




frische Himbeeren zum Frühstück, Gasflasche füllen und Oldtimer Treffen in Nusnäs 

Und das tun wir natürlich – im Regen. Jamie in Gummistiefeln und Katja in Badelatschen weil ihre Wanderschuhe hinten in der Garage verstaut sind. Die frische Ausbeute gibt’s anschließend zum Frühstück. Als es dann aufhört zu regnen, betun wir uns auf dem angrenzenden Fitness-Spielplatz, stemmen ein paar Gewichte, wackeln über Balancebretter, machen Situps etc bevor wir unsere Reise fortsetzen. Es geht natürlich Richtung Rättvik. Katja hat noch mal mit dem Konsul gesprochen, er hat morgen Nachmittag Zeit und trifft sich mit uns in einem Kaffee gegenüber dem Bahnhof, er hat dann seinen ganzen offiziellen Krempel dabei und wir bekommen unseren Stempel. Wer würde das in Deutschland schon machen, während seines Urlaubs?!

Die Fahrt zieht sich heute und wir können gar nicht genau sagen, warum. Wir machen einen spontanen Stopp in Orsa bei der Firma Gasol påfyllning Orsa, dort wird unsere 11kg Gasflasche aufgefüllt (Koordinaten: N61°11´17.3“ E14°42´54.8“) und danach geht es nach Nusnäs. Der offizielle kommunale (und kostenlose) Stellplatz ist schon voll aber ein paar hundert Meter weiter ist ein weiterer Stellplatz, für den wir 100 SEK zahlen. Die Gegend hier ist eine beliebte Urlaubergegend, da gibt es ganz wenig (oder immer weniger) wo man noch frei stehen kann und deshalb sind wir froh um diesen Platz. Eine knappe Stunde nach unserer Ankunft beginnt hier ein Spektakel, was Tommy und Jamie in den Bann zieht, und zwar ein Oldtimer Treffen. Sie fahren alle über unseren Parkplatz und dann in den angrenzenden Campingplatz hinein, wo sie in Reih und Glied parken, um begutachtet zu werden. Natürlich spazieren wir ebenfalls über den Platz, um die Schmuckstücke zu bestaunen. Besonders lange dauert das Treffen nicht, gegen 21 Uhr sind alle Autos verschwunden und der Parkplatz gehört wieder nur den hier übernachtenden Wohnmobilen.



 ein deutscher Konsul, der kein Deutsch spricht....

Als wir erwachen, prallt die Sonne auf unser Wohnmobildach, es verspricht ein heißer Sommertag zu werden. Wir bummeln da wir erst um 14 Uhr in Rättvik verabredet sind, was nur eine halbe Stunde Fahrt für uns bedeutet. Gegen Mittag kommen wir los und in Rättvik erschlägt uns fast der Trubel und der Verkehr. Sowas hatten wir schon lange nicht mehr! Aber wir sind hier in einer beliebten Urlaubergegend, das zählt hier zum ganz normalen Wahnsinn während der Sommerferien. Direkt an der Hauptstraße, wo sich geduldig die Fahrzeugkolonnen durchschlängeln, sind alle Parkplätze belegt, aber etwas abgelegen finden wir einen großen Platz, der sogar für die ersten 3 Stunden kostenlos ist. Wir treffen uns mit dem Honorarkonsul am verabredeten Ort, erledigen den ganzen Papierkram ganz nonchalant auf einer Picknickbank im Schatten und wir erleben einen sehr bemühten Mann, der in seiner Freizeit sogar dafür sorgt, dass wir auf seiner Bank eine Kopie des Dokuments sowie einen Briefumschlag bekommen und geleitet Katja sogar noch zur Post, um Sorge zu tragen, dass wir das wichtige Schriftstück mit Empfangsbestätigung nach Deutschland verschicken können (da wir dafür eine schwedische Adresse angeben müssen, nehmen wir dann sogar noch seine). Am Ende umarmt er Katja sogar noch kurz und wünscht uns viel Glück und alles Gute. Danke Anders Bjernulf! 

Nachdem diese Sache erledigt ist und uns ein riesiger Stein vom Herzen plumpst, lunsen wir mal in das Treffpunkt Café hinein und das Angebot ist sehr ansprechend. Wir gönnen uns eine Stärkung und während wir den ganzen Trubel bestaunen, überlegen wir, was wir mit dem Rest des Tages anfangen wollen. Der Strand ist ganz in der Nähe, wir könnten also zurück zum Ludwig und die Badesachen holen aber irgendwie hat Jamie überhaupt keine Lust. Die Hitze macht ihm zu schaffen und er ist, als er auf die Erledigung des ganzen Papierkrams warten musste, mächtig viel hin und her gerannt. Zurück am Ludwig suchen wir also einen Stellplatz und machen uns auf den kurzen Weg dorthin. 

Hier befinden wir uns auch an einer Badestelle und Jamie lässt sich doch noch mal dazu überreden, ins Wasser zu gehen. Besonders warm ist das aber auch nicht, in Skandinavien muss man wirklich abgehärtet sein, um das Baden in den Seen genießen zu können. Die Stelle hier ist sehr beliebt, es herrscht ein reges Kommen und Gehen. Um so ärgerlicher wird es für die zwei Wohnmobile gewesen sein, als sie gegen 20 Uhr ihren ergatterten Parkplatz aufgeben, weil unsere holländischen Nachbarn mit ihren drei kleinen Kindern den gesamten Platz unterhalten. Jamie machen sie mit ihrem Gebrüll leider auch wieder wach und danach hat er lange Schwierigkeiten, wieder einzuschlafen. Den Polarkreis haben wir schon längst überquert und das merken wir nun auch wieder abends. Es wird zwar auch zu Mitternacht noch immer nicht komplett dunkel, aber es ist auch nicht mehr taghell, so dass wir manchmal sogar die Lichter im Wohnmobil brauchen. Und an den Anblick leuchtender Straßenlaternen müssen wir uns auch erstmal wieder gewöhnen….


jetzt fahrn wir übern See übern See, jetzt fahrn wir übern See...

Der neue Tag beginnt wieder sonnig und bis wir abreisefertig sind, haben uns alle Übernachtungsnachbarn verlassen. Wir müssen noch einmal durchs Gewusel von Rättvik hindurch und dann verlassen wir die Stadt Richtung Falun. Unterwegs fahren wir an einem Rastplatz vorbei und entleeren dort unser Wohnmobil Klo. Es hat eine Weile gedauert, bis wir hier in Schweden den Dreh mit der Ver- und Entsorgung raus hatten, denn diese typischen Stellplätze mit Entsorgung gibt’s hier ganz selten. Inzwischen haben wir gelernt, dass die meisten Rastplätze, wovon es leider im Norden noch nicht so viele gab, auch eine Latrine besitzen, wo man sein Wohnmobilklo leeren kann. Für Grauwasser gibt es fast nirgends ein bequeme Möglichkeit zum Entleeren (also ein Bodeneinlass) aber man kann es per Eimer in der Latrine entsorgen. Wasser holen wir immer an der OK Q8 Tankstelle, die haben im Außenbereich ein Kabinett für Wasser und Luft. Bei anderen Tankstellen haben wir das in der Art und Weise noch nicht gesehen, achten aber auch nicht mehr darauf, weil es die OK Q8 Tankstellen flächendeckend gibt. Mit sauberer WC Kassette geht es weiter an die Badestelle von Uvberget, wo dank des schönen Wetters und des Wochenendes richtig viel Betrieb herrscht. Wir gesellen uns dazu, genießen das Wetter und nach ewigem Hin und Her möchte Jamie dann auch endlich mal ins Wasser beziehungsweise mit aufs Paddelboard. Das Wetter wird einem Sommer momentan endlich mal gerecht, deswegen bleiben wir einen weiteren Tag an dieser Stelle und verbringen den Tag erneut am Wasser. Viele Badegäste waren gestern auch schon hier, die Schweden verbringen eben ihren Urlaub auch gern an einem der zahlreichen Seen.




Planänderung und erneute Übernachtung in Nusnäs 

Weil wir die Nachlassgeschichte so schnell wie möglich erledigen mussten, sind wir schnellstmöglich nach Rättvik gefahren und haben uns die Gegend gar nicht so richtig angeschaut. Deswegen haben wir überlegt, ein paar Kilometer zurück zu fahren um uns die schöne Dalarna Gegend näher anzuschauen. Die erste Amtshandlung nach unserem Aufbruch ist Einkaufen in Borlänge. Eigentlich müssen wir auch noch Wasser aufnehmen aber wir passieren die Tankstelle in Borlänge und verschieben es auf später. Es gibt ja schließlich genug OK Q8 Tankstellen. Dann geht’s Richtung Norden zu einem Wasserfall. Allerdings kommen wir dort heute nicht an. Unterwegs googelt Katja verfügbare Tankstellen und ja, sonst gibt es immer recht viele und ja wir befinden uns hier in einer geschäftigen Urlauberregion aber entlang dieser Nebenstrecke gibt es irgendwie gar nichts. Also biegen wir in Falun ab und finden zwar eine Tankstelle, aber eben keine mit Wasser, aber tanken tun wir trotzdem mal lieber. Dann entscheiden wir uns für die entgegengesetzte Richtung als unserem heutigen Ziel, weil es dort eben eine Möglichkeit zum Wasseraufnehmen gibt. Wir haben nicht mehr besonders viel Wasser im Tank, deswegen können wir das leider nicht aufschieben. In Mora finden wir eine OK Q8 und sind eine ganze Weile mit dem Füllen unseres Wassertankes beschäftigt, Jamie hilft tatkräftig mit. Ein Engländer gesellt sich bald mit seinem Womo zu uns und möchte ebenfalls Wasser tanken, wir kommen ins Gespräch vor allem weil unser Ludwig ja auch einen DDR Aufkleber auf seinem Hinterteil kleben hat. Es stellt sich heraus, dass er einen guten Freund in Chemnitz hat und sich beide leidenschaftlich für Dampfloks interessieren, weshalb sie sogar schon mal in Meiningen waren. Na, da ist die Überraschung groß, dass wir gar nicht so weit davon beheimatet sind. 



Wir verabschieden uns und fahren weiter und zwar zum „Oldtimer“ Parkplatz von vor ein paar Tagen. Hier ist diesmal wieder viel los allerdings sind es diesmal keine Oldtimer sondern Wohnmobile, die gar nicht alle Platz finden. Nun ja, wenn die anderen nicht ganz so großzügig geparkt hätten…… Gerade die Schweden lassen immer extrem viel Platz zum Nachbarn, damit sie auch all ihr Mobiliar nach draußen stellen können, was dann sehr ärgerlich ist, wenn man ohne Stellplatz von dannen ziehen muss. Wir parken heute auf der anderen Seite des Parkplatzes und beobachten viele andere, wie sie keinen Platz mehr finden. Gegen 22:30 Uhr kommt ein kurzer aber sehr heftiger Regenschauer vom Himmel und danach ist alles wieder gut.




heute zwei Wasserfälle: Storstupet und Helvetesfallet 

Also gut, heute nehmen wir also die beiden Wasserfälle in Angriff, die wir eigentlich gestern anschauen wollten. Wir fahren wieder zurück, durch Mora und Orsa und dann noch ein Stück die E45 entlang und, witzigerweise den gleichen Abzweig zum flygfält, wo wir vor ein paar Tagen ganz in der Nähe unsere Gasflasche haben auffüllen lassen. Beide Wasserfälle sind hier kurz hintereinander zu finden. Zu erst kommt die Abbiegung für den Storstupet und wir begeben uns auf die kurze aber anspruchsvolle Wanderung, da man über matschiges, steiles Terrain klettert, teilweise nur abgesichert durch ein zwischen den Bäumen gespanntes Seil, damit man sich irgendwo festhalten kann. Der Wasserfall selbst ist dann gar nicht so spektakulär weil auch nicht natürlich entstanden, denn er rauscht eine künstlich geschaffene Bahn hinunter. Der Blick in die Schlucht mit der noch aktiven Eisenbahnbrücke ist da viel eindrucksvoller. Das Wasser hat fast schon eine braune Farbe, vermutlich wird da einiges an Segment mit weggeschwemmt, die Gegend hier ist für seinen Kupferabbau bekannt. Wir laufen noch ein wenig umher und machen Fotos, sind aber die meiste Zeit damit beschäftigt, Jamie davon abzuhalten, zu nahe an die ungesicherte Schlucht heranzutreten. Was uns auffällt, sind die Blaubeeren, die nun langsam zum Vorschein kommen und das ein oder andere Exemplar landet bei uns im Mund.


Schnell ins Auto und die letzten 4 km zum nächsten Wasserfall, dem Helvetesfallet. Dieser Weg wäre ohne die langen Holztreppen nicht gut zu bestreiten, denn links und rechts des Weges finden sich sumpfige Abschnitte und es ist steil. Mit den Treppen aber ganz gut machbar. Hier finden wir noch sehr viel mehr Blaubeeren, Jamie ist am Ende unserer kleinen Wanderung blaugefärbt. Der Fluß rauscht beeindruckend in die Schlucht hinab und dieses Spektakel kann man von einer Brücke wunderbar beobachten. Fotos ergeben sich auch ein paar, aber bei den wirklich atemberaubenden Ausblicken stehen immer Bäume davor. Zurück im Ludwig machen wir erstmal ein kleines Verschnaufpäuschen und schmieden Pläne für den Rest des Tages. Unser Womo Klo muss dringend mal geleert werden und hier oben gibt es weit und breit nichts zum Entleeren. Die wenigen Rastplätze hier oben haben alle keine Latrinenentleerung. So müssen wir die strategische Entscheidung treffen, wieder in Richtung Falun zu fahren, wo wir ebenfalls vor ein paar Tagen schon waren, weil dort an der E69 eine Möglichkeit zum Kloleeren existiert (bereits genutzt). Also gut, wir haben noch ca. 1,5 Stunden Fahrt vor uns und gegen 16 Uhr kommen wir an einer weiteren Badestelle an, wo wir auch gleich runter zum Wasser gehen. Hier gibt es auch einen Spielplatz, das hatten wir schon lange nicht mehr und Jamie hält sich die meiste Zeit dort auf, während Tommy schon wieder auf dem SUP übers Wasser schippert. Also Tommy gerade zu seiner dritten Runde auf dem Wasser unterwegs ist, beginnt es zu regnen, Jamie und Katja raffeln all unsere Sachen zusammen und tragen sie zum Ludwig, wo auch noch die große Dachluke offen steht. Tommy kommt dann irgendwann nach, der ist halt jetzt nass.